Verstärkungen fürs Mittelfeld gesucht

Bargfrede über Transfers: „Hoffe schon, dass da noch etwas passiert“

Philipp Bargfrede in Zell am Ziller.
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Philipp Bargfrede in Zell am Ziller.

Zell - Schönfärberei bringt ja nichts. Es sieht ja ohnehin jeder, was im Bremer Mittelfeld los ist. Drei Spieler verloren, in Kevin Möhwald bislang nur einen dazu bekommen – „ich hoffe schon, dass da noch etwas passiert“, sagt Philipp Bargfrede, der damit auf einer Linie liegt mit dem Teamkollegen Niklas Moisander.

Der Finne hatte sich ebenfalls für Verstärkungen im Mittelfeld ausgesprochen. Und da die beiden zu jenen Spielern gehören, die die Mannschaft des SV Werder anführen sollen, dürfen ihre Aussagen schon als Mahnung verstanden werden. Der Bremer Kader, er braucht noch mehr Qualität.

Verlust von Delaney wiegt schwer

Denn Bargfrede, bei Coach Florian Kohfeldt absolute Stammkraft auf der Sechser-Position, weiß, wie schwer speziell der Verlust von Thomas Delaney wiegt. „Er war ein Top-Achter, mit seiner Laufstärke hat er uns defensiv und offensiv enorm geholfen“, sagt er. Dass Werder den Dänen für mehr als 20 Millionen Euro an Borussia Dortmund verkauft hat, akzeptiert Bargfrede zwar klaglos („Den Deal musste der Verein machen“), jetzt muss aber auch in der Gegenrichtung etwas passieren. 

Zumal das Mittelfeld durch die Abgänge von Zlatko Junuzovic und Jerome Gondorf zusätzlich ausgedünnt wurde. Sechser sind mittlerweile Mangelware, Bargfrede ist fast schon der Einzige seiner Art. „Maxi Eggestein kann das auch spielen“, sagt er zwar. Aber Maxi Eggestein ist auf der Halbposition bestens aufgehoben, wie die vergangene Saison gezeigt hat.

Bleibt Bargfrede fit?

Damit Notlösungen nicht an die Stelle einer richtigen Kaderstruktur treten, braucht es noch Zugänge, die Sportchef Frank Baumann auch in Aussicht stellt, die aber noch keine Namen haben. Dass die Suche zu einem Ergebnis führt, ist auch deshalb enorm wichtig, weil über Bargfrede selbst immer eine dunkle Wolke der Ungewissheit schwebt. Bleibt er verletzungsfrei, erwischt es ihn wieder? Oder hat das seit der vergangenen Saison praktizierte, stark individualisierte und reduzierte Trainingsprogramm die Gefahr neuer Verletzungen tatsächlich so weit minimiert, dass er erneut problemlos durchs Jahr kommt? 1869 Minuten hat er in der vergangenen Spielzeit absolviert – so viele wie seit der Saison 2010/11 nicht mehr. „Es tut mir gut, so wie wir es machen“, meint Bargfrede, „und fit fühle ich mich trotzdem“.

So läuft die Belastungssteuerung

Auch im Trainingslager im Zillertal greift das Prinzip aus dosierter Belastung und zwischenzeitlicher Schonung. Am Samstagvormittag fuhr Bargfrede zum Beispiel nur Rad, am Nachmittag stand er mit dem Team auf dem Platz. Und eines der Testspiele am Sonntag wird er auch absolvieren. Wieviel der 29-Jährige macht und was er seinem in der Vergangenheit so verletzungsanfälligen Körper zumuten kann, „legen wir immer kurzfristig und nach Absprache mit den Trainern und den Physios fest. Es gibt da keinen grundsätzlichen Plan“, erklärt Bargfrede.

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Werder-Training am Samstag.
Werder-Training am Samstag. © Gumz
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