Claudio Pizarro will seinen Rekord weiter ausbauen.
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Bremen - Jetzt ist er also angekommen im Club der nicht mehr so ganz taufrischen Bundesliga-Profis. Claudio Pizarro, seit Mittwoch 40 Jahre alt, könnte nun seine Zeit darauf verwenden, die Altersrekorde der Liga zu jagen.
Doch Rekorde mit dem Zusatz „Alter“ interessieren Pizarro nur am Rande. Die wichtigste aller Bestmarken ist für ihn die des besten ausländischen Torschützen der Bundesliga-Historie. Seit seinem Treffer für den 1. FC Köln im März 2018 gegen den VfB Stuttgart (2:3) steht er bei bislang unerreichten 192 Toren – doch der Rekord wackelt.
Bayerns Robert Lewandowski, aus Polen stammend, holt mächtig auf, hat schon 183 Treffer auf dem Konto. Nur noch neun fehlen bis zu Pizarro. Doch der will seinen Rekord unbedingt mit in die Rente nehmen. „Ich will ich noch ein paar Tore schießen, damit er es schwerer hat“, sagte Pizarro im Interview mit der „Deutschen Welle“: „Ich will den Rekord behalten.“
Pizarro trifft auf einen seiner Lieblingsgegner Dann muss er es jetzt langsam wieder klingeln lassen. Für Werder ist Pizarro in dieser Saison noch torlos, am vergangenen Spieltag traf er in Stuttgart (1:2) nur den Pfosten. Nun kommt im VfL Wolfsburg ein Team ins Weserstadion, das zu seinen Lieblingsgegnern gehört. 15 Tore hat Pizarro in seiner Karriere gegen die „Wölfe“ erzielt, nur gegen den HSV sind es mit 21 mehr.
Gegen Wolfsburg war es auch, als der damals noch blutjunge und gerade frisch in die Bundesliga geholte Peruaner ein erstes dickes Ausrufezeichen setzte. Dreierpack beim Bremer 7:2-Erfolg im September 1999. 19 Jahre ist das her, aber Pizarro ist immer noch dabei. Ein weiterer Dreierpack ist zwar nicht mehr unbedingt von ihm zu erwarten, aber noch ein Törchen hier und da – wieso nicht? Lewandowski wird die noch fehlenden neun Tore mit ziemlich großer Sicherheit noch in dieser Saison erzielen.
Pizarros Karriere in Bildern Willkommen in Bremen: Ein junger Claudio Pizarro macht sich im August 1999 für seinen allerersten Bundesliga-Einsatz bereit. © imago/Team 2 Beim Startelf-Debüt gelingt Pizarro gleich sein erstes Bundesliga-Tor. Kaiserslauterns Andreas Reinke ist machtlos. Innerhalb der nächsten Woche lässt er fünf weitere Treffer folgen und erobert die Fan-Herzen im Sturm. © imago/Jaspersen Auch beim „Wunder von der Weser“ gegen Olympique Lyon, als Bremen eine 0:3-Pleite aus dem Hinspiel noch dreht, ist Pizarro beteiligt. Er erzielt den 4:0-Endstand. © imago/Jaspersen 29 Tore erzielte Pizarro in zwei Jahren für Werder. Hier bejubelt er einen Treffer mit Rade Bogdanovic. © imago Claudio Pizarro Nach zwei Jahren in Bremen folgt Pizarro dem Ruf aus München. Neben Vizepräsident Dr. Fritz Scherer (l.) und Karl-Heinz Rummenigge präsentiert er stolz das Trikot mit der Nummer 14. © imago/ActionPictures Claudio Pizarro Für den FC Bayern spielt Pizarro erstmals in der Champions League. Im April 2002 bejubeln Stefan Effenberg und Bixente Lizarazu seinen 2:1-Siegtreffer gegen die „Galaktischen“. Zinedine Zidane schaut enttäuscht zu, im Rückspiel setzt sich Real Madrid aber durch. © imago/WEREK Claudio Pizarro Zwei der erfolgreichsten ausländischen Bundesliga-Torschützen beim gemeinsamen Jubel: Claudio Pizarro nimmt Sturmpartner Giovanne Elber Huckepack. Ein Bild, an das sich die Konkurrenz im Oktober 2002 gewöhnen musste. © imago/WEREK Claudio Pizarro Mit den Bayern gewinnt Pizarro die ersten Titel. In der Saison 2002/03 werden sie Meister und Pokalsieger. Im Finale