Mobbing im Alltag
12 schlimme Erfahrungen, die Lehrkräfte und Schüler in der Schule gemacht habe
Oft werden Schüler und Schülerinnen, aber auch die Lehrkräfte im Schulalltag Opfer von Mobbing oder anderen Formen von physischer und verbaler Gewalt.
Hinweis: In diesem Artikel werden Themen wie Mobbing sowie physische und verbale Gewalt behandelt.
Eigentlich sollten Kinder gerne in die Schule gehen und sich auf den Unterricht, aber auch auf die Pausenzeit freuen können. Der Alltag sieht für viele aber leider ganz anders aus, weil sie von ihren Mitschülern und Mitschülerinnen oder sogar von den Lehrkräften geärgert, gemobbt oder sogar physisch angegriffen werden.
Beispiele haben wir bereits in vergangenen Artikeln gesammelt und diese reichen von Menschen, die von ihren Erfahrungen mit Mobbing berichten, bis zu Schilderungen davon, wie Lehrkräfte Schüler und Schülerinnen geschlagen haben.
Die Erfahrungen begleiten die Betroffenen oft ein Leben lang, was auch in unserer letzten Frage an unsere Facebook-Community deutlich wurde:
In den Kommentaren berichten ehemalige Schüler und Schülerinnen davon, wie sie noch heute an das eigene Erlebte denken. Andere erzählen dagegen aber auch von Lehrkräften, die sie selbst gemobbt haben und dies heute bereuen.
Einige dieser Erfahrungen wollen wir teilen und damit auf das aufmerksam machen, was viele nicht nur in dem Moment der Attacken selbst erleben, sondern auch noch viele Jahre später:
1. „Mein ehemaliger Rektor hat nach Bestehen der Abschlussprüfungen bei der Zeugnisübergabe und Abschlussfeier zu mir gemeint: ‚Hätte dir nicht mal zugetraut, dass du überhaupt eine Prüfung bestehen wirst‘.“
-Sebastian K.
2. „Wir haben das Fahrrad unseres Zeichenlehrers im Internat (Schloss) aus dem Turm von oben AUF einen Kastanienbaum geworfen. Es gab dann einen Feuerwehreinsatz.“
„Fanden wir damals (1975) lustig ... Heute geniere ich mich dafür.“
-Hugo M.
3. „Mir haben sie am dritten Tag, als wir alle von der Grundschule in die Realschule gewechselt haben, mehrere Mülleimer über dem Kopf ausgeschüttet.“
„War auch ne sehr angenehme Erfahrung ...“
-Stefan F.
4. „Mein Biolehrer in der 6. kam immer vollgesoffen mit seinem ‚Kampfhund‘ zum Unterricht.“
„Er hat immer einen Schlüssel durch die Gegend geworfen, wenn er meinte, jemand würde nicht aufpassen. Hab das Ding einmal gefangen und zurückgeworfen. Da er voll wie eine Haubitze war, konnte er den Schlüssel dann nicht fangen und hat ihn an den Kopf bekommen. Da musste ich beim Rektor antanzen und irgendeine schwachsinnige Strafarbeit machen.
Etwas später ist er aus dem Obergeschoss die Treppe runtergekullert und dem Schulrat vor die Füße gerollt. War sein letzter Tag im Schuldienst.“
-Heike P.
5. „Mobbing und Lehrer, die das nicht interessierte. Gab immer nur den Spruch ‚Macht das unter euch aus‘.“
-Conny S.
6. „1971 bin ich von einer einklassigen Volksschule vom Dorf auf die Realschule in der Stadt gewechselt. Meine Eltern waren so stolz und haben mich in Faltenkostüme gesteckt.“
„Da war Mobbing natürlich vorprogrammiert. Hat mir viel angetan.“
-Sylvia T.
7. „Schulversammlungen in der Turnhalle, wo die 7. bis 10. Klassen versammelt wurden, um die Schulschwänzer der 7. und 8. Klasse vor der gesamten Schule bloßzustellen …“
-Laura C.
8. „Ist schon 15 Jahre her. Unser Klassen- und Sportlehrer hat uns und die Parallelklasse im Sportunterricht gefilmt, als wir Parcours geübt haben. Er hat die Kamera auch auf Bitten nicht abgestellt.“
„Ich war die einzige, die sich geweigert hat und hab mir eine 6 eingefangen. Hatte aber keine Lust darauf, dass mich alle beim Angucken auslachen, wie das Mädchen aus der Parallelklasse. Die hat sich wohl hingelegt und der gute Herr Lehrer hat sie dann auch nochmal ausgelacht, als das Video vor der gesamten Klasse abgespielt wurde.“
-Julia B.
9. „Die Mathematiklehrerin wurde damals von vielen meiner Klassenkameraden gemobbt. Irgendwann kündigte sie.“
-Felix M.
10. „Ausgelacht werden, weil die Eltern bei Aldi einkaufen mussten = sozialer Status ganz unten. Ist Gott sei Dank schon 26 Jahre her, aber vergessen habe ich es nie.“
-Ela Q.
11. „Eine Religionslehrerin hat mir die Bibel auf den Kopf gehauen. Sie hatte geglaubt, ich würde sie nachäffen. Hab ich aber nicht, sie hat sich verhört.“
-Sabina S.
12. „Teile unserer Klasse waren blöd zu einer jungen Lehrerin. Sie lief weinend zum Lehrer unserer Parallelklasse.“
-Florian R. W.
Karsten Kundt, der Realschul-Leiter in Wasserburg ist, sagte in einem Interview im letzten Jahr: „Mobbing ist an jeder Schule ein Thema.“ Wie recht er damit hat, siehst du an diesen Erfahrungsberichten. Falls du selbst, dein Kind oder Personen in deinem Umfeld ein toxisches Schulumfeld erleben oder erlebt haben, gibt es Hilfsstellen:
Beratung für Eltern und Kinder
Bei der Nummer gegen Kummer gibt es sowohl eine kostenfreie Hotline für Kinder und Jugendliche (116-111, Mo-Sa 14-20 Uhr), als auch für die Eltern betroffener Kinder (0800-111-0550, Mo-Fr 9-17 Uhr, dienstags und donnerstags bis 19 Uhr.)
Beratung für Erwachsene
In Deutschland gibt es Telefonseelsorgestellen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit anonym Beratung am Telefon anbieten. Die bundeseinheitlichen Telefonnummern 0800-1110111 oder 0800-1110222 sind kostenfrei.
Die Telefonseelsorge bietet auch Beratung im Internet an.
Rubriklistenbild: © Pond5 Images / IMAGO


