Ein doppelter Doppelpack

Pizarro trifft doppelt und legt doppelt auf - Werder schlägt Meppen mit 5:2

Der Altmeister Claudio Pizarro ist nicht zu stoppen.
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Der Altmeister Claudio Pizarro ist nicht zu stoppen.

Cloppenburg - Zweites Testspiel in der Länderspielpause, erster Sieg: Vier Tage nach dem 1:2 gegen den FC Emmen hat sich Werder Bremen am Samstagnachmittag in Cloppenburg vor 2500 Zuschauern mit 5:2 (2:0) gegen den Drittligisten SV Meppen durchgesetzt.

Entscheidender Mann war Claudio Pizarro (fast 40), der zwei Tore und zwei Vorlagen lieferte – und hinterher ganz schön schnaufte: „Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal 90 Minuten gespielt habe. Das war schon etwas lang – aber ich brauche es, um Spielpraxis zu bekommen.“ Insgesamt, so lautete das Fazit des Peruaners, „hat es Spaß gemacht“.

Das Spiel hatte kaum begonnen, da durfte Werder bereits das erste Mal jubeln: Altmeister Pizarro sorgte für das frühe 1:0 (6.). Meppens Torhüter Eric Domaschke hatte den Ball nach einem Rückpass vertändelt, Pizarro musste nur noch einschieben, um seinen ersten Treffer seit seiner Rückkehr zu erzielen. Ein Start nach Maß also für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt, der in Rechtsverteidiger Henry Rorig einen Spieler aus der U19 in die Startelf beordert hatte.

Viel Rotation in der Offensive

Meppen spielte nach dem Rückstand zwar gefällig nach vorne und kam durch Marius Kleinsorge (12.) und Max Wegner (13.) auch zu Abschlüssen, musste aber kurz darauf den nächsten Gegentreffer hinnehmen: Nach Pizarro-Vorarbeit erhöhte Yuya Osako aus kurzer Distanz auf 2:0 (19.).

Yuya Osako trifft in der 19. Minute zum 2:0.

Kohfeldt hatte schon im Vorfeld angekündigt, während des Spiels einiges ausprobieren zu wollen – und das tat der 35-Jährige dann auch. In der Offensive ließ er seine Spieler enorm viel rotieren. Mal ein 4-3-3 mit Josh Sargent, Pizarro und Osako in vorderster Reihe, dann wieder ein 4-4-2 mit Pizarro und Sargent als Doppelspitze. Max Kruse war im Mittelfeld zudem mit allen Freiheiten ausgestattet.

Auch wenn der Ball flüssig durch die Bremer Reihen lief - an die Wand spielte das Team den Drittligisten nicht. Meppen um die Ex-Werderaner Julian von Haacke und Wegner hielt nach Kräften dagegen und wäre durch Marco Komenda beinahe zum Anschluss gekommen: Der Kopfball des Innenverteidigers landete auf der Latte (28.).

Sechs Wechsel zur Pause bei Meppen

Zur zweiten Hälfte wechselte Meppens Trainer Christian Neidhart gleich sechs neue Spieler ein, bei Werder kam Yannik Engelhardt (U19) für Osako. Mirco Born hätte fast für das 1:2 gesorgt, scheiterte aber an Werder-Keeper Luca Plogmann (47.). Auf der anderen Seite fand Sargent nach schöner Kombination über Kruse und Davy Klaassen seinen Meister im neuen Meppener Schlussmann Jereon Gies (50.). Viel mehr bot Werder in der Offensive zu Beginn der zweiten Hälfte nicht.

Meppens Mirco Born scheitert an Werder-Keeper Luca Plogmann.

Anders Meppen: Die Emsländer erarbeiteten sich Spielabteile - und wurden dafür belohnt: Deniz Undav traf nach einer Flanke völlig unbedrängt per Kopf zum 1:2 (60.) und hätte in der 69. Minute den Ausgleich erzielen können. Plogmann war aber zur Stelle. Kohfeldt brachte in Luke Dettki, Caram Carneiro Alves und Pascal Hackethal drei weitere U 19-Spieler – und Hackethal setzte direkt ein Ausrufezeichen: Nach feiner Vorarbeit von Davy Klaassen schob er überlegt zum 3:1 ein (76.).

Dominiert, aber nicht geglänzt

Entschieden war das Spiel damit aber noch nicht. Meppen verkürzte abermals, und abermals war es Undav, der den Ball per akrobatischer Einlage an Plogmann vorbei ins Tor bugsierte – 2:3 (79.). Die Antwort des Bundesligisten folgte jedoch prompt: Sargent markierte nach der zweiten Pizarro-Vorlage des Tages das 4:2 (82.). Kurz darauf war die Bremer Vereinslegende noch einmal selbst dran und traf per Kopf zum 5:2 (90.). Es war der Schlusspunkt am Ende eines Spiels, das Werder insgesamt zwar dominiert hatte – allerdings ohne dabei zu glänzen.

„Insgesamt bin ich zufrieden“, resümierte Werder-Coach Florian Kohfeldt, der nach der Geburt seines Sohnes wieder dabei war: „Natürlich war nicht alles gut – aber wir haben heute wieder gezeigt, welche Art Fußball wir spielen wollen.“

Werder: Plogmann - Jacobsen, Moisander (64. Dettki), Langkamp, Rorig - Sahin (72. Carneiro Alves), Klaassen, Osako (46. Engelhardt), Kruse (64. Hackethal) - Pizarro, Sargent

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