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Bremen - Die letzte Traineranweisung der Saison war diese: „Die Jungs sollen es jetzt richtig krachen lassen! Sie haben es sich verdient.“
Überprüfen kann Florian Kohfeldt zwar nicht, ob sich „die Jungs“ daran halten, denn auf die Saisonabschlussfahrt der Bremer U23 nach Mallorca hat er verzichtet. Aber der Coach kann ziemlich sicher sein, dass sich niemand widersetzt. Es gibt schließlich richtig was zu feiern.
Zum zweiten Mal in Folge hat sich der SV Werder II in der Dritten Liga auf den letzten Drücker vor dem Abstieg gerettet. Mit dem 1:0 (0:0) über den VfR Aalen kletterte das Team am letzten Spieltag noch auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz, schickte den SC Paderborn (0:0 beim VfL Osnabrück) in die Regionalliga. Und Kohfeldt war heilfroh, dass ihm der Gang in die Viertklassigkeit in seiner ersten Saison als U23-Coach erspart geblieben ist: „Ich habe einfach mehr Lust auf Dritte Liga statt auf Regionalliga.“ Wer nicht?
Kohfeldt: „Haben uns zu 10.000 Prozent korrekt verhalten“
Dass der Abstiegskampf wegen einer unmoralischen Anfrage des VfL Osnabrück bei den Bremern noch zu einem Thema für die DFB-Sportgerichtsbarkeit wird, wirft zwar einen Schatten auf den VfL, nicht aber auf den Bremer Klassenerhalt. „Wir haben uns zu 10.000 Prozent korrekt und im Sinne des Sports verhalten“, sagte Kohfeldt, der mit seinem Team in der kommenden Saison die einzige U23-Vertretung in Liga drei sein wird.
Und der Coach ist durchaus stolz auf dieses Alleinstellungsmerkmal: „Ich freue mich unheimlich für die Spieler. Auch für die, die jetzt nachkommen und denen die Möglichkeit geboten wird, in Liga drei zu spielen. Wegen der Talentförderung wollten wir unbedingt die Liga halten.“
Riesenjubel in Grün-Weiß: Werders U23 feiert Klassenerhalt
Bis es soweit war, hatten alle im Stadion „Platz elf“ am Samstag einen nervenzehrenden Nachmittag zu überstehen. Paderborn durfte in Osnabrück nicht gewinnen, Werder musste siegen. Und so kam es. Dank Dominic Volkmer, der mit dem ersten Ballkontakt nach seiner Einwechslung das Tor zur Rettung köpfte (85.). „Schon verrückt“, lachte Kohfeldt über sein Einwechselglück.
Zuvor waren die Blicke auf der Bremer Bank unendlich viele Male auf die Handys gewandert, der Live-Ticker aus Osnabrück spielte immer mit. „Parallele Anspannung“ nannte das der Trainer: „Ich habe mir ständig sagen lassen, wie es steht.“ Denn hätte Paderborn getroffen, wäre alles aus gewesen für Werder. Doch es geht weiter in Liga drei, der nächste Abstiegskampf ist programmiert. Kohfeldt: „Nächste Saison wird es wieder brutal schwer. Aber wir stellen uns.“