Neu-Dortmunder überzeugt bisher nicht

Schwache WM: Delaney macht mit frühem Wechsel alles richtig

Thomas Delaney konnte bei der WM 2018 bisher nicht überzeugen.
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Thomas Delaney konnte bei der WM 2018 bisher nicht überzeugen.

Moskau - Als kleiner Junge träumte der Däne Thomas Delaney davon, einmal als Spieler bei einer WM dabei zu sein. In Russland geht dieser Wunsch in Erfüllung. Doch richtig zufrieden ist der Ex-Bremer und Neu-Dortmunder nicht.

Es war der 12. Juni 1998, als Thomas Delaney mit dem WM-Virus infiziert wurde. Als kleiner Junge, gerade einmal sechs Jahre alt, saß Delaney mit seiner Familie im Stade Félix-Bollaert von Lens und feuerte die dänische Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Frankreich im Spiel gegen Saudi-Arabien an. 1:0 hieß es am Ende für die Skandinavier, ein gewisser Marc Rieper schoss den Siegtreffer für Danish Dynamite - und auf der Tribüne jubelte der kleine Thomas Delaney.

Schon da wusste er: „Das ist das feinste Turnier, das es im Weltfußball gibt.“ 20 Jahre später ist der Däne wieder bei der WM, dieses Mal als Spieler und wichtige Stütze im Team von Trainer Age Hareide. „Thomas ist ein sehr intelligenter Spieler, sehr wertvoll für uns“, lobte der norwegische Coach den 26-Jährigen, der zur neuen Saison von Werder Bremen zu Borussia Dortmund wechselt.

Bei der WM konnte Delaney noch nicht überzeugen

Schnell noch vor der WM hatte Delaney den Transfer abwickeln lassen. Eigentlich hatte er das Turnier in Russland dafür nutzen wollen, sich auf der großen Fußball-Bühne zu präsentieren. Sein Ziel und absoluter Kindheitstraum: einmal in der englischen Premier League zu spielen. Zur Überraschung vieler gab er dann aber Dortmund sein Ja-Wort, für rund 20 Millionen Euro plus Boni wechselt er von Werder Bremen zum Champions-League-Teilnehmer. „Der BVB ist für mich einer der Top-Ten-Vereine in Europa und einer der beiden Top-Clubs in Deutschland“, begründete Delaney seinen plötzlichen Sinneswandel.

Legt man Delaneys bisherige Leistungen in den beiden Spielen in Russland zugrunde, kann man nur sagen: Alles richtig gemacht. Denn groß Werbung für sich machen konnte der defensive Mittelfeldspieler bislang bei der WM nicht. Wie das gesamte dänische Team kommt auch Delaney bislang nicht richtig in Schwung. Sowohl beim glücklichen 1:0 gegen Peru als auch beim 1:1 gegen Australien wusste Dänemark nicht zu überzeugen.

Thomas Delaney und Dänemark sind mit vier Punkten im Soll, aber in Schwung ist das Team bisher nicht gekommen.

Das einzig Positive: Mit vier Zählern ist der Europameister von 1992 trotzdem voll im Soll. Ein Punkt am Dienstag (16 Uhr/ARD) in Moskau gegen die schon für das Achtelfinale qualifizierten Franzosen reicht zum Einzug in die K.o.-Runde. „Wenn uns das vorher einer gesagt hätte, wir hätten es angenommen“, sagte Delaney.

Doch woran liegt es, dass die inzwischen seit 17 Spielen nicht mehr besiegten Dänen in Russland bislang schwächeln? Warum kann auch Delaney seine Stärken - das Pressingverhalten, eine sehr aggressive Zweikampfführung und viel Dynamik - noch nicht auf dem Platz zeigen? „Das ist schwer zu sagen“, rätselt auch Delaney.

