Verbraucherzentrale gibt Tipps
Temu klagt wegen Betrug durch Fake-Shops – So erkennen Sie kriminelle Seiten im Netz
Der Online-Handel ist für Betrug besonders anfällig. Das bekommt auch der Marktplatz Temu zu spüren – und wehrt sich juristisch dagegen.
München – Mitte August war die Temu-App der Website Appfigures zufolge die am häufigsten heruntergeladene Gratis-App bei Google Play und im Apple-Store in Deutschland. Spätestens da war der chinesische Online-Marktplatz mit seinen Billigangeboten etabliert. Inzwischen ist Temu in mehr als 40 Ländern erfolgreich.
Betrug beim Online-Shopping: Temu reicht in den USA Klage wegen Fake-Shops ein
Doch mit dem Erfolg ist es so eine Sache: Daran wollen viele teilhaben, auch Betrüger. Und davon scheint es bei der E-Commerce-App inzwischen viele zu geben. Zwar betont das Unternehmen, dass es nicht selbst als Verkäufer auftritt, sondern Händlern nur seinen Marktplatz als Plattform zur Verfügung stellt, doch offensichtlich sorgt man sich zunehmend um das Ansehen. Daher reichte Temu in den USA eine Markenrechtsklage ein.
Es geht um Betrug mit gefälschten Apps und Websites, schreibt die Ratgeberseite Chip. Die Masche: Verbraucher werden auf Seiten geleitet, die der echten Temu-Seite täuschend ähnlich sind. So wollen sie Kundendaten und Zahlungsinformationen ergaunern. Erst kurz vor dem Kaufabschluss werden Kunden dabei auf den Fakeshop umgeleitet.
Fake-Shops im Internet erkennen: Verbraucherzentrale gibt Tipps
Fakeshops sind im Online-Handel inzwischen schwer zu erkennen, warnt die Verbraucherzentrale. Internet-Betrüger werden immer abgebrühter. Seiten wirken seriös und suggerieren damit Echtheit. Durch professionelle Bilder erschleichen sich Fakeshops das Vertrauen von Kunden. Auch bei Temu müssen sich Verbraucher vor vielen Fallen in Acht nehmen. Die Verbraucherzentrale weiß, wie man Fakeshops im Internet erkennt.
Ein starkes Indiz ist etwa ein vermeintlich besonders günstiger Preis für ein Produkt. Kunden sollten sich fragen, ob es realistisch erscheint, den Artikel zu solch einem Preis zu bekommen. Was in dem Fall nicht ganz einfach ist, da extrem günstige Preise Teil des angestrebten Images von Temu ist. Wichtig sei es daher auch, einen Preisvergleich anzustellen.
Kundenbewertungen, gefälschte Gütesiegel, AGB: Viele Ungereimtheiten können auf Fake-Shop hindeuten
Vorsicht ist auch bei Kundenbewertungen geboten. Häufen sich Lobeshymnen, während es andererseits Kommentare gibt, die auf Betrug hinweisen, kann das auf einen Fakeshop hinweisen. Bei Gütesiegeln wie „Trusted Shops“ sollte man sich immer durch einen Klick auf das Siegel von der Echtheit überzeugen. Führt der Link nicht zum Siegel-Betreiber, ist eine Fälschung wahrscheinlich.
Auch AGB können auf Betrug hinweisen. Wahrscheinlich ist dieser, wenn die Ausführungen in schlechtem Deutsch verfasst sind. Diese wurden dann mit einem Übersetzungsprogramm generiert. Ein fehlendes Impressum identifiziert ein Shop garantiert als Fake. Ist es lückenhaft – ein Impressum muss unter anderem die Adresse, einen Vertretungsberechtigten und eine E-Mail-Adresse enthalten –, sind Zweifel angebracht.
Zahlungsweise gibt Hinweis auf Fakeshop
Die Verbraucherzentrale rät Verbrauchern auch, auf die Internetadresse zu achten, sofern sie bekannt ist. Enthält sie etwa eine Erweiterung nach dem „.de“ einer deutschen Domain, sollte man skeptisch sein. Auch, wenn die Adresse überhaupt nicht zum Inhalt oder Angebot der Seite passt. Ein neuer, digitaler Detektor soll Online-Käufer künftig vor Fake-Shops schützen.
- Hinweise für einen Online-Fakeshop in Stichpunkten:
- Fehlendes oder lückenhaftes Impressum
- Keine kundenfreundliche Zahlungsweise
- Unrechtmäßige Gütesiegel
- Extrem günstiger Preis
- Auffällige Internetadresse
- Stark abweichende Kundenbewertungen
- AGB in schlechtem Deutsch
Schließlich liefert auch die Zahlungsweise einen Hinweis auf einen Fakeshop. Kann man online etwa nur mit Vorkasse, per Sofort-Überweisung oder mit einem Gutschein bezahlen, sollte man sich schwer überlegen, ob man dort bestellt. Wer nicht sicher ist, ob ein Shop seriös ist, kann dies kostenlos mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale überprüfen. In Deutschland warnte auch die Verbraucherzentrale NRW vor Temu. (mt)
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