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Oldenburg - Im Halbfinale war es vorbei: Johan Micoud hatte es an der rechten Wade erwischt. Die Werder-Legende erlebte am Freitagabend die 4:6-Finalpleite gegen Benfica Lissabon beim Turnier der Traditionsmannschaften in Oldenburg nur noch als Zuschauer.
Ganz überraschend kam das nicht. „Ich spiele nur noch selten Fußball“, hatte der 45-Jährige zuvor verraten. Seine Nachfolger bei Werder schaut sich der Double-Sieger von 2004 auch nur selten an, der Franzose kümmert sich lieber intensiv um seinen Heimatclub AS Cannes, will ihn zurück in den bezahlten Fußball führen. Was er sonst noch so macht, erzählt Micoud im Interview mit der DeichStube.
Monsieur Micoud, die Fans stimmen hier in Oldenburg immer wieder den berühmten Micoud-Song an. Wie ist das für Sie?
Micoud: Das ist ein großartiges Gefühl. Jedes Mal, wenn ich ich hierhin komme, singen die Fans diesen Song. Und wenn ich wieder zu Hause in Frankreich bin und den Song anmache, denke ich an diese Momente hier.
Wie oft hören Sie daheim den Song?
Micoud: Immer mal wieder. Das ist ja eigentlich auch ein ganz normaler Song von den Beatles. Ich liebe ihn.
Mögen Sie überhaupt Hallenfußball?
Micoud: Es ist okay. Aber man muss schon fit sein. Man muss wirklich sehr viel rennen – vor und zurück. Aber ich mag diese Art des Fußballs, weil man sehr oft an den Ball kommt.
Wie oft spielen sie noch Fußball in Frankreich?
Micoud: Nicht so oft. Das sieht man, oder? (lacht) Manchmal spiele ich mit ein paar Freunden auf einem Platz wie diesem hier - vielleicht auch etwas kleiner. In Cannes trainiere ich gelegentlich auch mit der ersten Mannschaft.
Sie haben dort einen neuen Job, was genau machen Sie beim AS Cannes?
Wie schwierig ist es, im französischen Fußball in die zweite Liga aufzusteigen?
Micoud: Sehr schwierig. Denn aus der fünften und der vierten Liga steigt immer nur der Meister auf. Wir müssen also einen sehr, sehr guten Job machen. Aber ich mache diese Arbeit wirklich gerne.
Micoud: Ich bin schon so etwas wie der Manager, kümmere mich um alle sportlichen und organisatorischen Dinge.
Werden Sie irgendwann auch Spieler aus Deutschland holen?
Micoud: Das kann gut sein. Aber dafür spielen wir noch zu tief. Wenn wir in der zweiten Liga sind, dann können wir das vielleicht machen.
Wie wäre es denn mit Ihren ehemaligen Teamkollegen – Ailton oder Ivan Klasnic hinterlassen hier beim Turnier doch einen guten Eindruck?
Micoud: Ach was, die können doch nicht mehr spielen - es ist vorbei für sie (lacht).
Haben Sie eigentlich noch Ihr Weingut in Frankreich?
Micoud: Ja, in Bordeaux. Das macht Spaß.
Wie schätzen Sie die aktuelle Werder-Mannschaft ein?
Johan Micoud: Das kann ich gar nicht sagen. Ich schaue zu selten Spiele. Ich habe aber gehört, dass es eine offensiv denkende Mannschaft sein soll, die guten Fußball spielen will. Das gefällt mir natürlich.
Fotostrecke: Werder beim Hallenturnier in Oldenburg