Nach Pyrotechnik im Nordderby
Spielabbruch war kein Thema
Bremen - Zuerst kurz nach dem Anpfiff, dann nochmal kurz vor der Pause: Gleich zweimal musste das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV (1:0) am Samstagabend unterbrochen werden, weil aus dem Gästeblock auf der Westtribüne des Weserstadions Feuerwerkskörper gezündet und auf den Platz geschossen wurden.
„Das war nicht schön zu sehen“, ärgerte sich Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach dem Spiel. „So etwas gehört einfach nicht in die Stadien.“ Und so etwas kann unter Umständen für einen Spielabbruch sorgen. Das Nordderby war davon am Samstag aber noch ein ganzes Stück weit entfernt, wie Schiedsrichter Felix Zwayer hinterher erklärte.
In der vierten Minute hatte er die Partie wenige Augenblicke lang unterbrochen, in der 43. Minute dann ein zweites Mal. „Ich habe mich dazu entschieden, weil Pyrotechnik auf den Platz geworfen wurde. Dann haben sich die Gemüter wieder beruhigt“, erklärte Zwayer, der in der Halbzeit mit Sicherheitskräften und Verantwortlichen das weitere Vorgehen besprach. „Über einen Spielabbruch ist heute aber nicht nachgedacht worden.“ Der Plan des Schiedsrichters: Wäre es nach der Pause abermals zu Vorfällen gekommen, hätte er die Mannschaften in die Kabine geholt. Danach wäre es irgendwann weitergegangen. Erst bei nochmaliger Zündelei wäre wohl Schluss gewesen.
Baumann: „Es gibt immer Wege, Pyro ins Stadion zu bringen“
Dazu kam es nicht, aber es blieb die Frage: Wie konnte eigentlich so viel Feuerwerk ins Stadion gelangen? „Es gibt den Verdacht, dass ein Rucksack über den Stadionzaun in den Gästebereich befördert wurde“, berichtete Werders Sportchef Frank Baumann, der die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Spiel aber für absolut ausreichend hielt. „Mehr als wir gemacht haben, kann man nicht machen. Es gibt immer Wege, Pyro ins Stadion zu bringen.“
Nach Schlusspfiff wirkte vor allem der Unparteiische Zwayer erleichtert, dass es nach dem Wechsel ruhig geblieben war. „Am Ende sind wir doch alle daran interessiert, dass das Spiel zu Ende gespielt werden kann“, sagte er. Einen Sonderbericht wird er trotzdem verfassen („Das ist selbstverständlich“). Der HSV kann sich also auf eine saftige Strafe einstellen.
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