trifft „Pizza“ gegen Kaiserslautern und reckt anschließend den Pokal in die Höhe. © imago/Ulmer Claudio Pizarro Im Mai 2005 feiert Pizarro erneut das Double. Während er auf dem Münchner Rathausbalkon die Meisterschale präsentiert, verbirgt sich hinter dem DFB-Pokal sein langjähriger Mitspieler Torsten Frings. © imago/ActionPictures Claudio Pizarro Ausgebremst: In London wird Pizarro in der Saison 2007/2008 nicht glücklich. Für den FC Chelsea erzielt er nur zwei Tore und kommt über die Rolle des Einwechselspielers nicht hinaus. Nach einer einjährigen Leihe verpflichtet Ex-Klub Werder den Peruaner 2009 erneut. © imago Auch auf dem Bremer Rathausbalkon darf Pizarro sich den Pott krallen. Das DFB-Pokal-Finale 2009 gewann Werder Bremen dank Mesut Özil mit 1:0 gegen Bayer Leverkusen. Im UEFA-Cup-Finale hatten sie weniger Glück, verloren gegen Schachtar Donezk mit 1:2 in der Verlängerung. Auch auf dem Bremer Rathausbalkon darf Pizarro sich den Pott krallen. Das DFB-Pokal-Finale 2009 gewann Werder Bremen dank Mesut Özil mit 1:0 gegen Bayer Leverkusen. Im UEFA-Cup-Finale hatten sie weniger Glück, verloren gegen Schachtar Donezk mit 1:2 in der Verlängerung. © imago Die Entschlossenheit steht ihm ins Gesicht geschrieben: Pizarro trifft zum 1:0 gegen Twente Enschede und egalisiert damit das Hinspielergebnis in der Europa League. Seine beiden weiteren Tore markieren den Hattrick und bringen Werder in die nächste Runde. Dort scheiden sie trotz seiner drei Scorerpunkte gegen Valencia aus. (Februar 2010) Die Entschlossenheit steht ihm ins Gesicht geschrieben: Pizarro trifft zum 1:0 gegen Twente Enschede und egalisiert damit das Hinspielergebnis in der Europa League. Seine beiden weiteren Tore markieren den Hattrick und bringen Werder in die nächste Runde. Dort scheiden sie trotz seiner drei Scorerpunkte gegen Valencia aus. (Februar 2010) © imago Küsschen für die Fans: Auch gegen Köln gelingt Pizarro im November 2011 ein Hattrick. Nachdem er den 2:0-Vorsprung durch Christian Clemens und Lukas Podolski ausgeglichen hatte, erzielt er kurz vor Schluss den 3:2-Siegtreffer. Küsschen für die Fans: Auch gegen Köln gelingt Pizarro im November 2011 ein Hattrick. Nachdem er den 2:0-Vorsprung durch Christian Clemens und Lukas Podolski ausgeglichen hatte, erzielt er kurz vor Schluss den 3:2-Siegtreffer. © imago Der zweite Werder-Abschied: Die Werder-Bosse Klaus Filbry, Klaus Allofs und Klaus-Dieter Fischer (v.l.) verabschieden Pizarro im September 2009 aus Bremen. Der zweite Werder-Abschied: Die Werder-Bosse Klaus Filbry, Klaus Allofs und Klaus-Dieter Fischer (v.l.) verabschieden Pizarro im September 2009 aus Bremen. © imago Zwar rückt Pizarro bei seiner erneuten Station in München ins zweite Glied, Glanzpunkte setzt er aber weiterhin. Über einen dürften sich auch Werder-Fans gefreut haben: Beim 9:2-Schützenfest gegen den HSV erzielte „Pizza“ im März 2013 vier Tore und legt zwei weitere auf. Zwar rückt Pizarro bei seiner erneuten Station in München ins zweite Glied, Glanzpunkte setzt er aber weiterhin. Über einen dürften sich auch Werder-Fans gefreut haben: Beim 9:2-Schützenfest gegen den HSV erzielte „Pizza“ im März 2013 vier Tore und legt zwei weitere auf. © imago Aber nicht nur gegen den HSV zeigte er seine Klasse. Beim 5:2-Erfolg gegen Werder Bremen im April 2014 macht Pizarro zwei Tore selbst und bereitet eins vor. Aber nicht nur gegen den HSV zeigte er seine Klasse. Beim 5:2-Erfolg gegen Werder Bremen im April 2014 macht Pizarro zwei Tore selbst und bereitet eins vor. © imago Abschied mit einem Titel. 