Starker Rückhalt im Tor
Pavlenka: Bei Werder top und in Tschechien bald die „1“?
Bremen - Seine Länderspiele sind mal nicht eben um die Ecke. England, Schweden oder Italien – das wäre für Jiri Pavlenka ja wie ein Gang zum Kiosk. Aber der Tscheche ist mit seinem Nationalteam in China gefordert.
Nanning heißt die Stadt, in der von Donnerstag an ein Viererturnier ausgetragen wird. Außer Tschechien dabei: Gastgeber China, Wales und Auftaktgegner Uruguay. Das alles im Süden des Riesenreichs und etwa 10.000 Kilometer von Bremen entfernt – wer diese Reise auf sich nimmt, für den sollte es sich auch lohnen. Im Fall Pavlenka bedeutet das: Er sollte auch spielen.
Baumann: Pavlenka „ein absolut sicherer Rückhalt“
Einsätze im Nationalteam sind für den Werder-Keeper aber längst nicht immer garantiert. Als er Slavia Prag im Sommer verließ und nach Bremen wechselte, war Pavlenka noch die Nummer drei seines Landes, mittlerweile ist er schon zur Nummer zwei aufgestiegen. Aber Tomas Vaclik (28/FC Basel) muss er noch überholen. Ob er das schaffen wird? Werder-Sportchef Frank Baumann denkt ja: „Jiri bringt in einer Top-Liga Woche für Woche sehr gute Leistungen. Es würde mich nicht überraschen, wenn er die Nummer eins wird.“
Vaclik hat den Vorteil, mit Basel Champions-League-Erfahrungen gesammelt zu haben, Pavlenka geht dagegen durch das Stahlbad Bundesliga – was ganz sicher eine andere Hausnummer ist als die Schweizer Super League. Und ganz wichtig: Der Bremer hält oft wie ein ganz Großer. Siehe die Partie beim FC Augsburg am Samstag. Als Werder in der zweiten Halbzeit unter Druck geriet, war es der Keeper, der den Vorsprung mit starken Paraden verteidigte. „Ein absolut sicherer Rückhalt“ sei der Tscheche, meint Baumann: „Seine Leistungen sprechen Woche für Woche für sich.“
Bekommt Pavlenka seine Chance?
Mal schauen, ob auch Tschechiens Nationaltrainer das irgendwann so sieht. Spannend übrigens: Pavlenka ist am Montagabend zum Siebtplatzierten bei der Wahl zu Tschechiens Fußballer des Jahres gewählt worden. Vaclik wurde Sechster - mit gerade mal zwölf Stimmen mehr als Pavlenka. Zumindest das ist alles andere als ein großer Vorsprung.
Viermal hat Pavlenka bislang erst für sein Land spielen dürfen, darunter drei Freundschaftsspiele und ein sportlich bedeutungsloses WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan. Die Partie markierte nach dem verpassten WM-Ticket allerdings einen Neubeginn und damit den Start einer Experimentierphase. Erst spielte Pavlenka, in der nächsten Partie in Tomas Koubek (Stade Rennes) der dritte Bewerber um den Stammplatz, dann Vaclik. Und nun in China?
Der Test gegen Uruguay am Freitag ist der erste des Jahres und könnte schon einen Fingerzeig für die Zukunft geben. Im zweiten Spiel treffen die Tschechen entweder auf Wales oder auf China mit Werder-Stürmer Yuning Zhang.
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