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Florian Kohfeldt hat beim 4:0-Sieg von Werder Bremen gegen Hannover 96 bewiesen: Auch offensiver Fußball kann defensiv erfolgreich sein. Ein Kommentar von Björn Knips.
Was war die Skepsis groß, als Werder zum dritten Mal in Folge auf einen U23-Coach als Retter setzte. Und was macht dann dieser Florian Kohfeldt? Er gewinnt nicht nur sein erstes Heimspiel und holt den ersten Dreier der Saison, nein, er gibt Bremen auch ein ganz besonderes Gefühl zurück: im Weserstadion spielen nicht mehr nur die Gegner Fußball. Werder wagt wieder etwas, will selbst das Geschehen auf dem Platz bestimmen – und wird belohnt.
Natürlich hätte es auch anders kommen können, wenn Martin Harnik kurz nach der Pause nicht an Werder-Keeper Jiri Pavlenka gescheitert wäre. So knapp ist das im Fußball. Aber ein Eindruck wäre in jedem Fall geblieben: Unter Kohfeldt gibt es ein anderes Werder als unter Nouri, ein wesentlich ansehnlicheres.
Kohfeldt krempelt verunsicherte Mannschaft völlig um
Das macht einfach mehr Spaß. Und ganz offensichtlich passt dieses offensivere Konzept auch bestens zum Personal. Max Kruse und Co. wirkten wie befreit vom bisherigen defensiven Grundgedanken. Kohfeldt hat das Spielgeschehen einfach 20, 30 Meter weiter nach vorne verlegt. Auch dort lässt sich erfolgreich verteidigen, wie die Null hinten zeigt. Ein weiterer ganz wichtiger Aspekt des Sieges.
Es geht um die Balance. Die muss Werder dauerhaft finden. Der Weg dahin ist noch weit, Kohfeldt dafür aber der richtige Mann. In nur drei Wochen hat er eine verunsicherte Mannschaft umgekrempelt, ohne personell viel zu verändern. Denn er hat den Spielern auf dem Platz Lösungen gezeigt und damit bewiesen, dass er selbst eine gute Lösung ist. Als Dank hat die Mannschaft die allgemeine Skepsis einfach mal weggeballert. Diesen Eindruck gilt es nun zu bestätigen, dann kommt Werder da unten raus.
Einzelkritik: Kruse überragend, Bartels endlich wieder in Form