Wildtier

Das Raubtier Wolf im Steckbrief: Alter, Gewicht, Lebensraum

Der Wolf fasziniert als größtes Mitglied aus der Familie der Hunde. Hier erhalten Sie alle Informationen rund um Verhalten und Besonderheiten des Raubtiers.

Außergewöhnliches Hörvermögen, ausgezeichnete Fähigkeit im Dunkeln zu sehen und ein äußerst sensibles Riechorgan: Das sind nur drei der faszinierenden Besonderheiten eines Europäischen Grauwolfes. Lange Zeit galt er in Deutschland als ausgestorben, nun ist er zurück. Natürliche Feinde hat das mittlerweile naturgeschützte Raubtier in Deutschlands freier Wildbahn nicht. Dennoch sind Wölfe unter anderem durch Landwirtschaft und Straßenverkehr bedroht. Alle Informationen rund um den Wolf sind in diesem Steckbrief zusammengefasst.

Wissenschaftlicher Name:Canis lupus lupups
Lebenserwartung:bis zu 13 Jahre
Größe:Höhe bis zu 80 Zentimeter, Länge inklusive Rute bis zu 170 Zentimeter
Gewicht:30 bis 50 Kilogramm
Nahrung:Kleinsäuger, Paarhufer

Wolf-Steckbrief mit wichtigen Informationen: Alter, Nahrung und Größe auf einen Blick

Grau-bräunlich gefärbtes Fell, eine schwarze Spitze der Rute, Fachsprech für Schwanz, und hellbraun bis gelbe, schräg stehende Augen sind laut der Deutschen Wildtierstiftung Markenzeichen der in Europa vorkommenden Wölfe. Ihr Kopf ist dunkel und hat helle bis weiße Fellpartien seitlich des Mauls sowie an der Kehle. Als Unterschied zum Schäferhund, mit dem die Wildtiere manchmal verwechselt werden, haben Wölfe eine gerade Rückenlinie. Bei Hunden falle diese zur Rute hin meist ab. Zudem lassen die Raubtiere ihre Rute während des Laufens hängen und fußen im Trab exakt in die Abdrücke ihrer Vorderpfoten, sodass ihre Spur eine gerade Linie ergibt.

Wölfe haben dreieckige, oben abgerundete Ohren, die kleiner sind, als die ihrer Vettern, den Schäferhunden. Dennoch haben sie laut der Deutschen Wildtierstiftung ein außergewöhnliches Gehör. Ein Wolf könne Töne von bis zu 40 Kilohertz hören und somit andere Wölfe auch in mehreren Kilometern Entfernung erkennen. Ein Mensch höre gerade einmal halb so gut, nämlich nur 20 Kilohertz.

Der Geruchssinn eines Wolfs ist laut der Wildtierstiftung ausgezeichnet: Beutetiere und auch Artgenossen können über eine Entfernung von bis zu zwei Kilometern gewittert werden. Auch die Augen von Wölfen – mit einem Blickwinkel von 250 Grad – sind hervorragend. Menschen hingegen haben nur einen Blickwinkel von 180 Grad.

Das Verhalten des Wolfs erklärt: Was sind die Besonderheiten?

Ausgewachsene Europäische Grauwölfe können eine Höhe von bis zu 80 Zentimetern sowie eine Länge von bis zu 170 Zentimetern erreichen. Gemessen wird die Höhe bis zur Schulter sowie die Länge inklusive des Schwanzes, so der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland. Männchen werden meist größer und auch schwerer als Weibchen. Mit 22 Monaten sind junge Wölfe laut Nabu geschlechtsreif. Zwischen Februar und März ist Paarungszeit, auch „Ranzzeit“ genannt. Ein Weibchen trägt neun Wochen lang ihre Wolfsjungen aus. Im April oder Mai werden in der Regel zwischen vier und sechs Welpen geboren. Nach 20 Tagen öffnet der Nachwuchs seine Augen.

Wölfe sind äußerst soziale Tiere und gehen mit ihren Artgenossen starke Bindungen ein, so erklärt es die Deutsche Wildtierstiftung. Finden sich Weibchen und Männchen, bleiben sie oftmals ein Leben lang zusammen. Dass unter Wölfen „Alphatiere“ an der Spitze der Rangordnung eines Rudels stehen, sei ein Mythos.

Ganz im Gegenteil lebt ein Wolf in einer Art Familienverband, dem „Rudel“. Diese bestehen bei frei lebenden Wölfen aus einem Elternpaar und ihrem Nachwuchs. Einmal jährlich bringt ein Wolf Welpen zur Welt. Der Nachwuchs verlässt nach Eintritt der Geschlechtsreife, also nach zwei Jahren, seine Eltern, um ein neues Rudel zu gründen. Alle zum Rudel dazugehörigen Tiere kümmern sich derweil um den neuen Nachwuchs.

Große Territorien: Eingeschränkter Lebensraum und Verkehr bedrohen Wolf

Jedes Wolfsrudel hat sein eigenes Territorium – ein Gebiet, in dem sich alle Tiere eines Rudels bewegen. Laut Wildtierstiftung kann die Größe eines Territoriums bis zu 200 Quadratkilometer umfassen. Die Grenzen des Territoriums werden von den darin lebenden Beutetieren sowie genügend Rückzugsmöglichkeiten für die Wölfe bestimmt. Sobald sie Menschen wittern, ziehen sich die Raubtiere im Normalfall zurück. Sind Wölfe durch die im Territorium lebenden Menschen stark beunruhigt, tauchen die Raubtiere überwiegend in der Dämmerung oder in der Nacht auf. Natürliche Feinde hat der Wolf nicht, allerdings ist er dennoch bedroht.

Die Nahrung des Wolfs besteht zu über 80 Prozent aus Wildschweinen, Rothirschen und vor allem Rehen. Obwohl Nutztiere etwa ein Prozent der Nahrung von Wölfen ausmachen, lenken die Raubtiere durch Schäden, die sie jährlich Nutztieren zufügen, den Zorn der Tierhalter auf sich. Die Zahlen nehmen jährlich zu, so die Deutsche Wildtierstiftung. Vor allem Schafe und Ziegen werden Opfer von Wölfen. Auch die Angst vor Übergriffen auf Menschen wächst in der Bevölkerung, da sich einzelne Tiere in die Nähe von Wohnsiedlungen trauen.

Ist der Wolf eine Gefahr für Menschen? Emotionen sorgen für Ablehnung gegen das Raubtier

Dabei heißt es laut Umweltministerium: „Übergriffe von Wölfen auf Menschen sind sehr selten.“ Wolfsangriffe auf Menschen lassen sich demnach vor allem auf drei Ursachen zurückführen: Tollwut – eine tödlich verlaufende Viruserkrankung – Provokation und Futterkonditionierung. Die hochkochenden Emotionen führen dennoch zu Ablehnung in Deutschland. Trotz seines strengen Schutzes wird der Wolf illegal gejagt und getötet.

Die größte Gefahr für das Raubtier stellt allerdings der Autoverkehr dar. Da vor allem junge Wölfe auf der Suche nach einem eigenen Territorium große Strecken zurücklegen, müssen sie dabei viele Straßen oder Eisenbahnschienen überqueren – das kann tödlich enden. Die Deutsche Wildtierstiftung berichtet, dass alleine zwischen den Jahren 2000 und 2018 in Sachsen 51 Wölfe überfahren worden sind.

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