Werder-Trainer Kohfeldt zieht erstes Fazit
Beijmo, Möhwald und Co: So machen sich die Neuzugänge
Zell - Halbzeit im Trainingslager im Zillertal. Fünf Tage sind absolviert, in fünf Tagen ist Abreise – eine gute Gelegenheit, den Blick auf die Neuen im Team zu richten. Wie schlagen sich Felix Beijmo, Jan-Niklas Beste, Kevin Möhwald und auch Martin Harnik? Trainer Florian Kohfeldt gibt Auskunft.
Felix Beijmo: Er ist der große Blonde unter den Neuzugängen, aber auch der große Unbekannte. Wie nahe ist der Schweden-Export schon am Bundesliga-Niveau? Wie schnell gewöhnt er sich an das neue Team, die neuen Anforderungen? Nach ein paar Tagen im Zillertal lässt sich sagen, dass der Rechtsverteidiger noch einen Weg zu gehen hat.
Kohfeldt schreibt dem 20-Jährigen eine vorsichtige 3 ins erste Zwischenzeugnis. „Felix hat ein sehr gutes Gefühl dafür, wann er sich im Spiel einschalten muss, wann nicht. Grundsätzlich hat er auch ein sehr gutes Passspiel. Er verzögert manchmal die Entscheidung noch zu lange. Das ist wahrscheinlich die Sekunde, die er in Schweden mehr Zeit hatte als hier.“ Doch der Fortschritt vom ersten Trainingstag der Vorbereitung bis zur Halbzeit Zillertal sei „gewaltig“: Man merkt, dass er sich jeden Tag mehr an unser Tempo gewöhnt.
Jan-Niklas Beste: Beijmos Gegenstück auf der linken Abwehrseite. Auch blond, mit 1,74 Meter elf Zentimeter kleiner als der Schwede, jedoch ähnlich wenig bekannt. Werder holte ihn aus der U 19 von Borussia Dortmund, sieht in den Linksverteidiger vor allem eine Option für die Zukunft. Dass er im Zillertal voll mitmischt, war so gar nicht zu erwarten gewesen. Nach einer Knieverletzung hieß es, er müsse noch seine Reha fortsetzen.
Doch Beste ist voll da, wie Kohfeldt mit einer Prise Staunen feststellt: „Bei Jan-Niklas finde ich es erstaunlich, was er aus seinem kleinen Körper herausholt. Er ist viel unterwegs, hart im Zweikampf, steht immer wieder auf.“ Wie im Testspiel gegen den FK Pribram, als Beste einmal in den Maschendrahtzaun hinter der Torauslinie krachte. „Da dachte ich schon, wir müssten ihn auswechseln“, schmunzelt Kohfeldt und urteilt über das Zillertal-Auftreten des zähen Beste: „Sehr ordentlich, gutes Passspiel. Ich bin zufrieden.“
Kevin Möhwald: Eine andere Kategorie als Beijmo und Beste, weil als Spieler für die Bundesliga-Stammelf eingeplant. Möhwald hat im Test gegen den MSV Duisburg eine Halbzeit im offensiven und eine Halbzeit im defensiven Mittelfeld agiert. „Er ist spielintelligent, das sieht man auch schon in diesen Partien. Er findet Lösungen, die nicht immer vorgegeben sind“, sagt Coach Kohfeldt über den 25-Jährigen, dem eine tragende Rolle bei Werder zugetraut wird. „Kevin muss vielleicht noch einen Tick mehr in die Staffelungen hineinfinden, die wir spielen wollen“, meint Kohfeldt. Heißt: Möhwald hat noch nicht die volle Orientierung auf dem Platz. Was bei dem frühen Stand der Vorbereitung aber auch kein Drama und schon gar kein Wunder ist.
Martin Harnik: Nach derzeitigem Stand ist der Rückkehrer der Königstransfer des Sommers. Und das zeigt sich auch im Zillertal. Harnik strahl eine gewisse Autorität aus, hat eine starke Präsenz – sowohl im Training als auch im ersten Testspiel gegen den MSV Duisburg. Bäume hat er gegen den Zweitligisten zwar nicht ausgerissen, aber der Optimismus von Florian Kohfeldt, „dass er eine große Verstärkung für uns ist“, wirkt nachvollziehbar. Harnik muss sich bei Werder auf zwei Rollen vorbereiten: Rechtsaußen im 4-3-3 und Teil einer Doppelspitze im 3-5-2 oder 4-4-2. Beides durfte er gegen Duisburg ausprobieren. „Er hatte viel Zug zum Tor“, so Kohfeldt.
Josh Sargent: Er ist schon seit einem halben Jahr bei Werder, spielberechtigt ist er aber erst seit dem 1. Juli, weshalb der 18-Jährige auch noch als Neuzugang geführt werden kann. Sargent hat bei seinem Tor gegen Pribram gleich seine große Stärke präsentiert: die Ruhe beim Torabschluss. Für sein Alter ist er zudem körperlich unheimlich weit. Schnell, durchsetzungsstark im Zweikampf, großer Aktionsradius – aber: Sein Passspiel lässt zu wünsche übrig, da muss sich Sargent noch verbessern.