Vielleicht ist es auch die hohe Erwartungshaltung in der Heimat. Wie jedes Team wird auch die aktuelle Nationalmannschaft mit den Helden von 1992 verglichen, die sensationell in Schweden gegen Deutschland Europameister wurden. „Ich will nicht sagen, dass es wie ein Schatten über uns liegt, aber es ist immer noch Thema“, sagte Delaney. „Denn egal, was wir erreichen, an die 92er-Mannschaft wird nie wieder jemand herankommen.“

(dpa)

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Ticker: Werder Bremen bei der WM 2018 in Russland

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Thomas Delaney: Seine Karriere in Bildern

Thomas Delaney
Thomas Delaneys Karriere begann beim dänischen Meister FC Kopenhagen. Zunächst spielte er dort viele Jahre in der Jugend, dann schaffte er den Sprung zu den Profis. © imago
Thomas Delaney
Dort spielte Delaney sogar Champions League (hier im Duell mit Stefan Kießling von Bayer Leverkusen). © imago
Thomas Delaney
Mit dem FCK gewann der Mittelfeldspieler vier Mal die dänische Meisterschaft und vier Mal den Pokal. © imago
Thomas Delaney
Im Januar 2017 wechselte Delaney zum SV Werder Bremen, wo er bis 2021 unterschrieben hat. © Gumz
Thomas Delaney
In der Vorbereitung auf die Rückrunde der Saison 2016/17 konnte sich der dänische Nationalspieler schnell integrieren. © Gumz
Thomas Delaney
Im Testspiel im Trainingslager in Alhaurin el Grande (Spanien) zeigte Delaney erstmals, welche Qualitäten in ihm stecken. © Gumz
Thomas Delaney
Sein Bundesliga-Debüt feierte der Ex-Kopenhagener im Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Werder verlor am Ende mit 1:2. © Gumz
Thomas Delaney
Der Mittelfeldspieler stopfte von Anfang an die Löcher im Bremer Zentrum und übernahm die Rolle eines Führungsspieler. © Gumz
Thomas Delaney
Sein erstes Tor für Werder erzielte Delaney per Freistoß beim 2:0-Sieg gegen Mainz 05... © imago
Thomas Delaney
...und feierte den Treffer anschließend mit seinen Teamkollegen. © Gumz
Thomas Delaney
Wenige Wochen später setzte Delaney einen drauf. Beim 5:2-Sieg gegen den SC Freiburg war der Däne mit drei Treffern und einem Assist der Mann des Spiels. © Gumz
Zur Saison 2017/2018 ist Delaney unumstrittener Führungsspieler. In Abwesenheit von Zlatko Junuzovic und Niklas Moisander führte er die Mannschaft zu Saisonbeginn sogar als Kapitän aufs Feld.
Zur Saison 2017/2018 ist Delaney unumstrittener Führungsspieler. In Abwesenheit von Zlatko Junuzovic und Niklas Moisander führte er die Mannschaft zu Saisonbeginn sogar als Kapitän aufs Feld. © gumzmedia
In der Saison 2017/18 durfte Delaney drei mal jubeln - wie hier gegen Borussia Mönchengladbach.
In der Saison 2017/18 durfte Delaney drei mal jubeln - wie hier gegen Borussia Mönchengladbach. © gumzmedia
Zur Saison 2018/2019 wechselt Thomas Delaney (hier mit BVB-Sportdirektor Michael Zorc) zu Borussia Dortmund. Werder kassiert 20 Millionen Euro Ablöse.
Zur Saison 2018/2019 wechselt Thomas Delaney (hier mit BVB-Sportdirektor Michael Zorc) zu Borussia Dortmund. Werder kassiert 20 Millionen Euro Ablöse. © BVB
Nach seinem Wechsel ging es für Delaney zur WM, wo er mit Dänemark im Achtelfinale gegen Vize-Weltmeister Kroatien rausgeflogen ist. Im Elfmeterschießen mussten sich die Dänen 3:2 geschlagen geben.
Nach seinem Wechsel ging es für Delaney zur WM, wo er mit Dänemark im Achtelfinale gegen Vize-Weltmeister Kroatien rausgeflogen ist. Im Elfmeterschießen mussten sich die Dänen 3:2 geschlagen geben. © imago

Quelle: DeichStube

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