Keine personelle Aufstockung geplant
Abwehr-Pläne bei Werder: Veljkovic der Wackelkandidat?
Bremen – Um es vorweg zu nehmen: Kaan Ayhan wird es nicht! Der Innenverteidiger von Fortuna Düsseldorf ist nach Informationen der DeichStube kein Thema bei Werder Bremen. Und doch hat das gerade von der „Sport Bild“ wieder aufgekochte Gerücht um den 24 Jahre alten Abwehrspieler einen wahren Kern.
Denn: Werder sucht nach einem Weg, einer Lösung, das eigene Abwehrzentrum zu verstärken. Da dies aber nicht mit einer personellen Aufstockung geschehen soll, wie Sportchef Frank Baumann bestätigt, bleibt wohl nur diese Lösung: einer raus, einer rein. Für beide Richtungen gilt jedoch die Frage: Wer soll‘s sein?
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Derzeit ist der Bremer Kader mit vier Innenverteidigern – namentlich: Niklas Moisander, Milos Veljkovic, Sebastian Langkamp und Marco Friedl – ausgestattet. Das ist auch die Sollzahl, an der Baumann nichts verändern will. „Das reicht“, sagt er: „Jede Position doppelt besetzt zu haben, ist sinnvoll. Durch mehr Spieler wird nur die Unzufriedenheit geschürt. In der Innenverteidigung wird schließlich nicht so viel getauscht wie auf anderen Positionen.“
Die jüngere Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass Baumann in diesem Punkt ein wenig irrt. Denn ähnlich groß wie auf der Position neben Abwehrchef Moisander war das Hin und Her in der Rückrunde nur auf der rechten Angriffsseite. Zunächst wurde das Wechselspiel sogar durch Trainer Florian Kohfeldt befeuert. Er schickte Veljkovic und Langkamp nach der Winterpause in einen Ausscheidungskampf. Den Langkamp gewann. Doch dann kamen Verletzungen und Sperren dazu, weshalb das Wechselspiel eine eher ungewollte Fortsetzung nahm.
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Rückrunden-Einsätze Langkamp vs. Veljkovic: 9:7
Doch allein Kohfeldts Unentschlossenheit vor Rückrundenstart zeigt, dass ihm diese Position offenbar nicht optimal besetzt erscheint. Zwar lobt er beide Konkurrenten, totale Zufriedenheit wird jedoch nicht durch freiwillige Personalrotation dokumentiert. Schon gar nicht in der Innenverteidigung, wo Kontinuität – siehe Baumann – ein besonders hohes Gut ist.
Also Veljkovic oder Langkamp? Wenn Startelf-Einsätze in der Rückrunde ein Wert sind, aus dem sich ein Vorteil für die Zukunft ableiten lässt, dann hat Langkamp die Nase vorn. Achtmal stand er nach der Winterpause in der Startelf, nur fünfmal schaffte es Veljkovic. Die drei Pokalspiele gegen Dortmund, Schalke und Bayern dazugenommen, ergibt sich ein Verhältnis von 9:7 für Langkamp.
Das spricht für den 31-Jährigen und gegen den acht Jahre jüngeren Veljkovic, der seinen noch in der Hinrunde gültigen Status als Stammspieler verloren hat. Gegen den serbischen Nationalspieler spricht, dass er immer wieder Fehler in sein Spiel einbaut. Die gröbsten waren sicherlich die Gelb-Roten Karten im Hinspiel gegen den VfB Stuttgart (1:2) und unlängst gegen Bayern München (0:1).
Es waren Platzverweise, die wichtige Punkte kosteten. Für Veljkovic spricht allerdings, dass er noch jung ist, dass er noch dazulernen kann. Sein gerade im vergangenen Sommer unter Applaus verlängerter Vertrag läuft ohnehin noch bis 2022. Aber alles zusammengenommen, ist der serbische Nationalspieler die wahrscheinlichste Antwort auf die Frage, wer denn der Wackelkandidat in der Bremer Hintermannschaft sein könnte.
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Variabel einsetzbarer Friedl soll fest verpflichtet werden
Auf Marco Friedl könnte man ebenfalls tippen, schließlich ist er bislang zum einen nur ausgeliehen und zum anderen lediglich der Notnagel in prekären Personalsituationen. Doch beide Punkte verlieren ihre Bedeutung angesichts der Pläne, die Werder mit dem 21-Jährigen hat. Mit dem FC Bayern, von dem Friedl bis Saisonende ausgeliehen ist, laufen die Gespräche über eine feste Verpflichtung. „Wir sind da auf einem guten Weg“, sagt Baumann und bestätigt indirekt, dass zwischen Friedl und dem SV Werder längst Einigkeit herrscht: „Sonst würden Gespräche mit den Bayern keinen Sinn machen.“
Friedl steht bei den Münchnern noch bis 2021 unter Vertrag, in Bremen soll er aber als Nachfolger von Niklas Moisander aufgebaut werden. Weil er als Linksfuß jedoch auch Linksverteidiger spielen kann, könnte sich Baumann seine Vier-Innenverteidiger-Maxime auch so zurechtrechnen: Moisander, Veljkovic, Langkamp plus ein Neuer auf den Innenverteidiger-Planstellen und Friedl als Backup für Linksverteidiger Ludwig Augustinsson verbuchen – dann passt‘s.
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