Slavia Prag lehnt Angebot ab

Werders Torwart-K(r)ampf: Pavlenka ein heißer Kandidat

Jiri Pavlenka
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Dieser Torwart weiß sich zu wehren: Tschechiens Keeper Jiri Pavlenka geht in dieser Szene handfest gegen Belgiens Marouane Fellaini zu Werke. Vielleicht haut er sich demnächst für Werder Bremen rein.

Bremen - Die Torwart-Suche bei Werder Bremen wird zur Quadratur des Kreises: Der neue Mann soll ein Schnäppchen sein, aber besser als Felix Wiedwald. Der wiederum befasst sich längst mit einem Wechsel.

Seit Jahren kämpft Werder darum, wieder eine unumstrittene Nummer eins zu bekommen – wie sie es letztmals 2012 in Person von Tim Wiese gab. In diesen Tagen wird aus dem Torwartkampf ein Torwartkrampf, denn die gewünschte 1a-Lösung für den Bremer Kasten lässt sich nicht mehr realisieren. Selbst bei den B-Lösungen gibt es Probleme. Slavia Prag hat angeblich ein Bremer Angebot für Jiri Pavlenka abgelehnt. Und dann ist da auch noch Felix Wiedwald. Die Noch-Nummer-eins wirkt ziemlich demontiert, beschäftigt sich längst mit einem Wechsel und könnte beim FC Nantes landen.

Knapp drei Wochen vor dem Trainingsstart sind im Torwartbereich nur zwei Personalien geklärt: Michael Zetterer (21) bleibt als zweiter oder dritter Torwart und das erst 17-jährige Talent Luca Plogmann darf gelegentlich bei den Profis mittrainieren. Offen ist, was aus Jaroslav Drobny (37/Vertrag läuft aus) wird. Auch die Zukunft von Eric Oelschlägel (21), der sich noch von einem Ellbogenbruch erholt, ist unklar. Sein Vertrag endet 2018 – genauso wie der von Wiedwald. Bei dem 27-Jährigen riecht es inzwischen sehr nach Trennung. Der Keeper fordert einen langfristigen Vertrag. Doch Werder verhandelt lieber mit anderen Torhütern.

Werder sucht ein Schnäppchen - ein Widerspruch zum Wunsch

Absolute Topkandidaten waren Koen Casteels (VfL Wolfsburg) und Loris Karius (FC Liverpool). Beide sind aber nicht mehr zu haben. Ron-Robert Zieler (Leicester City), Alexander Schwolow (SC Freiburg) und Julian Pollersbeck (1. FC Kaiserslautern) spielten aus verschiedenen Gründen nur eine Nebenrolle. Größer ist da schon das Bremer Interesse an Fredrik Rönnow (Bröndby IF). Doch der dänische Nationaltorwart hat viele andere Clubs auf sich aufmerksam gemacht. Der 24-Jährige ist längst kein Schnäppchen mehr. Und genau das sucht Werder, was allerdings im krassen Widerspruch zum Verbesserungswunsch auf der Torwartposition steht.

Ein gutes Preis/Leistungsverhältnis bietet da oft der osteuropäische Markt – dabei speziell die tschechische Liga. Jiri Pavlenka hat dort gerade für Slavia Prag eine ziemlich gute Saison gespielt, in 28 Spielen nur 19 Tore kassiert. Gleich zwölf Mal blieb er ohne Gegentor – und hatte damit großen Anteil am Meistertitel. Erst im vergangenen Sommer war der 25-Jährige von Banik Ostrau in die Hauptstadt gewechselt.

Während Felix Wiedwald auf einen langfristigen Vertrag hofft, verhandelt Werder lieber mit anderen Torhütern.

Laut tschechischen Medien hat Werder eine Ablöse von 2,5 Millionen Euro für den 1,96 Meter großen Nationalkeeper (zwei Einsätze) geboten. Die Online-Zeitung „Tyden.cz“ zitiert eine Nachricht von Slavia-Aufsichtsrat Jaroslav Tvrdik auf dessen Twitter-Account: „Ich kann ein Angebot von Werder Bremen und gleichzeitig unsere Ablehnung bestätigen. Jiri Pavlenka ist ein Top-Spieler und unsere Priorität liegt auf der Champions League.“

Werder-Sportchef Frank Baumann wollte sich dazu nicht äußern. Laut „kicker“ hatte er schon einen Ersatz im Blick: Martin Dubravka. Doch das Thema erledigte sich am Abend. Sparta Prag gab bekannt, den 28-jährigen Slowaken von Slovan Liberec verpflichtet zu haben.

Sind die Kandidaten wirklich besser als Felix Wiedwald?

Bleibt also nur Pavlenka und die Frage: Ist erwirklich besser als Wiedwald? Der 27-Jährige hat eine starke Rückrunde gespielt – und zwar in der Bundesliga. Das ist selbst in Frankreich bekannt. Der FC Nantes denkt über eine Verpflichtung nach. Auch auf der Insel gibt es Interessenten, allerdings nur in der zweiten Liga. Immerhin soll es sich um ambitionierte Clubs handeln.

Ohne Vertragsverlängerung wird Wiedwald sicher nicht bleiben. Verständlich. Zu groß ist das Risiko, in einem Jahr bei Auslaufen des Kontrakts völlig auf dem Abstellgleis zu stehen. Denn auf Trainer Alexander Nouri kann er nicht wirklich vertrauen. Der hat ihn öffentlich nur selten gestärkt, ihm auch jetzt nicht das volle Vertrauen für die kommende Saison ausgesprochen. Nouris klarer Wunsch soll eine Neuverpflichtung für das Tor sein.

Also sucht Baumann – und ist nun offenbar in Tschechien fündig geworden. Der Heimat von Jaroslav Drobny. Der Keeper ist noch bis Ende des Monats Werderaner, dann läuft der Vertrag des 37-Jährigen aus. Beide Seiten überlegen noch, ein Jahr dranzuhängen. Kurios: Drobny hat denselben Berater wie Pavlenka – Ex-Profi Miroslav Kadlec.

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