Werder will vom ersten Tag an mutig sein

„Aktivierung aller Systeme“

Gut gelaunt zurück im Rampenlicht: Trainer Florian Kohfeldt ist mit Werder in die Saison-Vorbereitung gestartet und hat betont: „Unser übergeordnetes Ziel ist es, mutig zu sein.“
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Gut gelaunt zurück im Rampenlicht: Trainer Florian Kohfeldt ist mit Werder in die Saison-Vorbereitung gestartet und hat betont: „Unser übergeordnetes Ziel ist es, mutig zu sein.“

Bremen - Bevor geredet wurde, wurde erstmal gepost und fotografiert. Cheftrainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann quetschten sich zwischen drei mannsgroße Puppen, denen die Marketing-Abteilung des SV Werder die neuen Trikots übergezogen hatte und die im Mediensaal des Weserstadions vor der Pressekonferenz zum Vorbereitungsstart quasi das Empfangskommitee für die Bremer Führungsriege bildeten.

Also lächelten Kohfeldt und Baumann aus dem Trikotdschungel heraus in die Kameras – es sollte ein angriffslustiges, ein mutiges Lächeln sein. Getreu dem Motto, das die Trikotpräsentation begleitete und das für Werder Bremen zu einer Art Leitfaden für die kommende Saison werden soll. „We dare to believe. We dare to win.“

Frei übersetzt heißt das so viel wie: „Wir wagen es, an uns zu glauben. Wir wagen es zu gewinnen.“ Was für eine Steilvorlage für Coach Kohfeldt. Zu dessen bevorzugten Themen gehört seit jeher der Mut – Mut, den seine Spieler auf dem Platz haben sollen. Mut, von dem der ganze Verein und alle Fans gepackt werden sollen.

Schluss mit der Depression und der Angst vor dem Abstieg! „Unser übergeordnetes Ziel für die neue Saison ist es, mutig zu sein. Wir wollen eine Gruppe sein, die sich auch mal traut, etwas vorzuleben, wo andere sagen: Hui, das lassen wir lieber. Wir wollen offensiv sein“, sagte Kohfeldt und preschte damit schon mal etwas voraus. Werder Bremen ein Duckmäuserverein, der sich hinter Problemen versteckt? Bitte nicht, so Kohfeldt.

Werder will klares Saisonziel nennen

Sein eigener Mut reicht allerdings nicht aus, schon am ersten Trainingstag der Saisonvorbereitung ein konkretes Saisonziel zu formulieren. Aber das sei nur aufgeschoben – und zwar bis zu dem Zeitpunkt, an dem der noch unfertige Kader endlich vollständig ist. „Wenn die Kaderplanung abgeschlossen ist, werden wir eine ziemlich klare Aussage treffen, wo wir hinwollen – auch tabellarisch. Aber noch brauchen wir ein bisschen Zeit“, erklärte Kohfeldt und kehrte nochmal zum Slogan zurück: „Zwischen ,we dare‘ und ,to win‘ wollen wir uns trauen, nicht zu klein zu denken. Wir wissen aber auch, dass dazwischen sehr viel Arbeit liegt.“

Klar, mutig reden kann jeder. Siegen ist eine andere Sache. Werder hat sich das neue Motto aber nicht verpasst, um ein bisschen zu trommeln und anzugeben. Sondern um zu veranschaulichen, dass der Club wieder raus will aus dem Graubereich der Liga. Zwar benutzt niemand das Schlagwort Europacup, um die Ambitionen zu beschreiben, aber dass das die Richtung sein muss, ist eigentlich auch klar.

Wenn es rausgehen soll aus dem Mittelmaß, dann kann es nur zurück gehen in den Dunstkreis der internationalen Plätze. Dazwischen gibt es nichts, wo es sich aufzuhalten lohnt. „Die Erwartungen dürfen maximal hoch sein“, sagte Kohfeldt. Also vorwärts. Und zwar sofort. So sieht es auch Sportchef Baumann: „Unser Slogan ist kein Zufall. Wir wollen ihn vom ersten Tag an leben und umsetzen. Mit dieser Haltung werden wir losmarschieren.“

Am Montagmorgen war aber zunächst Gemütlichkeit angesagt. Die noch unvollständige Mannschaft – es fehlten einige Nationalspieler und natürlich die WM-Fahrer sowie die aussortierten Spieler – traf sich am Morgen zum gemeinsamen Frühstück im Weserstadion. „Es war uns wichtig, dort zu starten, wo für uns der wichtigste Platz ist: im Stadion“, erläuterte Kohfeldt.

Am Sonntag legt Werder richtig los

Im Stadion ging es auch weiter. Spiroergometrie (Untersuchung von Lungen- und Muskelleistung), neue kognitive Tests (Kohfeldt: „Es ist wichtig, die Spieler in diesem Bereich weiterzubringen“), allgemeine Fitnesschecks, Augenarzt, Zahnarzt, Wiegen und Messen – bis alle Spieler durch sind, „dauert es eineinhalb Tage“, meinte der Trainer, der anschließend individuell zugeschnittene Trainingspläne präsentieren und umsetzen wird.

Fünf Tage Vorlauf gönnt er sich, um die Profis fitzumachen für die Anforderungen der nächsten Wochen. Was man als Vorbereitung vor der Vorbereitung bezeichnen könnte, nennt sich bei Kohfeldt „Aktivierung aller Systeme“. „Ab Sonntag“, so der Coach, „nehmen wir dann aber keine Rücksicht mehr. Dann legen wir wir richtig los – auch im taktischen Bereich.“ Und ab dann wird den Spielern eingeimpft, wie es weiter gut funktionieren kann, dieses „Mutigsein“.

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