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Bremen - Die Fahrt zum FC Bayern wie ein Besuch beim Zahnarzt? Über den kultigen Spruch von Ex-Werder-Verteidiger Sebastian Prödl von vor ein paar Jahren kann Thomas Delaney nur lachen.
„Ich weiß nicht, ob er Angst vor dem Zahnarzt hatte oder das liebt“, sagt Delaney, lässt selbst seine Beißerchen blitzen und betont: „Ich liebe solche Spiele. Wir haben viel zu gewinnen und wenig zu verlieren.“
Auch am Sonntag (15.30 Uhr) will der Däne im Spiel gegen den Rekordmeister Zähne zeigen. Ängstlich sein und sich direkt in sein Schicksal zu ergeben, das ist nichts für den Mittelfeldkämpfer. Auch wenn die Erwartungen in der Öffentlichkeit und bei den Fans nicht besonders hoch seien, und auch wenn er weiß, dass alles andere als eine Niederlage ein gutes Ergebnis für Werder wäre. Schließlich haben die Bremer 16 Pflichtspiele in Folge gegen Bayern verloren.
„Es gibt zwei Wege, an so ein Spiel heranzugehen“, erklärt Delaney: „Entweder sagt man von vornherein, dass man eh nicht gewinnt. Dann stellt man sich tief hinten rein und wenn man Glück hat, verliert man nur 0:1. Oder man sagt: Lasst uns spielen. Vielleicht kriegt man eine Klatsche und verliert 0:4, aber immerhin hat man es versucht. Das bevorzuge ich.“
Dass sich Werder erst ab Freitag, wie Trainer Florian Kohfeldt ankündigte, konkret auf das Duell mit dem vermeintlich übermächtigen Gegner vorbereitet, unterstützt Delaney. „Wir sind in einer Situation, in der es wichtiger für uns ist, uns Spiel für Spiel zu verbessern.“ Im Training auf sich zu gucken, sei jedenfalls besser, als lange etwas spezifisch für Bayern einzustudieren, „was man die nächsten zehn Spiele wahrscheinlich nicht braucht“. Gleichzeitig ist sich Delaney sicher, dass Kohfeldt sich „interessante Lösungen“ ausdenken werde.
Delaney: „Training mit der Mannschaft war sehr gut“
Bei der Umsetzung wird es dann auch wieder auf Delaney selbst ankommen. Wegen einer Muskelverletzung in der Wade hatte der 26-Jährige den Rückrunden-Auftakt gegen 1899 Hoffenheim (1:1) verpasst, am Mittwochvormittag kehrte er nun mit den Kollegen auf den Platz zurück. Für Sonntag ist er fest eingeplant. „Das Training mit der Mannschaft war sehr gut“, sagte Delaney, aber erinnerte: „Ich habe seit dem letzten Jahr kein Spiel gemacht.“ Im Zweifel muss er dann wohl auf die Zähne beißen.