Schraube locker?

Auto winterfest machen: Müssen Radmuttern nach Reifenwechsel ausgetauscht werden?

Wer seine Reifen jetzt selbst winterfest machen will, sollte ein paar Dinge bei der Montage beachten. Vor allem bei den Radmuttern ist Vorsicht geboten.

Bremen ‒ Für Autofahrer ist der Reifenwechsel von Sommer- auf Winterreifen obligatorisch. Diese situative Winterreifenpflicht ist in § 2 Abs. 3a der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. Darin heißt es: „Der Führer eines Kraftfahrzeuges darf dies bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die unbeschadet der allgemeinen Anforderungen an die Bereifung den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs- Zulassungs-Ordnung genügen.“

Schließlich ist die richtige Bereifung so etwas wie eine eigene Lebensversicherung für Autofahrerinnen und -fahrer – nicht nur in der kalten Jahreszeit. Drei Modelle fallen im ADAC-Winterreifentest komplett durch. Doch selbst die richtigen Reifen zur falschen Jahreszeit erhöhen laut den Experten von Bußgeldkatalog.org das Unfallrisiko. Montierte Winterreifen beispielsweise führten im Sommer zu einem längeren Bremsweg. Deshalb sollten die Reifen immer rechtzeitig gewechselt werden, um sicher unterwegs zu sein. Doch nicht nur die Jahreszeit spielt für den Wechsel eine entscheidende Rolle.

Auto winterfest machen: Reifen auf Schäden überprüfen und Muttern nachziehen

Viele Fahrerinnen und Fahrer wechseln die Reifen ihres Vehikels oftmals selbst. Wer daher sicher auf der Straße und in den Kurven unterwegs sein möchte, sollte bereits benutzte Refien auf Schäden überprüfen, raten Experten des Verkehrsclubs ADAC.

Das ist beim Reifenwechsel zu beachten:

  • Zeitpunkt: „Oktober bis Ostern“ ist ein guter Anhaltspunkt für den Reifenwechsel von Sommer- auf Winterreifen
  • Lagerung: Reifen sollten - trocken, kühl, hängend oder liegend und geschützt vor Sonneneinstrahlung und Hitze - gelagert werden
  • Material: Radschrauben sollten keine Schäden aufweisen
  • Sauberkeit: Die Gewinde der Schraubverbindungen und die Auflageflächen müssen sauber und frei von Rost sein
  • Schmierstoffe: Gewinde sollten grundsätzlich nicht geschmiert werden
  •  Tipp: Bereits benutzte Reifen sollten auf Schäden überprüft werden
  • Quelle: ADAC Verkehrsclub

Auch Schrauben und Radmuttern sollte keine Schäden aufweisen. So sollten Radmuttern gegebenenfalls laut ADAC ausgetauscht oder nach dem Wechsel der Reifen nachgezogen werden. Die allgemeine Empfehlung ist laut TÜV Süd, die Radmuttern nach der Montage nachzuziehen, wenn man mit den gewechselten Reifen etwa 50 bis 100 Kilometer gefahren ist. Allerdings würden Raschrauben nicht mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen, bemängelt der TÜV Süd einen häufigen Fehler beim Reifenwechsel.

Auto winterfest machen: Schraube locker? Auch zu fest sitzende Schrauben belasten das Material

„Zu locker ist hierbei genauso schlecht wie zu fest. Bei zu leicht angezogenen Schrauben kann sich das Rad während der Fahrt lösen“, so der TÜV Süd. Zu fest angezogene Radschrauben belasteten das Material von Rad bzw. Felge und Radschrauben samt Bolzen und ließen sich beim nächsten Räderwechsel schlechter lösen. Wenig ratsam ist es dabei, sich dabei auf sein Gefühl zu verlassen. Die TÜV-Experten raten daher „einen kalibrierten Drehmomentschlüssel zur Hand zu nehmen“.

Die Welt dreht sich immer schneller, die Nachrichten überschlagen sich: Sie wollen immer auf dem Laufenden sein? Dann haben wir eine Vielzahl an Apps für Sie parat. Sie müssen sich nur noch die für Sie passende(n) herunterladen - und so geht es.

Auto winterfest machen: Schrittweise beim Reifenwechsel vorgehen und Schrauben überprüfen. (Symbolbild)

So gelingt der Reifenwechsel schrittweise:

  1. Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen bzw. Automatik-Wählhebel in Stellung „P“ bringen
  2. Radkappe (soweit vorhanden) abziehen. Radmuttern oder -bolzen zunächst etwa eine Viertel Umdrehung lösen
  3. Wagenheber an der korrekten Stelle des Unterbodens ansetzen
  4. Fahrzeug anheben bis die Montagehöhe erreicht ist
  5. Radmuttern ganz abschrauben
  6. Rad abnehmen und unter das Fahrzeug legen
  7. Das Rad, das in der Vorsaison auf der Vorderachse angebracht war, kommt auf die Hinterachse und umgekehrt. So wird das Profil möglichst gleichmäßig abgenutzt
  8. Bei der Montage die Rollrichtung der Reifen beachten. Sie wird mit einem Pfeil auf der Reifenflanke angezeigt
  9. Vor dem Aufstecken des neuen Rades die Radauflageflächen reinigen und einen Kontrollblick auf Bremsscheiben und Bremsbeläge werfen
  10. Abgenommenes Rad unter dem Fahrzeug hervorholen
  11. Auto soweit herunterlassen, dass der Reifen gerade am Boden aufsteht
  12. Radmuttern über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen
  13. Quelle: Verkehrsclub ADAC

Darüber hinaus sollten die Fahrerinnen und Fahrer nach dem Radwechsel auch noch den Luftdruck der Reifen überprüfen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamt passieren rund 1000 Unfälle jährlich wegen der Bereifung (Stand 12. Juli 2023). Autobild.de führt als Grund dafür an, dass der Luftdruck in den Reifen gerne mal vernachlässigt und zu selten oder gar falsch kontrolliert werde, weil die Autofahrer nicht wissen, welcher Wert für die eigenen Reifen der richtige sei. „Der richtige Luftdruck in den Reifen führt zu Problemen, die vermieden werden können.“

(sthe)

Rubriklistenbild: © Rüdiger Rebmann/imago

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Kommentare