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Bremen/Berlin - Als es passierte, da hat Mirko Votava erst mal gejubelt. „Es war doch unser Ausgleich“, erinnert sich der ehemalige Werder-Profi im Gespräch mit der DeichStube.
Dass er durch Claudio Pizarros spätes 1:1 gegen Hertha BSC in Berlin seinen Rekord verloren hat, „das wusste ich natürlich auch, aber das ist nicht schlimm. Claudio ist ein würdiger Nachfolger. Und umso schöner ist es doch, dass es ein wichtiges Tor war und nicht ein 4:0 oder ein 5:0.“
Votava darf sich nun nicht mehr ältester Torschütze der Bundesliga nennen. Seit dem 24. August 1996 hatte er diesen Titel getragen. Damals war er gegen Stuttgart erfolgreich gewesen, im Alter von 40 Jahren und 121 Tagen. Nachfolger Pizarro hat 15 Tage mehr auf dem Buckel. Und welcher Treffer war schöner?
„Meiner sicher nicht“, sagt Votava und lacht: „Wir haben 1:2 verloren – und es war nur ein Abstauber von mir. Ich war ja kein Knipser. Otto Rehhagel hat immer geschimpft, wenn ich über die Mittellinie gegangen bin.“ Votava sollte lieber Tore verhindern als schießen. Und das konnte er richtig gut, mit ihm wurde Werder Meister (1988, 1993), Pokalsieger (1991, 1994) und Europapokalsieger (1992). Mehr geht nicht. Votava war auch Kapitän – eine Legende eben.
Genauso wie Pizarro. Natürlich kennen sie sich, Votava arbeitet schließlich immer noch für den Club – als Co-Trainer der U23. „Wenn wir uns treffen, dann sprechen wir meistens Spanisch. Das ist super, das kann ich sonst nur im Urlaub machen“, sagt Votava. Er hat von 1982 bis 1985 für Atletico Madrid gespielt.
„Claudio ist ein super Typ“, findet der 62-Jährige: „Wenn einer diesen Rekord verdient hat, dann er!“ Und Votava rechnet noch mit weiteren Pizarro-Toren. „Claudio ist so gut drauf, er kann der Mannschaft noch sehr viel helfen.“ Und was ist nächste Saison, was rät der einstige Oldie dem aktuellen Oldie, wann sollte eine Karriere beendet werden? „Das kann nur ganz allein Claudio entscheiden“, findet Votava: „Claudio wird es spüren.“
Um seinen Rekord müsse sich Pizarro jedenfalls keine großen Sorgen machen. Heute würde kaum noch jemand so lange spielen – und diese Konstellation mit Werder und Pizarro, die den Rekord erst möglich gemacht hat, sei ohnehin einmalig. „Ich denke“, sagt Votava, „uns Bremer holt da vorne so schnell keiner mehr ein.“