Für Nah- und Regionalverkehr

49-Euro-Ticket: Jeder Zehnte hat schon das Deutschlandticket gekauft

Start des Deutschlandtickets ist der 1. Mai, doch schon jetzt hat jeder Zehnte in Deutschland einer Umfrage zufolge das vergünstigte Abo abgeschlossen. Tendenz steigend.

Syke - Das Deutschlandticket gilt ab dem 1. Mai, doch die Vorbestellungen und Vorverkäufe laufen bereits. Die vergünstigte Monatsfahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel soll die Geldbeutel der Verbraucher schonen, aber auch die Verkehrswende in Deutschland vorantreiben. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa)* gibt nun Hinweise darauf, wie erfolgreich das 49-Euro-Ticket werden könnte.

Jeder Zehnte hat bereits das Deutschlandticket für Nah- und Regionalverkehr gekauft

Schon vor dem offiziellen Start haben einer am Samstag veröffentlichten Umfrage von Yougov zufolge elf Prozent der Befragten das Deutschlandticket für den Nah- und Regionalverkehr gekauft – und damit mehr als jeder Zehnte. Angaben der Deutschen Bahn zufolge seien seit dem Verkaufsstart bereits 500.000 Tickets verkauft worden. „Und es werden täglich mehr. Das ist ein großer Erfolg“, sagte Evelyn Palla, im Vorstand der Deutschen Bahn für den Regionalverkehr zuständig, der dpa. 44 Prozent der Befragten wollen das Abo als Handyticket nutzen, 31 Prozent entscheiden sich für die Chipkarte.

Jeder zehnte Mensch in Deutschland hat bereits das Deutschlandticket für den Nah- und Regionalverkehr gekauft, wie eine Umfrage ergab (Stand: 22. April 2023).

Rund 15 Prozent wollen der Umfrage zufolge das Abo in Zukunft noch abschließen, 14 Prozent sind sich noch unsicher. Klar gegen einen Kauf sprachen sich 57 Prozent der Befragten aus. Rund jeder Dritte (28 Prozent) der Menschen, die das Deutschlandticket nicht lösen wollen, gaben schlecht ausgebauten Nahverkehr in ihrer Region als Begründung an. Etwa zwei Drittel (72 Prozent) hingegen nutzen den öffentlichen Personennahverkehr eigenen Angaben zufolge gar nicht.

So funktioniert das 49-Euro-Ticket – und so bekommen es Verbraucher noch günstiger

Das Deutschlandticket gilt ab dem 1. Mai, doch schon seit Wochen können es Menschen in Deutschland vorbestellen oder kaufen. Dafür müssen sie ein Abo abschließen, das aber monatlich kündbar ist.

Arbeitnehmer erhalten den Fahrschein günstiger, sofern ihr Arbeitgeber einen Teil des Kaufpreises dazusteuert. Sind es mindestens 25 Prozent des Preises, gibt es einen Rabatt von fünf Prozent. Verbraucher zahlen dann nur 34,30 Euro – oder sogar weniger, wenn der Arbeitgeber einen größeren Anteil übernimmt.

Bringt das Deutschlandticket die Verkehrswende?

Die Klimaschützer der „Letzten Generation“ fordern als Maßnahme der Bundesregierung unter anderem ein dauerhaftes Neun-Euro-Ticket. Umweltschützer und Politiker sind sich demnach offenbar in einem Punkt einig: Ein vergünstigtes Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland kann den Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel fördern und damit CO₂ einsparen. Doch Verkehrsexperten zufolge reicht ein erschwinglicher Preis für den Fahrschein alleine nicht aus. Auch das ÖPNV-Angebot muss attraktiv genug sein. „Das schönste Ticket nützt nichts, wenn der Bus nicht mehr kommt“, bringt es etwa der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) auf den Punkt.

Wenn zu wenige Busse und Bahnen fahren oder bestimmte Orte nicht ans Verkehrsnetz der Öffentlichen angebunden sind, gibt es für viele Verbraucher oftmals keine Alternative zum Auto. Das Nahverkehrsnetz auf dem Land muss also vielerorts noch ausgebaut werden. Mobilitätsexperten wie etwa Jürgen Follmann, Professor an der Hochschule Darmstadt, glauben, dass etwa urbane Seilbahnen den ÖPNV in Deutschland umweltschonend und kosteneffizient ergänzen können. Zudem sei ein mehrstufiges System erforderlich, da selbst das 49-Euro-Ticket für manche Menschen noch zu teuer sei. Der öffentliche Nahverkehr sei zudem nur die eine Seite der Verkehrswende, sagte Follmann der tagesschau. Man müsse Verbraucher auch dazu bringen, insgesamt mehr zu Fuß zu gehen oder Rad zu fahren.

*Umfragen stellen immer Momentaufnahmen dar. Der Befragungszeitraum lief vom 18. bis 20. April 2033, die Umfrage von Youtgov im Auftrag von dpa erfolgte via Online-Interviews. Das Meinungsforschungsinstitut befragte Menschen ab 18 Jahren in Deutschland bevölkerungsrepräsentativ zum Deutschlandticket.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Christian Ohde

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