Vom Brautkleid ins Camouflage
Ukrainisches Paar heiratet – und zieht nur Stunden später in den Krieg
Ein ukrainisches Ehepaar feiert einen ungewöhnlichen Hochzeitstag. Erst stehen die beiden am Traualtar, dann rüsten sie sich für den Krieg.
Ukraine – Erst die Hochzeit, dann in den Krieg. Es war wohl eher eine Feier der außergewöhnlichen Art. Ein ukrainisches Paar hat sich entschlossen, zu heiraten und noch am selben Tag in den Krieg gegen die russische Armee zu ziehen. Die Hochzeitszeremonie hätten Yaryna Arieva und Sviatoslav Fursin noch traditionell abgehalten, wie „mirror.co.uk“ berichtet. Nur wenige Stunden nach der Trauung seien die beiden zum örtlichen territorialen Verteidigungszentrum der ukrainischen Armee gegangen. Dort würden auch Waffen an die ukrainische Bevölkerungen ausgegeben werden.
| Land: | Ukraine |
| Einwohner: | 44,13 Millionen |
| Fläche: | 603.548 km² |
| Hauptstadt: | Kiew |
Ukrainisches Ehepaar zieht nach Hochzeit in den Krieg: Flucht ist keine Option
Zwei Fotos, die nur wenige Stunden getrennt voneinander liegen, zeigen zwei verschiedene Welten. Auf dem einen ist das Brautpaar noch in festlicher Kleidung zu sehen, nur ein paar Stunden später posieren die beiden mit Waffen im Militär-Look für den Krieg in der Ukraine*. Ganz ausblenden, dass draußen ein Krieg tobt, konnten Arieva und Fursin während sie am Traualtar standen, wohl doch nicht. Denn ausgerechnet mit den Sirenen eines Luftalarms habe die Feier beendet werden müssen.
Da der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zuvor ein Ausreiseverbot für Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren ausgerufen hatte, sei es dem Bräutigam Sviatoslav Fursin ohnehin nicht möglich gewesen, das Land zu verlassen. Auch in Deutschland werde nun zunehmend wieder über eine Wehrpflicht diskutiert. Zudem hätte sich das Paar ohnehin dafür entschieden, zur Waffe zu greifen und ihr Land zu verteidigen. Derweil seien hunderttausende Ukrainerinnen und Ukrainer derzeit auf der Flucht aus dem eigenen Land*.
Ukrainisches Ehepaar geht vom Altar zum Militär: „Leider die Realität“
Auf Twitter hat die „Waffen-Hochzeit“ bereits hohe Wellen geschlagen. Die geteilten Fotos der beiden haben schon mehr als 10.000 Likes erhalten. Das Brautpaar bekommt von den Nutzerinnen und Nutzern viel Zuspruch. Ein User schreibt: „Das wird eine Hochzeit sein, die ihr wohl nie vergessen werdet. Ich wünsche euch nur das Beste und hoffe, dass euer Mut belohnt wird.“ Ein anderer Nutzer schreibt: „Eine Hochzeit wie im Film, nur dass das hier leider die Realität ist. Alles Gute, ihr tapferen Menschen.“
Doch nicht alle sind von der Hochzeit begeistert. Ein User schreibt: „Erst schwören sie auf die Liebe und dann greifen sie zur Waffe. Das passt für mich nicht zusammen.“ Eine Nutzerin kommentiert: „Wer liebt, der schießt nicht.“ Doch manch einer schließt für sich auch einen Kompromiss mit der Hochzeit im Krieg: „Herzlichen Glückwunsch an das Brautpaar, aber die Bilder in den Hochzeitskleidern gefallen mir trotzdem besser.“
Ein Nutzer hinterfragt, wie er in solch einer Situation handeln würde: „Ich halte es für fragwürdig, in den Krieg zu ziehen, aber ich wüsste auch nicht, was ich in so einer Situation sonst machen würde. Besonders, wenn einer der beiden nicht flüchten darf.“ Zuletzt entschied auch die Bundesregierung, nun doch Waffen in die Ukraine liefern zu wollen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Facebook/@Orthodox.in.Ukraine/Yaryna Arieva
