Bremer Legende lobt Werder-Trainer
Pizarro: „Ich habe Florian gesagt, dass er ein guter Trainer wird“
Köln - Claudio Pizarro hat viel erlebt im Fußball, sogar sehr viel. Schließlich spielt er auch mit 39 Jahren immer noch in der Bundesliga.
Der Mann kennt sich aus. Und er hatte da vor ein paar Jahren so eine Vorahnung, als er noch das Trikot des SV Werder Bremen trug. Co-Trainer war damals ein gewisser Florian Kohfeldt, übrigens vier Jahre jünger als Pizarro. Und der Ältere prophezeite damals dem Jüngeren: „Ich habe Florian gesagt, dass er ein guter Trainer wird.“ Pizarro hat Recht behalten. Kohfeldt ist jetzt der Chefcoach bei Werder und hat das Team von den Abstiegsrängen geholt.
Gegen Köln soll am Montag der nächste große Schritt zum Klassenerhalt gelingen, doch ausgerechnet Pizarro will das verhindern. „Natürlich wird das ein besonderes Spiel für mich“, erklärt Pizarro am Mittwochabend nach dem Training einer kleinen Journalistenrunde: „Ich freue mich, die alten Freunde und Fans zu treffen. Aber wir wollen gewinnen. Ich will Tore machen und einen Sieg holen!“
Und spätestens seit dem vergangenen Sonntag klingt das auch wieder als ernst zu nehmende Drohung. Denn Pizarro hat endlich sein erstes Saisontor erzielt. Darauf hat der 1. FC Köln so lange gewartet. Ende September war der Stürmerstar verpflichtet worden – als Retter. Doch Pizarro hatte mit der Fitness und Verletzungen zu kämpfen. Er kam nie richtig in Schwung. Die Fans wurden schon etwas unruhig. Zumal der Peruaner mit einer Jahresgage von über zwei Millionen Euro angeblich zu den Topverdienern im Team gehört. Werder hatte es Ende der vergangenen Saison abgelehnt, so viel Geld für den verletzungsanfälligen Angreifer auszugeben. Der Vertrag wurde auch auf Wunsch des damaligen Trainers Alexander Nouri nicht verlängert.
Pizarro hat natürlich immer an sich geglaubt und nie aufgegeben. Jetzt belohnte er sich mit dem Treffer gegen den VfB Stuttgart. „Für einen Stürmer ist es immer gut zu treffen, das bringt Selbstvertrauen“, sagt Pizarro. Doch sein Strahlen im Gesicht verschwindet schnell, denn das Tor hat nicht zum Sieg gereicht. Am Ende kassierten die Kölner eine ganz bittere 2:3-Heimniederlage, der Abstieg scheint schon besiegelt. „Das ist wirklich sehr schwierig zu verkraften, wir denken immer noch an das Spiel“, gesteht Pizarro: „Aber der Trainer hat gesagt, dass wir das abhaken und uns auf das nächste Spiel konzentrieren sollen.“
Pizarros Treffer gegen Werder




Und auf Coach Stefan Ruthenbeck hört Pizarro natürlich, genauso wie seine Teamkollegen auf ihn hören. Der beste ausländische Torjäger in der Bundesliga-Geschichte hat so viel Erfahrung – auch im Abstiegskampf. Das kennt er aus seiner Zeit bei Werder, und am Ende ist er immer drin geblieben. Doch das mochte er nun nicht überbewerten: „Man kann viel sagen von Erfahrung und so, aber das Einzige, was jetzt zählt, das sind Siege. Wir werden kämpfen und alles versuchen.“
Acht Punkte trennen das Schlusslicht vom Relegationsplatz. Werder ist sogar zehn Zähler weit weg. Ist das noch aufzuholen? „Wir werden sehen“, antwortet er. Es sei „schwer zu sagen, ob wir den Klassenerhalt noch schaffen“. Da ist Pizarro einfach ehrlich. Genauso wie bei der Einschätzung seiner ehemaligen Trainer. Über Nouri, der ihn quasi aussortiert hatte, verlor er lieber kein Wort mehr. Über Kohfeldt sagt er dagegen: „Florian hat viele Ideen, ist taktisch sehr gut. Er macht bei Werder einen sehr guten Job.“
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