Keine nachhaltige Entspannung?

Schlecht erholt aus dem Urlaub? So geht es rund 43 Prozent der Berufstätigen, laut Studie

Vorbereitung vorher, Arbeit aufholen nachher – für einige Arbeitnehmer ist Urlaub keine Erholung. Das zeigt eine aktuelle Studie der Krankenkasse Pronova BKK.

Vom Alltag abschalten, die Seele in der Natur baumeln lassen und sich nicht um die Arbeit kümmern – da muss man doch einfach entspannt sein, oder? Das Gegenteil ist der Fall – einige Arbeitnehmer sind vorab gestresst und bereiten an ihrem Arbeitsplatz Aufgaben vor. Dafür machen sechs von zehn Arbeitnehmern durchschnittlich rund acht Überstunden. Und nach dem Urlaub geht es ähnlich weiter – 43 Prozent der Berufstätigen kommen schlecht bis mittelmäßig erholt aus dem Urlaub zurück. Das ist ein Teil der Ergebnisse der Studie „Arbeit und Erholung 2024“, die von der Krankenkasse Pronova BKK in Auftrag gegeben wurde.

Kaum Erholung nach dem Urlaub und Belastung vor- und nachher

Erholung nach dem Urlaub? Einige Arbeitnehmer arbeiten vorher und nachher mehr.

24 Prozent der Befragten kehren wenig erholt aus dem Urlaub zurück, weitere 19 Prozent hätten sich nur mäßig erholt – daraus ergeben sich 43 Prozent, die sich durch ihren Haupturlaub nicht genug erholen können. Aufgeschlüsselt wurde auch die Belastung vor und nach dem Urlaub – Unterschiede gibt es ebenso bei den verschiedenen Generationen.

Arbeitnehmer gesamtArbeitnehmer Gen Z (18 bis 29 Jahre)
Belastung vor dem Urlaub sehr stark19 Prozent26 Prozent
Belastung vor dem Urlaub eher stark41 Prozent42 Prozent
Gesamt60 Prozent66 Prozent

Von der Generation Z leisten die Arbeitnehmer durchschnittlich 8,8 Stunden Mehrarbeit vor einem bevorstehenden Urlaub. Am meisten Überstunden machen allerdings die 30- bis 39-Jährigen. Sie leisten im Durchschnitt 9,9 Stunden Mehrarbeit vor dem Urlaub, wie aus dem Auszug der Studie „Arbeit und Erholung 2024“, der IPPEN.MEDIA vorliegt, hervorgeht. Auch nach dem Urlaub müssen einige Arbeitnehmer mehr arbeiten. Rund 28 Prozent der Generation Z arbeiten zwischen sechs und zehn Stunden mehr, ebenso sieht es bei Arbeitnehmern zwischen 30 und 39 Jahren aus. In der Pressemitteilung informiert Pronova BKK, dass letztere mit durchschnittlich 20 Stunden am meisten Vor- und Nacharbeit leisten.

Ein gutes Selbst- und Zeitmanagement ist entscheidend, damit es vor und nach dem Urlaub nicht zur Überlastung kommt.

Patrizia Thamm, Referentin Gesundheitsförderung bei der Pronova BKK

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Zeitmanagement erlernen: Mehrere Methoden helfen

Um sich selbst ein besseres Zeitmanagement zu verpassen, können verschiedene Methoden helfen. Darunter beispielsweise die Pomodoro-Methode, bei der Arbeiten in bestimmten Zeitfenstern mit anschließender Pause eingeteilt werden. Helfen kann allerdings auch die ABC-Methode, dabei werden Aufgaben priorisiert – unwichtige Aufgaben sind in Kategorie C.

