Ehemaliger Werder-Profi
Klasnic als Stürmertrainer - mehr als nur eine fixe Idee
Bremen - Vielleicht wird das Gespräch für immer das bleiben, was es ursprünglich war: ein Plausch unter Freunden. Vielleicht wird das, was Frank Baumann und Ivan Klasnic vor einiger Zeit in diesem Gespräch gemeinsam ausgetüftelt haben, aber auch mal als der Anfang einer ziemlich torreichen Geschichte gelten.
Denn der Sportchef des SV Werder Bremen und der Bremer Ex-Torjäger denken seither über eine ganz spezielle Zusammenarbeit nach. Die Idee: Klasnic könnte Stürmertrainer im Nachwuchsbereich des Bundesligisten werden. „Wir haben dieses Modell mal angesprochen“, bestätigt Klasnic, der sich das Ganze in etwa so vorstellt: Wie ein Torwarttrainer mit einem Torwart arbeitet, würde er mit jungen Stürmern arbeiten und versuchen, ihnen das Toreschießen beizubringen.
„Das könnte im Altersbereich U14 bis U19 stattfinden. Die Jungs müssen den Torriecher ja erst noch entwickeln, müssen lernen, wie sie vor dem Tor eiskalt werden“, sagt der 38-Jährige. Bei den Profis sieht er sich dagegen eher nicht: „Die wissen ja schon wo das Tor steht.“ Frage: Ist Klasnics Ansinnen nur eine fixe Idee oder wird mehr daraus? Frank Baumann findet den Ansatz mindestens interessant. Im „kicker“ erklärte er, dass eine solche „Spezialisierung innerhalb des Trainerteams nichts Ungewöhnliches“ mehr sei. Er will nun innerhalb des Vereins abklopfen, „wie wir das Thema umsetzen können“.
Klasnic: „Im Moment zählt nur der Kampf gegen den Abstieg“
Das klingt fast schon nach fester Absicht. Doch tatsächlich sei „noch nicht intensiver gesprochen“ worden, sagt Klasnic, der „ganz in Ruhe“ abwarten will, ob Werder die Installation eines Stürmertrainers im Nachwuchsleistungszentrum für sinnvoll erachtet. Und wenn ja, ob er es wird. „Frank hat gesagt, er meldet sich. Aber im Moment zählt nur der Kampf gegen den Abstieg. Da hat man im Club ganz andere Gedanken“, meint Klasnic, der in 154 Bundesliga-Spielen 50 Tore erzielte.
In seiner gesamten Laufbahn kommt er auf 450 Pflichtspiele, in denen ihm 150 Tore gelangen. Gemeinsam mit Baumann hatte der Torjäger 2004 das Double gewonnen. Vor fünf Jahren war Klasnics Profi-Karriere wegen seiner Nierenerkrankung früher als geplant zu Ende gegangen. Aktuell arbeitet er als Scout und Berater, will sich mit einem Partner eine kleine Agentur aufbauen.