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Bremen - Führungsspieler! Ein großes Wort im Fußball. Jeder will am besten gleich mehrere im Team haben. Jeder sucht sie, jeder braucht sie. Auch Werder Bremen.
Durch die Abgänge von Thomas Delaney und Zlatko Junuzovic hat sich gerade im Mittelfeld, dem natürlichen Lebensraum von Führungsspielern, ein Defizit ergeben. Wer dort nun das Kommando führen soll? Philipp Bargfrede kommt einem als erstes in den Sinn. Oder Maximilian Eggestein! Der 21-Jährige gehörte in der vergangenen Saison zu den formstabilsten Spielern, absolvierte 33 von 34 Partien, mauserte sich vom Talent zur Stammkraft. Logisch, dass Trainer Florian Kohfeldt auch ihn im Blick hat, wenn es darum geht, die Verantwortung auf dem Platz neu zu verteilen. Jedoch mag er Eggestein auch nicht überfordern.
„Ich bin sehr optimistisch, dass Maxi wieder eine ähnlich konstante Leistung bringt wie in der vergangenen Saison. Er ist als Typ zudem sehr bedacht, hat aber auch gelernt, sich im richtigen Moment zu äußern. Ich will ihm aber noch die Bürde aufdrücken, jetzt der absolute Leader sein zu müssen“, erklärt Kohfeldt. Mit 21 Jahren wäre das vielleicht noch zu früh. Wenngleich Kohfeldt auch sagt: „Maxi hat schon geführt in der Rückrunde – auf seine Art und Weise. Da geht es auch gar nicht so sehr um Körpersprache oder darum, auf dem Platz herumzubrüllen. Maxi ist insgesamt schon weit in diesem Bereich.“
Die Fragen, die Maximilian Eggestein in die neue Saison begleiten werden, gehen allerdings sogar über den Faktor Werder-Führungsspieler hinaus. Wird sein Name vielleicht sogar auftauchen, wenn Bundestrainer Joachim Löw mit neuen Spielern versucht, das WM-Debakel aufzuarbeiten und die Zukunft zu planen? In dem Bremer einen Kandidaten zu sehen, ist so abwegig nicht. Erst recht nicht, wenn er in Bremen weiter in dem Tempo an den Aufgaben wächst, wie er es zuletzt getan hat.
Werder sucht noch zwei neue Mittelfeldspieler
Bei Werder läuft zwar die Suche nach zwei neuen Mittelfeldspielern, doch laut Aussage von Sportchef Frank Baumann wird da wohl niemand kommen, hinter dem sich Maxi Eggestein verstecken müsste. Wahnsinnige Investitionen sind jedenfalls nicht geplant. Es geht „nicht um einen besonders großen Namen“, hebt Baumann immer wieder hervor. Und nur weil Werder für Thomas Delaney mehr als 20 Millionen Euro eingenommen hat, könne er nun auch nicht mit dem Einkaufswagen durch den Supermarkt der Superstars ziehen.
„Wir haben schon zehn Millionen Euro in die Mannschaft investiert – sehr gut investiert, glaube ich“, meint Baumann. Da bleibt kein sonderlich großer Spielraum mehr für einen Mega-Transfer, von dem einige vielleicht träumen. „Nichts Verrücktes“ machen zu wollen und zu können, ist das, was Baumann zu sagen pflegt.