DeichBlick-Kolumne: Nils Petersen schreibt für die DeichStube
„Kruse weiß, was er an Werder hat: Max und ich brauchen diese Wohlfühloasen“
Von Nils Petersen. Am Samstag geht’s für uns zu einem Europapokal-Aspiranten. Ja richtig, zu einer Mannschaft in Top-Form, die nicht am Limit spielt, sondern mit Frankfurt und Hoffenheim zu den aktuell konstantesten Mannschaften zählt! Ich freue mich riesig darüber, dass Werder mal wieder für Furore sorgt. Dass Fans und Stadt für ihre Geduld in den letzten Jahren belohnt und regelmäßig wieder verwöhnt werden.
Es ist für uns Freiburger das erste Mal seit langem, dass wir mit sehr, sehr großem Respekt die Reise an die Weser antreten. Das haben sich Florian Kohfeldt und seine Mannen auch verdient. Es macht Spaß, zuzuschauen und die Konstanz ist beeindruckend: In jedem Spiel ein Tor! Immerhin haben wir es beim 1:1 im Hinspiel bis zur 92. Minute zu Null geschafft.
Damals war es aber noch nicht absehbar, dass Werder diese Rolle in der Liga einnimmt. Die Transfers von Milot Rashica und Davy Klaassen haben sich bezahlt gemacht. Die Eggesteins sind schon jetzt Identifikationsfiguren, denen man im Verein auch Phasen verzeihen würde, in denen es nicht läuft – aber auch sie zeigen Konstanz.
Schon gelesen? Auf Umwegen zum Ziel: Höler und seine ganz besondere Verbindung zu Werder
Den Status, den Kruse sich in Bremen erarbeitet hat, bekommt er bei keinem Verein
Und über Max Kruse muss man gar nicht viel schreiben: Der Junge tut Werder so gut. Und Werder ihm. In meinen Augen tut er sich den größten Gefallen, wenn er Bremen die Treue hält. Max und ich durften schon das eine oder andere sehen, er sogar auf internationalem Niveau. Er weiß, was er an Werder hat und dass er dort seine besten Leistungen abruft. Diesen Status, den er sich in Bremen erarbeitet hat, bekommt er bei keinem anderen Verein.
Ich kenne Werder und Freiburg aus dem Effeff und weiß, dass beide Clubs Wohlfühloasen sind. Max und ich sind Spieler, die das benötigen, um unser Maximum an Leistung abrufen zu können. Mit ihm, Rashica und Jojo sowie Piza oder Martin Harnik in der Hinterhand hat Werder auch in Zukunft eine Offensive, die um Platz drei bis sieben mitspielen kann.
Schon gelesen? Maxi Eggestein erklärt seine Vertragsverlängerung
Petersen: „Ich muss leider verletzungsbedingt auf Bremer Knipp verzichten“
Ein fitter Yuya Osako und womöglich noch Rückkehrer Niclas Füllkrug würden das Ganze noch abrunden. Fin Bartels nicht zu vergessen! Hui, hui, hui! Viel Spaß bei der Mannschaftsaufstellung, Flo Kohfeldt! Auf Dauer fehlt uns Freiburgern dann leider ein weiterer Kontrahent im Abstiegsstrudel, aber ehrlich gesagt, freut mich das.
Ich muss in dieser Saison leider verletzungsbedingt auf Bremer Knipp und „Lebenslang Grün-Weiß“-Musik verzichten. Meine nicht immer sichtbaren Muskeln zwicken – Ü30 halt. Aber im nächsten Jahr kann ich dann Max und Piza fragen, was das Geheimnis ist. Oder in Berlin Ende Mai, wenn ich auf neutralem Boden vielleicht mal wieder das Nordderby erleben darf – das würde ich mir gerne angucken. Ab Samstag, 17.19 Uhr, bin ich nämlich auch wieder Bremer Daumendrücker.
DeichStuben-Kolumnist Nils Petersen vor dem Spiel von Werder Bremen bei Bayern München: „Einfach mal die Kaugummi-Sorte wechseln...“
Zur Person: Der 29-jährige Stürmer kam 2012 vom FC Bayern München zum SV Werder. Für die Grün-Weißen erzielte er in 72 Pflichtspielen 18 Tore und bereitete neun weitere vor, ehe er im Januar 2015 zum Bundesliga-Konkurrenten SC Freiburg transferiert wurde. Im Breisgau ist Petersen – wie auch schon in Bremen – Publikumsliebling.
Fotos
Nils Petersen: Seine Karriere in Bildern




