Nach vergebener Großchance

Kainz: „Keine Ausreden“

Florian Kainz
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Florian Kainz (Mitte) vergab für Werder Bremen im Spiel gegen 1899 Hoffenheim eine eigentlich hundertprozentige Torchance.

Sinsheim - Was hätte es gebracht, irgendetwas schönzureden? Es hatte ja doch jeder gesehen, was sich in dieser verflixten 29. Minute zugetragen hatte.

Der Querpass von Fin Bartels, das leere Tor, der Moment, in dem eigentlich nichts mehr schiefgehen kann und doch alles schiefging. „Ich muss das Tor machen, da gibt es keine Ausreden“, sagte Florian Kainz, der es geschafft hatte, den Ball aus fünf Metern statt ins Hoffenheimer Tor neben selbiges zu schießen. Wie, warum, weshalb? Es gehört zu den ewigen Rätseln des Fußballs, dass auch hochbezahlte Profis solche Chancen auslassen. „So etwas passiert leider immer wieder. Dass es mir passiert ist, ist sehr unglücklich und bitter“, meinte Kainz.

Keine Frage: Wäre Werder in Führung gegangen, wäre die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen, dass die Bremer den Saisonauftakt bei 1899 Hoffenheim nicht verloren hätten. So ein 1:0 hätte Selbstvertrauen gegeben. Es hätte die Verunsicherung bei Hoffenheim geschürt. Es hätte Werder in die Position gebracht, mit Kontern die Entscheidung zu suchen. Kainz hat‘s – darf man das so sagen? – vermasselt.

Die kuriose Szene: Florian Kainz bekommt einen Querpass, verfehlt das quasi leere Tor aber aus fünf Metern.

„Natürlich war es blöd“, meinte der Österreicher, der aber den Zuspruch der Kollegen bekam („Jeder weiß, dass ich den Ball nicht mit Absicht vorbeischieße. Wir haben da einen guten Teamspirit“) und sich auch von Sportchef Frank Baumann kein böses Wort gefallen lassen musste. „Von meiner Seite gibt es da keinen Vorwurf“, sagte Baumann und erinnerte mit einem bitteren Lächeln an das Frühjahr 1999. Eine Szene, wie Kainz sie geliefert hatte, „soll mir ja auch schon mal passiert sein“. Es war damals das Saisonfinale, und weil Baumann das leere Tor verfehlte, stieg Nürnberg ab.

Gut für Kainz, dass sein Fauxpas diese weitreichenden Folgen nicht hat. Er kann es jetzt einfach beim nächsten Mal besser machen: „Natürlich bleibt im Hinterkopf die vergebene Chance. Aber ich werde damit umgehen können.“

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