2015 war Pizarro kaum noch zum Einsatz gekommen. Abschied mit einem Titel. 2015 war Pizarro kaum noch zum Einsatz gekommen. © imago Claudio Pizarro Weniger Glück hatte Pizarro im Trikot der peruanischen Nationalmannschaft. Für eine WM spielte er bisher nie. Bei der Copa America war der größte Erfolg die Teilnahme am Halbfinale 2015. Dort war gegen Chile Schluss. © imago/Fotoarena Ankunft in Bremen im September 2015: Als Pizarro am Münchner Flughaften gesichtet wird, verbreiten sich die Bilder im Netz wie ein Lauffeuer. Als er in Bremen landet, erwarten ihn dort bereits zahlreiche Werder-Fans sowie Pressevertreter. Was für eine Rückkehr! Ankunft in Bremen im September 2015: Als Pizarro am Münchner Flughaften gesichtet wird, verbreiten sich die Bilder im Netz wie ein Lauffeuer. Als er in Bremen landet, erwarten ihn dort bereits zahlreiche Werder-Fans sowie Pressevertreter. Was für eine Rückkehr! © imago Wenig später ist es so weit: Gegen Hoffenheim feiert Pizarro die nächste Werder-Rückkehr. Der Einstand gelingt, mit einer Torvorlage in der Nachspielzeit bringt er Werder auf die Siegerstraße. Wenig später ist es so weit: Gegen Hoffenheim feiert Pizarro die nächste Werder-Rückkehr. Der Einstand gelingt, mit einer Torvorlage in der Nachspielzeit bringt er Werder auf die Siegerstraße. © imago Der Torhunger ist noch längst nicht gestillt. Im Spiel gegen Hertha trifft Pizarro per Elfmeter zum Anschluss und hat es danach ganz eilig. Sein Wille wird belohnt, wenig später stibitzt der Peruaner Santiago Garcia den Ausgleichstreffer. Er hatte den Ball noch mit den Haarspitzen gestreift. Der Torhunger ist noch längst nicht gestillt. Im Spiel gegen Hertha trifft Pizarro per Elfmeter zum Anschluss und hat es danach ganz eilig. Sein Wille wird belohnt, wenig später stibitzt der Peruaner Santiago Garcia den Ausgleichstreffer. Er hatte den Ball noch mit den Haarspitzen gestreift. © imago Pizarro hat immer noch den richtigen Torriecher und schenkt den Leverkusenern beim 4:1-Sieg drei Tore ein. Pizarro hat immer noch den richtigen Torriecher und schenkt den Leverkusenern beim 4:1-Sieg drei Tore ein. © imago Mitte März 2016 zieht Pizarro mit Marco Bode als Werders Rekordtorschütze gleich. Pizarro erzielte gegen Mainz 05 (1:1) seinen 101. Treffer im Werder-Trikot. Mitte März 2016 zieht Pizarro mit Marco Bode als Werders Rekordtorschütze gleich. Pizarro erzielte gegen Mainz 05 (1:1) seinen 101. Treffer im Werder-Trikot. © imago Rund vier Wochen später schoss er sich dann im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (3:2) zum alleinigen Rekordtorschützen bei Werder. Rund vier Wochen später schoss er sich dann im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (3:2) zum alleinigen Rekordtorschützen bei Werder. © imago Pizarro bejubelt mit Mannschaftskollege Santiago Garcia seinen 102. Treffer im Bremer Trikot. Pizarro bejubelt mit Mannschaftskollege Santiago Garcia seinen 102. Treffer im Bremer Trikot. © imago Der Peruaner brauchte für seinen Rekord gerade einmal 183 Spiele und somit 196 Partien weniger als der ehemalige deutsche Nationalstürmer Bode. Der Peruaner brauchte für seinen Rekord gerade einmal 183 Spiele und somit 196 Partien weniger als der ehemalige deutsche Nationalstürmer Bode. © gumzmedia Am 32. Spieltag der Saison 2016/17 lief Pizarro zum vorerst letzten Mal für Werder auf. Der Vertrag des Stürmer-Oldies wurde über die Zeit hinaus nicht verlängert. Am 32. Spieltag der Saison 2016/17 lief Pizarro zum vorerst letzten Mal für Werder auf. Der Vertrag