Vor Pflichtspiel-Premiere in Worms
Klaassen: „Ich bin kein Ronaldo und kein Messi“
Bremen - Mit 25 Jahren ist Davy Klaassen der Altersklasse Jungspund längst entwachsen. Und dennoch: Vor dem DFB-Pokalspiel des SV Werder bei Viertligist Wormatia Worms fühlt er sich wie ein Anfänger – jedenfalls gemessen an dem Kribbeln, das er verspürt.
„Ja, ich bin aufgeregt“, sagt der Bremer Rekordtransfer, der in Worms seine Pflichtspiel-Premiere für den neuen Club geben wird. Davys Debüt – wie es wohl laufen wird? „Ich möchte gewinnen, das ist alles, was zählt“, sagt der Niederländer, der darüber hinaus keine Erwartungen an sich und das Team formuliert. Nur die nächste Runde erreichen, dann wäre für ihn schon alles gut.
„Das erste Spiel zu gewinnen, ist immer wichtig. Es gibt dir Sicherheit.“ Und Orientierung. Klaassen kann beides noch nicht in vollem Maße haben. Erst vor etwas mehr als zwei Wochen ist er zum Team gestoßen, ist deshalb quasi noch in der Aufwärmphase mit den neuen Kollegen, der neuen Mannschaft. Noch dazu ist bisher alles nur im Testmodus abgelaufen. „Diese Spiele, in denen es um nichts geht, mag ich nicht“, sagt der für 13,5 Millionen Euro vom FC Everton verpflichtete Mittelfeldspieler. Er will, er braucht den Ernstfall, um richtig auf Touren zu kommen. Samstag ist es so weit.
Klaassen: „Ich bin nicht mehr Chef im Mittelfeld“
Aufregung und Ungeduld sind das eine, die Erwartungen, die Klaassen zu erfüllen hat, das andere. Weil Werder noch nie so einen teuren Spieler wie ihn verpflichtet hat, wird er natürlich besonders im Fokus stehen. Einerseits sagt Klaassen, dass ihn das nicht besonders tangiert, andererseits wirbt er auch darum, in ihm nicht den alleinigen Heilsbringer zu sehen. Als Führungsspieler wurde er geholt, Führungsspieler will er auch sein. Aber: „Ich bin nicht der Chef im Mittelfeld, das sind wir alle zusammen. Es ist auch nicht richtig, den Druck alleine auf einen Spieler zu legen. Das geht vielleicht mit Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi. Aber ich bin kein Ronaldo, kein Messi.“
Was und wer er sonst noch alles nicht ist? Offenbar kein besonders guter Sänger. Sagt jedenfalls die Mehrheit derer, die ihn schon mal haben singen hören. Am vergangenen Samstag musste Klaassen auf dem Teamabend zum Einstand ein Lied zum Besten geben. Es wurde der Bob-Marley-Song „Three little birds“ – „den können wenigstens alle mitklatschen. Eigentlich wollte ich was Holländisches singen, aber das hätte keiner gekannt.“ Wie er sich dabei fand? Gut, meint Klaassen und lacht: „Ich finde, ich kann gut singen. Die anderen meinen das aber nicht.“ Deshalb singt er meistens nur, wenn er im Auto ist. Allein.
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