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Gen Z nach der Bundestagswahl: Expertin zeigt, was für junge Menschen jetzt wichtig ist
Die Politik der nächsten Jahre wird die Zukunft junger Menschen prägen. Laut einer Expertin verfehlen vor allem große Parteien die Interessen der Gen Z.
Berlin – Die CDU hat die Bundestagswahl gewonnen. Schaut man sich allerdings an, wer für die Partei gestimmt hat, zeigt sich, dass der Erfolg vor allem auf ältere Generationen zurückzuführen ist. Bei jungen Wählern schneiden andere Parteien besser ab: Die Linke wurde mit 24 Prozent die stärkste Kraft in der Gruppe der unter 30-Jährigen. Auch unter Erstwählern verzeichnete die Partei Erfolge. Die AfD erreichte in dieser Altersgruppe 21 Prozent.
Das Ergebnis deutet auch darauf hin, dass die größeren Parteien die Interessen junger Menschen nicht ausreichend vertreten. Schon während des Wahlkampfs spielten sie eine untergeordnete Rolle. „Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass ihre Probleme nicht ernst genommen werden und dass politische Maßnahmen an ihrer Lebensrealität vorbeigehen“, erklärt der Jugendforscher Simon Schnetzer gegenüber der Zeit. Das liegt auch daran, dass sie eine kleinere Wahlgruppe ausmachen: Bei der Bundestagswahl 2025 waren etwa 13 Prozent der Wahlberechtigten unter 30 Jahre alt.
Steigende Kosten treffen junge Menschen besonders schwer: Darauf kommt es jungen Menschen nun an
Die Beraterin Ronja Ebeling kennt die Sorgen der Generation Z und weiß damit auch, was sich für sie bessern muss. Sie setzt sich in ihrer Arbeit für Generationengerechtigkeit ein. Ihr zufolge seien besonders die Folgen der Inflation derzeit ein wichtiges Thema: „Junge Menschen stehen durch die steigenden Lebenshaltungskosten massiv unter Druck – insbesondere, wenn sie nicht mehr zu Hause wohnen. Allein 2023 sind die Mieten für eine Studierendenwohnung im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 6,2 Prozent gestiegen“, erklärte sie im Interview mit der Wirtschaftswoche kurz vor der Wahl.
Das beeinträchtige die Zukunftschancen junger Menschen: „Ein Drittel aller Studierenden haben weniger als 800 Euro im Monat zur Verfügung, aber nur zwölf Prozent beziehen Bafög. Steigen die Löhne der Eltern, rutschen mehr Studierende aus dem Kreis der Förderberechtigten – auch wenn gleichzeitig die Lebenshaltungskosten steigen und die Studierenden und ihre Familien unterm Strich nicht weniger bedürftig geworden sind.“
Die Jugendwahlstudie 2025 des Augsburger Institut für Generationenforschung zeigt, dass die Gen Z deutlich mehr Zukunftsangst hat als vorherige Generationen. Auch demnach tragen steigender Stress und drohender Wohlstandsverlust maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.
Beraterin klärt zu Gen Z auf: CDU verfehlt Bedürfnisse junger Wähler
Laut Ebeling gehe das Wahlprogramm der CDU aber teilweise an den aktuellen Bedürfnissen junger Wähler vorbei. In Bezug auf junge Menschen legt die Partei vor allem Wert auf die Sicherung der Rente. Doch Ebeling zufolge ist das derzeit noch nicht relevant für sie: „Das Thema Rente ist für Menschen unter 20 nicht greifbar genug.“ Auch beim Deutschlandticket droht der CDU, ein Fehltritt. „Das Deutschlandticket war ein großer Punkt, der junge Berufseinsteiger entlastet hat.“ Die CDU hat sich dazu nicht klar positioniert, es gab aber Überlegungen, es abzuschaffen. Im Wahlprogramm der Partei taucht das Deutschlandticket gar nicht erst auf.
Diese bekannten Politiker sitzen jetzt nicht mehr im Bundestag
Ein weiteres zentrales Thema, das im Wahlkampf kaum Beachtung fand: die Bildung. „Der Wirtschaftsstandort Deutschland verliert an Kraft – doch kaum jemand verknüpft das mit fehlenden Bildungsinvestitionen. Wenn wir hier nicht ansetzen, haben wir langfristig ein Problem“, warnt Ebeling. (jus)