Hoffenheimer am Samstag wieder im Weserstadion
Ex-Bremer Grillitsch: „Wir wollen zocken“
Sinsheim - So lange ist er noch gar nicht weg – erst seit dem Sommer –, und trotzdem kehrt Florian Grillitsch (22) am Samstag schon zum zweiten Mal ins Weserstadion zurück.
Nach der 0:1-Niederlage gegen Werder im DFB-Pokal will der Österreicher den Rückrundenauftakt mit 1899 Hoffenheim unbedingt gewinnen. Nach dem Spiel drückt er seinem Ex-Verein aber sofort wieder die Daumen. „Ich hoffe sehr, dass Werder nicht absteigt“, sagte Grillitsch, der aus den vergangenen Jahren weiß, wie es sich anfühlt, wenn an der Weser eine ganze Stadt zittert.
„Florian Kohfeldt wird die Mannschaft schon wieder aus dem Keller führen“, ist sich der Österreicher sicher. Vier Tage vor dem Duell gegen Werder beantwortete er am Dienstag am Telefon die Fragen Bremer Journalisten. Dabei sprach Florian Grillitsch über...
... seinen Start bei 1899 Hoffenheim
„Ich bin am Anfang nicht so gut gestartet, weil ich mich gleich in der Vorbereitung verletzt habe (Grillitsch hatte sich eine Fußverletzung zugezogen, Anm. d. Red.). Gerade am Anfang will man sich natürlich zeigen, dann ausgebremst zu werden ist sehr bitter. Aber ich bin immer besser reingekommen, habe viel Spielzeit bekommen und gute Spiele gemacht. Ich merke auch, dass ich mich weiterentwickelt habe. Nicht nur fußballerisch, sondern auch taktisch und von der Persönlichkeit her. Im Großen und Ganzen bin ich also zufrieden und hoffe, dass es weiterhin so gut läuft.“
... TSG-Coach Julian Nagelsmann
„Er ist als Trainer sehr innovativ und hat gute Ideen, die sich etwas von denen anderer Trainer abheben. Was er sagt, hat Hand und Fuß. Das sieht man am Fußball, den wir spielen und an den Erfolgen vom vergangenen Jahr mit dem vierten Tabellenplatz. Dieses Jahr stehen wir auch ganz gut da (Hoffenheim ist derzeit Siebter, Anm. d. Red.). Daran wollen wir natürlich in der Rückrunde anknüpfen. Wir wollen Fußball spielen, den Ball nicht lang nach vorn schlagen. Wir wollen zocken und zielstrebig spielen, dabei aber trotzdem die Defensive nicht vernachlässigen.“
... die Werder-Fans
„Ich habe Werder im Sommer mit einem guten Gefühl verlassen. Die Bremer Fans habe ich in guter Erinnerung. Ich komme also gerne ins Weserstadion zurück und freue mich natürlich, wenn ich nicht nur ausgepfiffen werde. Die Stimmung in Bremen macht es dir als Gegner nicht unbedingt leichter. Wir haben ja gerade im Pokal erst wieder gesehen, wie laut es wird, wenn Werder in Führung geht. Dann zurückzukommen ist schwierig. Deswegen müssen wir am Samstag von der ersten Sekunde an fokussiert sein und unser Spiel durchziehen.“
... Werders Situation
„Es war ja schon öfter so, dass Werder nach der Hinrunde nicht so gut dastand. Aber die letzten Spiele vor der Winterpause waren sehr gut. So wird es auch hoffentlich weitergehen. Am Wochenende will ich natürlich, dass wir gewinnen, aber ich bin zuversichtlich, dass Bremen am Ende der Saison wieder den Klassenerhalt schafft.“
... Werder-Trainer Florian Kohfeldt
„Ich kenne Flo sehr gut. Es freut mich für ihn, dass ihm das Vertrauen geschenkt wurde. Er ist ein guter Mann für Werder mit sehr großem Fachwissen. Er wird Bremen in der Rückrunde aus dem Keller führen. Ich hoffe, dass Florian erfolgreich sein wird und dass Werder mit ihm endlich mal wieder einen Trainer hat, der längerfristig bleibt.“
... seine Rolle bei 1899
„Wenn ich auf der Sechs vor der Abwehr spiele, bin ich von hinten heraus beim Spielaufbau behilflich, aber will natürlich auch das Offensivspiel mit ankurbeln. Ich bin die Verbindungsstelle zwischen Defensive und Offensive und versuche, sowohl offensiv als auch defensiv Akzente zu setzen, das Spiel schnell zu machen oder zu beruhigen. Ich will einfach dominant auf dem Platz sein.“
... die Pokalniederlage gegen Werder
„Klar wussten wir, dass Werder in dem Spiel etwas defensiver stehen wird und die Umschaltmomente für sich nutzen will. Unter Florian Kohfeldt spielen sie jetzt mit Ball ein bisschen anders (beim Pokalspiel Ende Oktober war Alexander Nouri noch Werder-Trainer, Anm. d. Red.). Ich glaube aber nicht, dass sie jetzt in der Bundesliga gegen uns die ganze Zeit hoch pressen werden, sondern dass es auch wieder Phasen geben wird, in denen sie hinten drinstehen. Wir werden uns gut vorbereiten und hoffentlich die drei Punkte mit nach Hause nehmen.“
... Freunde in Bremen
„Nach Bremen zurückzukommen ist schon etwas Besonderes für mich. Ich war ja auch vier Jahre bei Werder und habe in der Mannschaft und in Bremen generell noch sehr gute Freunde. Vor allem mit den beiden Österreichern Florian Kainz und Zlatko Junuzovic, aber auch mit Maximilan Eggestein bin ich sehr gut befreundet. Auch zu den Werder-Physios habe ich noch sehr guten Kontakt. Das bleibt auch weiterhin bestehen, egal wo ich spiele.“
Florian Grillitsch: Seine Karriere in Bildern