des Stürmer-Oldies wurde über die Zeit hinaus nicht verlängert. © imago In der Saison 2017/2018 ging Claudio Pizarro noch einmal für den 1. FC Köln auf Torejagd. Sein einziges Tor für den neuen Club schoss er gegen den VfB Stuttgart. In der Saison 2017/2018 ging Claudio Pizarro noch einmal für den 1. FC Köln auf Torejagd. Sein einziges Tor für den neuen Club schoss er gegen den VfB Stuttgart. © imago Kaum zu glauben, aber wahr: Pizarro kam im Sommer 2018 nochmal zum SV Werder zurück und unterschrieb für ein Jahr. Kaum zu glauben, aber wahr: Pizarro kam im Sommer 2018 nochmal zum SV Werder zurück und unterschrieb für ein Jahr. © gumzmedia Sein Comeback gab Pizarro am ersten Spieltag gegen Hannover 96. Sein Comeback gab Pizarro am ersten Spieltag gegen Hannover 96. © gumzmedia Von wegen eingerostet! Claudio Pizarro zeigt auch im hohen Alter noch seinen sportlichen Mehrwert für Werder. Nur zwei Tage nach seinem 40. Geburtstag bereitete er den Siegtreffer des halb so alten Johannes Eggestein sehenswert vor. Von wegen eingerostet! Claudio Pizarro zeigt auch im hohen Alter noch seinen sportlichen Mehrwert für Werder. Nur zwei Tage nach seinem 40. Geburtstag bereitete er den Siegtreffer des halb so alten Johannes Eggestein sehenswert vor. © gumzmedia Im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen trifft Pizarro erstmals in dieser Saison für Werder. Unter der Woche knipste er dann im DFB-Pokal gegen Weiche Flensburg und am folgenden Wochenende erzielte er sein zweites Saisontor im Spiel gegen Mainz 05. Nun ist er der älteste Spieler der Bundesliga-Geschichte, der zwei Tore mit über 40 Jahren schoss. Im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen trifft Pizarro erstmals in dieser Saison für Werder. Unter der Woche knipste er dann im DFB-Pokal gegen Weiche Flensburg und am folgenden Wochenende erzielte er sein zweites Saisontor im Spiel gegen Mainz 05. Nun ist er der älteste Spieler der Bundesliga-Geschichte, der zwei Tore mit über 40 Jahren schoss. © imago Ganz besondere Ehre für den Altmeister: Am 16. November 2018 wird Claudio Pizarro der „Bambi“ in der Kategorie Sport verliehen. Ganz besondere Ehre für den Altmeister: Am 16. November 2018 wird Claudio Pizarro der „Bambi“ in der Kategorie Sport verliehen. © Eventpress Fuhr für Hubert Burda Media Mit einem Tor in der sechsten Minute der Nachspielzeit gegen Hertha BSC wurde Claudio Pizarro mit 40 Jahren und 136 Tagen ältester Torschütze der Bundesliga-Geschichte. Mit einem Tor in der sechsten Minute der Nachspielzeit gegen Hertha BSC wurde Claudio Pizarro mit 40 Jahren und 136 Tagen ältester Torschütze der Bundesliga-Geschichte. © gumzmedia Dass Pizarro dann die Waffen streckt, Schluss macht und die Karriere beendet, ist nicht sicher. Aber wahrscheinlich. Anlässlich seines 40. Geburtstages sagte er im Interview mit „Sky“: „Ich glaube, dieses Jahr ist mein letztes. Aber ich lasse mir immer ein bisschen die Hintertür offen. Wir werden sehen, wie ich mich dann fühle.“
Einen Altersrekord kann Pizarro bis dahin auf jeden Fall noch brechen. Ab dem 20. Spieltag würde er mit jedem Tor zum ältesten Torschützen der Bundesliga-Geschichte avancieren. Noch hält Mirko Votava, Nachwuchstrainer bei Werder, diesen Titel – 40 Jahre und 121 Tage war er alt, als er letztmals traf. Mehr als 22 Jahre ist das bereits her, und Votava ist durchaus bereit, seinen Rekord an Pizarro abzutreten. Lachend sagte er zur DeichStube : „Dann soll er sich jetzt mal schön anstrengen.“
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