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Bargeld vor dem Aus: Digitaler Euro auf dem Handy könnte größte Änderung seit der Umstellung bringen

Der digitale Euro könnte das Bezahlen in Europa revolutieren, ob aber das Bargeld dadurch vor dem Aus steht, darf zunächst aber stark bezweifelt werden.

Brüssel – In der EU bahnt sich beim Euro eine drastische Änderung an. Denn abseits von Scheinen und Münzen soll es den Euro künftig auch als digitale Währung geben. Zumindest hat sich der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) nach einer zweijährigen Untersuchungsphase dazu entschieden, den digitalen Euro technisch und rechtlich vorzubereiten und auf lange Sicht umsetzen zu wollen.

Bringt digitaler Euro das Bargeld-Aus? Voraussetzung für Einführung werden geschaffen

Dass der digitale Euro als Zahlungsmittel auch wirklich kommt, ist allerdings noch nicht sicher. Denn Projekt um das digitale Zahlungsmittel kann immer noch gestoppt werden. Die Vorbereitungsphase selbst hat aber bereits begonnen.

Der digitale Euro soll mehr Sicherheit bringen und gleichzeitig das bargeldlose Zahlen in Europa revolutionieren.

Seit dem 1. November 2023 soll diese bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen und die Voraussetzung für die Einführung des digitalen Euro schaffen. Im Fokus steht dabei vor allem, das Regelwerk in eine Form zu gießen und Anbieter für die Entwicklung von Plattformen und der entsprechenden Infrastruktur herauszupicken.

Bargeld vor dem Aus? Was der digitale Euro ist

Doch was soll ein digitaler Euro sein? Für die EZB ist es eine wichtige Maßnahme, um die Währung auf die Zukunft vorzubereiten. Rein praktisch soll der digitale Euro wie Bargeld funktionieren, nur eben, dass man keine Münzen und Scheine mehr in die Hand nehmen muss. Bezahlt wird per Handy, laut EZB ohne zusätzliche Gebühren und mit den höchsten Datenschutzstandards. Aussagen, die offenbar jeden Fünften dazu bewegen könnten, überwiegend mit dem digitalen Euro zu bezahlen.

Da bei vielen Menschen dennoch die Angst vor dem Bargeld-Aus aufkommt, betont die EZB an vielen Stellen, dass der digitale Euro Bargeld nur ergänzen soll und eine Abschaffung des Bargelds als Zahlungsmittel nicht zur Debatte steht. Münzen und Scheine soll es auch weiterhin geben. Was man sich rund um den digitalen Euro bisher ausgedacht hat, ist in einem Bericht zusammengefasst worden. Zudem hat die EZB in der Causa digitaler Euro weitere Schritte beschlossen.

Keine Abschaffung des Bargelds: Umsetzung des digitalen Euro könnte folgendermaßen aussehen

Doch während das Bargeld-Aus keinesfalls in Sternen und eine Abschaffung von Scheinen und Münzen überhaupt zur Debatte steht, nimmt die Umsetzung für die Einführung des digitalen Euro zumindest langsam Formen an. Schließlich soll die digitale Währung von sogenannten Intermediären ausgegeben werden und nicht von der EZB selbst. Die naheliegendsten Institutionen, die so eine Mammutaufgabe mit genügend Vorlaufzeit stemmen können, sind die Banken. Im Grunde dürfte es sich dabei um Banken handeln.

Der digitale Euro soll als ergänzendes Zahlungsmittel zwischen Privatpersonen, an Verkaufsstellen, im Online-Handel und für staatliche Transaktionen fungieren. Dafür soll der Euro in Echtzeit als Zahlungsmittel, online und offline funktionieren.

Bargeld vor dem Aus? Bezahlung mit dem digitalen Euro soll über Smartphone-App

Die Bezahlung soll über eine Smartphone-App laufen, ähnlich wie bei Apple oder Google Pay. Wer kein Smartphone hat, soll den digitalen Euro aber auch nutzen können, etwa über Bezahlkarten.

Darüber hinaus soll ein 1:1-Umtausch von Bargeld in digitale Euro und umgekehrt möglich sein. Dieser Umstand soll auch etwa für Geldautomaten vorgesehen sein.

Digitaler Euro längst nicht fertig: Einige Hürden für das Handy-Zahlungsmittel müssen noch übersprungen werden

Der digitale Euro ist noch längst nicht einsatzbereit, viele wichtige und entscheidende Eckpunkte fehlen noch, aber im Vergleich zum Bargeld soll der digitale Euro einiges bringen. Nichtsdestotrotz sind sich viele Experten in ihren Schätzungen einig, dass man in vier bis fünf Jahren damit bezahlen kann, wenn das Projekt vorbehaltlos weiterverfolgt wird.

Allerdings bereitet nicht der technische Rahmen, sondern auch der rechtliche Aspekt ist längst nicht geklärt. Allerdings gibt es bereits einen Vorschlag, der aber bisher noch keinen weiteren Details über die rechtliche Frage des digitalen Euro preisgibt. Dennoch soll das Gesetzgebungsverfahren in den nächsten Jahren parallel zur technischen Vorbereitung angegangen werden, um die Einführung des digitalen Euro so problemlos wie möglich erfolgen zu lassen.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand / dpa

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