Gehaltsreport 2024: In diesen zehn Berufen verdient man am meisten

Arzt bei der Arbeit
1. Ärzte: Ganz vorne im Ranking stehen Mediziner. Ihr Bruttomediangehalt beträgt 94.750 Euro. Bereits in den Vorjahren führten Ärzte den Gehaltsreport an. © Uwe Umstätter/IMAGO
Finanzexpertin bei der Arbeit
2. Bank-, Finanz- und Versicherungsexperten: Deutlich abgeschlagen auf Platz zwei stehen die Berufsgruppen Banken und Versicherungen. Ihr durchschnittliches Bruttogehalt beträgt 57.000 Euro.  © IMAGO
Ingenieure bei der Arbeit
3. Ingenieure.jpg © IMAGO
Unternehmensberater bei der Arbeit
4. Unternehmensberater/Consultants: In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Beratungsleistungen stetig gestiegen. Das macht sich am Gehalt von Consultants bemerkbar. Mit einem Bruttomediangehalt von 54.000 Euro stehen sie auf Platz vier. © IMAGO
ITler bei der Arbeit
5. ITler: Deutschland hat mit einem Mangel an Fachkräften zu kämpfen. Umso lohnender ist die Vergütung für IT-Spezialisten. Mit 54.000 Euro verdienen sie genauso viel wie Unternehmensberater.  © IMAGO
Junge Frau bei der Arbeit im Büro
6. Marketing- und PR-Experten: Mit Werbung lässt sich nicht schlecht Geld verdienen. Durchschnittlich 50.000 Euro brutto verdienen Angestellte in diesem Berufssektor.  © IMAGO
Junge Frau schüttelt Hände ihres Gegenüber bei einem Business-Meeting
7. Personaler: Der Bereich Human Ressources ist vor allem für große Unternehmen sehr wichtig. Im Schnitt werden Personaler mit einem Bruttogehalt von 45.500 Euro vergütet.  © IMAGO
Geschäftsmann telefoniert im Büro
8. Vertriebler: Platz acht im Ranking geht an Sales-Mitarbeiter. Ihr Bruttomediangehalt beträgt 43.000 Euro © Yuri Arcurs /IMAGO
Eine Elektrikerin bei der Arbeit
9. Handwerker.jpg © IMAGO
Krankenschwester fährt eine Frau im Rollstuhl durch den Krankenhausflur
10. Angestellte im Gesundheits- und Sozialwesen.jpg © Unai Huizi/IMAGO

Mindestens 15 Tage frei?

Die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, dass sich der Studie zufolge knapp die Hälfte (49 Prozent) der Befragten für den Haupturlaub mindestens 15 Tage freinimmt. In der Zeit spielt der Job bei einigen dennoch eine große Rolle ein. So sollen die Hälfte der Teilnehmer die Mails im Urlaub checken und knapp zwei Drittel würden im beruflichen Zusammenhang kontaktiert.

Erholung nach dem Urlaub?

Aus der Studie geht hervor, dass unter 30-Jährige durchschnittlich weniger gut erholt aus dem Urlaub kommen als der Durchschnitt. Insgesamt würden 57 Prozent der Arbeitnehmer erholt aus dem Urlaub kommen, bei den unter 30-Jährigen seien dies 48 Prozent, so ein Ergebnis der Studie.

Kann man nicht abschalten, folgt die Krankheit

In den ersten Tagen des Urlaubs werden Sie krank? Das Phänomen heißt Leisure Sickness und betrifft mehr Arbeitnehmer, als man vielleicht denkt. 36 Prozent aller Befragten der Studie „Arbeit und Erholung 2024“ gaben an, dass sie schon häufiger an den ersten Urlaubstagen erkrankt sind. Bei der Generation Z war dies fast jeder Zweite (48 Prozent). Sind Betroffene allerdings arbeitsunfähig erkrankt, ist es möglich, sich die wertvollen Urlaubstage zurückzuholen.

Informationen zur Studie

Untersucht wurde in „Arbeit und Erholung 2024“, wie sich das Arbeitsleben auf den Urlaub von Arbeitnehmern auswirkt. Online wurden 1.202 Arbeitnehmer ab 18 Jahren befragt – der Befragungszeitraum beläuft sich auf April 2024. Die vollständige Studie wird voraussichtlich im August 2024 veröffentlicht.

Ippen.Media liegt aktuell ein Auszug der Studie vor (Stand 9. Juli).

Rubriklistenbild: © Monkey Business 2/Shotshop/Imago

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