Vor DFB-Pokal-Spiel gegen Schalke 04
Kruses Ziel: Mit Poker-Power ins Halbfinale
Bremen – Doping durch Poker! Geht nicht? Geht doch! Fragen Sie mal Max Kruse! Während der Kapitän des SV Werder mit dem Club über eine Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrags verhandelt, liefert er eine Top-Leistung nach der anderen ab.
Sechs Tore in den vergangenen vier Spielen, insgesamt zehn Scorerpunkten aus den letzten fünf Partien – Höchstform nennt man das. Kruse ist natürlich auch der große Hoffnungsträger für das DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwoch (20.45 Uhr) bei Schalke 04. Ein Spiel, das der 31-Jährige unbedingt gewinnen will: „Wir wissen, wir können im Pokal viel erreichen.“ Und viel zu erreichen, ist ganz im Sinne des Poker-Power-Spielers.
Denn noch steht in Kruses Karriere kein Titelgewinn – mal abgesehen vom Deutschen Supercup 2015/16 mit dem VfL Wolfsburg. Es wird also langsam Zeit, mal etwas Großes in die eigene Vita zu schreiben. Denn wer weiß, wie oft die Chance für Kruse noch kommen wird? Wer weiß überhaupt, wo er in der kommenden Saison spielen wird? Kruse selbst weiß es nicht, sagt er auf der Pressekonferenz vor dem so wichtigen Pokalspiel.
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Je mehr Spekulationen, desto besser der Kruse
Und es interessiere ihn zu diesem Zeitpunkt auch nicht: „Das ist keine Frage, die es heute zu erörtern gilt. Ich bin dafür da, dass die Mannschaft erfolgreich ist. Das ist das, was mich interessiert.“ Inter Mailand oder Tottenham Hotspur, zwei Clubs, die sich wiederum für ihn interessieren, gehören dagegen offiziell nicht zu Kruses Gedankenwelt. „Ich habe keine Zeit, mich damit zu beschäftigen“, sagt der Bremer Teamkapitän. Kann so sein, kann aber auch ein Rückgriff auf eine bei Fußballern sehr beliebte Ausflucht sein.
Wie auch immer. Das Besondere an Kruse ist, dass er auf dem Platz besser wird, je mehr Spekulationen sich um ihn ranken, je mehr über ihn geredet wird. Druck macht ihm das Ganze überhaupt nicht, sagt er und fragt grinsend in die Journalistenrunde: „Oder habt ihr das Gefühl, dass es anders ist?“ Nein, niemand. Insgesamt ist die Werder-Welt von der ungeklärten Kruse-Thematik wenig belastet. Trainer Florian Kohfeldt ist davon „kein Stück genervt“. Sportchef Frank Baumann räumt zwar ein, dass eine positive Lösung „kein Selbstläufer“ ist, zeigt sich aber „optimistisch, dass wir ihn auch diesmal überzeugen können.“
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Die Teilnahme am internationalen Wettbewerb wird dabei ein gewichtiges Argument sein. Womit wieder Schalke und das Viertelfinale das Thema ist. Der DFB-Pokal ist der kürzeste Weg nach Europa, der Sieger steht in der Europa League, der unterlegene Finalist geht aber leer aus. Werder ist auf dem kurzen Weg schon weit gekommen. Weit genug, um jetzt auch vom großen Wurf träumen zu dürfen.
„Aber das macht Schalke auch“, meint Kruse, der nichts auf die 16 Punkte und acht Tabellenplätze gibt, die beide Teams in der Liga trennen. Auch die Bremer Siege in Hin- und Rückrunde (2:0 und 4:2) seien jetzt „völlig egal. Einen Favoriten gibt es nicht. Jeder wird doch alles geben, um seinen Traum von Berlin weiterzuleben.“ Kruse sowieso, denn selbst hinter dem Ziel Pokal-Finale steht bei ihm auch noch kein Haken. Beim Werder-Triumph 2009 war er 21 Jahre alt und spielte noch für die U23.