Ex-Werder-Star leidet im Abstiegskampf mit
Diego: „Mein Herz blutet“
Diego bei Werder – man hat sofort große Momente vor Augen: Pokalgewinn, Champions-League-Abende, Traumtore. Zwischen 2006 und 2009 zauberte der kleine Brasilianer für die Grün-Weißen, dann zog es ihn nach Italien.
Auch Diego selbst hat diese Bilder wohl noch im Kopf. In einem Interview mit der „Sport Bild“ nennt er Werder „einen großen Club“ und trifft dann mitten in die grün-weiße Seele: „Darum blutet mein Herz, wenn ich sehe, was mit Werder passiert ist.“
Erklären kann sich der mittlerweile 32-Jährige den Absturz seines ehemaligen Vereins nicht, auch wenn es schwierig sei, über einen längeren Zeitraum gleichbleibend erfolgreich zu sein. „Der Club hat viele gute Spieler verkauft, hatte also Geld. Irgendwo ist dann wohl ein großer Fehler gemacht worden“, liefert Diego dann zumindest noch einen Erklärungsversuch.
Angebote aus München und Madrid
Verkauft wurde nach dem Pokalsieg 2009 auch er, nachdem Juventus Turin drei Jahre lang um ihn gebuhlt hatte. Doch es gab damals noch andere Interessenten. Real Madrid und der FC Bayern München hätten ihm Angebote vorgelegt, die Spanier boten jedoch zu wenig Gehalt: „Das Angebot war aus meiner Sicht nicht gut, es lag weit unter dem der anderen. So haben wir gar nicht weiter verhandelt.“
Einen Vertrag in München lehnte Diego trotz „Traumangebot“ ab, weil er das Gefühl gehabt habe, in der Bundesliga alles erreicht zu haben: „Wir spielten in der Champions League, holten den DFB-Pokal, standen im Uefa-Cup-Finale, spielten begeisternden Fußball, schlugen die Bayern.“ Nur die Meisterschaft fehlte – und die hätte Werder 2007 holen müssen, wenn es nach Werders ehemaligem Spielmacher geht.
Diegos großer Traum: die WM 2018 in Russland
Ein großes Ziel hat er heute noch: die WM-Teilnahme 2018 mit der brasilianischen Nationalmannschaft. „Diesen Traum will ich mir jetzt noch erfüllen – auch wenn die Konkurrenz unglaublich groß ist“, erklärt Diego. In die Nationalmannschaft hat er es zumindest schon einmal zurück geschafft und er hofft, beim Freundschaftsspiel gegen Deutschland im März dabei zu sein: „Das wäre ein geiles Ding. Deutschland ist ein Teil meines Lebens. Ich liebe dieses Land.“
Daumendrücken im Abstiegskampf
Im Frühjahr soll Werder dann auch wieder auf einem besseren Tabellenplatz stehen. „Ich hoffe, dass Bremen am Ende in der Bundesliga bleibt und dann Schritt für Schritt wieder zu einem Topclub wird“, sagt der Brasilianer, für den Werder eigentlich immer unter die sieben oder acht besten Mannschaften der Liga gehört.
Eine Sache hat sich seit seinem Abschied allerdings nicht verändert: „Wenn ich mir die Spiele im TV anschaue, sehe ich auch, dass die Fans immer noch da sind.“
Die Grün-Weißen sind weiterhin auf der Suche nach einem neuen Verteidiger. Beim Werben um Benjamin Henrichs von der AS Monaco kriegt Werder Bremen Konkurrenz aus der eigenen Liga – auch RB Leipzig soll interessiert sein.
