Umgang mit KI lernen
In Zeiten von KI: Welche Fähigkeiten Kinder in Zukunft brauchen
Künstliche Intelligenz wird in der Berufswelt künftig eine große Rolle spielen. Welche Fähigkeiten Kinder für den Umgang mit KI brauchen und wie Eltern dabei unterstützen können.
Kinder von heute wachsen mit elektronischen Geräten wie Tablets und Smartphones auf. Meist wissen schon die Kleinsten, wie man durch Fingerwischen auf dem Handy zum nächsten Foto kommt und in der Schule gewinnen digitale Medien immer mehr an Bedeutung. Auch die Zukunft und Berufsmöglichkeiten heutiger Kinder werden sich von denen früherer Generationen unterscheiden – und damit die Fähigkeiten, die Kinder in ihrem späteren Berufsleben brauchen.
Vor allem in Mathematik haben viele Kinder Schwierigkeiten
Ein Blick auf die Ergebnisse der letzten PISA-Studie ist ernüchternd: Beim internationalen Leistungsvergleich schnitten deutsche Schüler so schlecht ab, wie noch nie. Besonders in Mathematik gab es Defizite (bei 30 Prozent), im Lesen hatten 26 Prozent geringe Kompetenzen und in Naturwissenschaften rund 23 Prozent. Als möglichen Grund sehen Experten die Schulschließungen während der Corona-Pandemie sowie sozioökonomische Faktoren, wie vermehrte Zuwanderung.
Mathematik hilft, Algorithmen zu verstehen
Das Problem: Gerade Mathematik könnte in Zeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) immer mehr an Bedeutung gewinnen. Denn wer Algorithmen und Social-Media-Plattformen verstehen möchte, braucht Informatikkenntnisse. Und für Informatik Mathematik. Für viele Kinder scheint Mathe jedoch nach wie vor ein Angstfach zu sein.
Das bestätigt auch Fredrik Harkort, Gründer und Betreiber des Coaching- und Nachhilfe-Angebots „Cleverly“ gegenüber welt.de: „Das am meisten nachgefragte Fach bei Nachhilfe ist Mathematik“, sagt er. „Wir müssen es schaffen, im Fach Mathematik eine Lebenswirklichkeit herzustellen“. Und: „Das heißt, wir müssen versuchen, Mathe – speziell für die Jüngeren – spielerisch zu vermitteln, um Aversion oder Angst entgegenzuwirken.“
Computer und Tablets könnten Mathe-Unterricht attraktiver machen
Eltern könnten laut dem Experte ihre Kinder unterstützen, indem sie im Alltag – etwa beim Backen oder Kochen – Zahlen und das Rechnen mit Maßeinheiten vermitteln. Und Lehrer könnten das Interesse der Schüler an sozialen Plattformen wie TikTok und YouTube nutzen. Etwa, indem sie die dahinterstehenden Algorithmen erklären.
Wichtig sei, KI nicht zu verteufeln, so Harkort. „KI ist da – und sie geht nicht wieder weg. Wir müssen sie also auch in der Schule als Teil unseres Lebens akzeptieren, verstehen, wie sie funktioniert – um dann angstfrei und verantwortungsbewusst damit umzugehen“.
Kinder und Jugendliche für Datenschutz sensibilieren
Dazu gehört auch, Kinder und Jugendliche für die Risiken von KI-Systemen zu sensibilisieren. Denn viele KI-Tools fragen kein Alter ab, ahmen menschliche Kommunikation nach und erlauben es, Bilder zu manipulieren, mahnt die Nationale Plattform zur Förderung von Medienkompetenz der Schweiz („jugendundmedien.ch“).
Kinder könnten deshalb in Kontakt mit nicht altersgerechten Inhalten kommen oder im schlimmsten Fall mit manipulierten Inhalten erpresst oder gemobbt werden (sogenanntes Cyberbullying oder Cybermobbing).
Eltern sollten deshalb:
- In Austausch mit dem Kind stehen: KI-Systeme erklären, Beispiele anschauen.
- Das Kind altersgerecht begleiten: Im Blick haben, welche KI-Systeme angewendet werden und kreative KI-Tools zur Gestaltung von Fotos, Videos und Musik gemeinsam nutzen.
- Über Risiken aufklären: Bewusstsein dafür schaffen, dass Inhalte manipuliert sein können und KI-Systeme sensible Daten sammeln. Tools zeigen, die Fake News erkennen, Ansprechpartner sein, wenn das Kind Fragen hat oder auf etwas Unangenehmes stößt.
- Vorsicht bei Smart Toys: Hier kann es Sicherheitslücken geben, etwa über Bluetooth-Verbindungen, über die Dritte unbemerkt auf Kamera und Mikrofon zugreifen können.
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