Verbraucher
Achtung Urlauber: Mit diesen dreisten Maschen werden Touristen abgezockt
Auf Reiseportalen locken viele günstige Last-Minute-Buchungen – aber auch Fake-Angebote. Die EU-Verbraucherzentrale warnt jetzt vor einer neuen Betrugsmasche.
Berlin – Für Geschäftsreisen oder bei der Urlaubsplanung Flüge und Hotels über das Internet zu buchen, ist für viele eine gängige Praxis. Es ist zeitsparend, bequem und man kann vor allem flexibel sein. Bitkom zufolge buchen etwa 44 Prozent der Deutschen ihren Urlaub online. Gerade für Kurzentschlossene sind Online-Buchungen eine Möglichkeit, kurzfristig noch günstige Schnapper beim Urlaub zu machen. Aber nicht immer sind Online-Buchungen die beste Wahl. Denn leider ruft das Internet auch Betrüger auf den Plan.
Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) warnt aktuell vor einer bestimmten Betrugsmasche im Internet. Schnell können Verbraucher bei den zahlreichen Angeboten auf unseriöse Anbieter geraten. Vor welcher Masche gewarnt wird und wie Sie sich schützen können, haben wir nachfolgend zusammengefasst.
Achtung Betrugsmasche: Hotelschnäppchen entpuppt sich als Abzocke – so funktioniert sie
Im Internet kursieren unzählige, irreführende Werbeanzeigen, die den Anschein erwecken auf einen direkten Link der Internetseite eines Hotels zu führen. Auf den ersten Blick sehen die Angebote verlockend aus. Die Hotelzimmer scheinen zu einem deutlich günstigeren Preis angeboten zu werden, als im Vergleich zu anderen, gängigen Reiseplattformen. Doch tatsächlich entpuppt sich das als eine dreiste Masche. Das geht aus einer Pressemitteilung des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland hervor.
Wie das EU-Verbraucherzentrum erklärt, werden zu dem günstigen Preis noch mal Servicegebühren von bis zu 100 Prozent aufgeschlagen. Am Ende haben die Reisenden kein Schnäppchen gemacht, sondern den doppelten Preis gezahlt. Das Gefährliche daran: Die Gebühren sind während des Buchungsvorgangs nicht klar erkennbar. Die böse Überraschung erfolgt erst nach Eingabe der Kreditkartenangaben und Erhalt der Rechnung bei abgeschlossener Buchung.
„Dieses Vorgehen ist gemäß den in der EU zum Schutz der Verbraucher geltenden Regeln nicht zulässig. An diese Regeln müssen sich auch Unternehmen mit Sitz außerhalb Europas halten, wenn sie gezielt Verträge mit Verbrauchern aus der EU abschließen möchten“, erklärt Karolina Wojtal, Co-Leiterin des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland. Das Problem beim Ganzen sei jedoch, dass erst nach Vertragsabschluss der Betrug auffällt. Zudem sei es schwieriger gegen Unternehmen vorzugehen, die ihren Sitz außerhalb der Europäischen Union (EU) haben, heißt es weiter.
Urlaubsbetrüger versuchen über Sicherheitslücke an vertrauliche Daten zu kommen
Eine beliebte Online-Reiseagentur für Buchung von Reiseunterkünften sowie Flügen und Mietwagen ist booking.com. Doch anscheinend versuchen Betrüger auch über Sicherheitslücken an Daten von Reisenden zu kommen. Anbieter warnen Reisende daher vor Betrugsmaschen per WhatsApp. Demnach würden Reisende weder per WhatsApp, einem anderen Messenger-Dienst noch über SMS kontaktiert. Zudem werden sie auch nicht per E-Mail oder Nachricht über das Booking.com-Postfach aufgefordert, auf einen externen Link zu klicken und Kreditkartendaten sowie andere persönliche Daten mitzuteilen.
Setzen Sie sich in solchen Fällen mit Ihrem Anbieter direkt in Verbindung. Denn: Erhalten Sie unaufgefordert private Nachrichten über Last-Minute-Angebote oder ähnliches, handelt es sich meist um Fake-Angebote.
Achtung Betrugsmasche: So können Sie sich vor einer Abzocke schützen
Damit Verbraucher erst gar nicht Opfer einer Betrugsmasche werden, gibt das EU-Verbraucherzentrum Tipps und Hinweise, wie man sich gegen Betrugsmaschen schützen kann:
- Buchen Sie bei Ihren bekannten und vertrauten Anbietern.
- Googeln Sie den Anbieter. So können Sie herausfinden, welche Erfahrungen andere Reisende mit dem Portal gemacht haben. Bedenken Sie: Positive Rezensionen können gekauft werden. Ob eine Bewertung ehrlich und glaubwürdig ist, lässt sich nur schwer erkennen. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl und seien Sie kritisch.
- Nicht künstlich unter Druck setzen lassen. Häufig üben Anbieter künstlichen Druck aus, zum Beispiel: „Nur noch drei Sitzplätze verfügbar“. Dadurch soll der Anschein erweckt werden, dass Sie sofort zuschlagen müssen.
- Bei Suchläufen im Internet erscheinen Werbeanzeigen an erster Stelle. Bedenken Sie, dass es sich um bezahlte Werbung handelt und nicht um das, nach dem Sie gerade gesucht haben. Tipp: Ein Adblocker kann verhindern, dass diese Ergebnisse bei einer Suche im Internet angezeigt werden.
- Vergleichen Sie die Preise. Nutzen Sie ein Preisvergleichsportal, um den günstigsten Zimmerpreis aller Anbieter zu finden. Gleichen Sie diesen wiederum mit dem direkt vom Hotel angebotenen Zimmerpreis ab. Denn oft bietet das Hotel selbst günstigere Preise. Achten Sie außerdem auf Zusatzkosten.
- Achten Sie vor Abschluss der Buchung auf den Endpreis. Im letzten Schritt können Gebühren hinzugefügt werden, mit denen Sie nicht rechnen und die Sie daher übersehen könnten.
- Vermeiden Sie Doppelbuchungen. Wurde der Buchungsvorgang abgebrochen oder hat sich dieser aufgehängt, sollten Sie auf keinen Fall sofort nochmals buchen. Setzen Sie sich mit dem Buchungsportal in Verbindung.
Nach jeder angeschlossenen Buchung sollten Verbraucher Abbuchungen auf ihrem Konto im Blick behalten und ihre Kreditkartenabrechnung prüfen. Sollten falsche Beträge abgebucht worden sein, besteht die Möglichkeit, mit dem Chargeback-Verfahren das Geld zurückzuholen. (Vivian Werg)
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