Kohfeldt erweitert Übungs-Spektrum
Training fürs Gehirn: Werder setzt künftig auf visuelle Wahrnehmung
Bremen - Für die Werder-Profis steht der wohlverdiente Urlaub vor der Tür: Strand statt Strafraum, Liege statt Leistungstest - der eine oder andere dürfte es sich in den kommenden Wochen ziemlich gut gehen lassen.
Nötig haben die Bremer die Sommerpause auch allemal - zum einen, weil die gerade beendete Saison enorm kräftezehrend war, und zum anderen, weil Trainer Florian Kohfeldt seine Mannschaft im neuen Spieljahr noch mehr fordern will - und zwar nicht nur körperlich.
Arbeitsgruppe für kognitives Training
„Kognitives Training“ - diesem Themengebiet haben sie bei Werder zuletzt sehr viel Zeit gewidmet. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Kohfeldt, Sportchef Frank Baumann, Athletik-Trainer Axel Dörrfuß, Björn Dreyer, Sven Hübscher, Thomas Wolter und Physiotherapeut Jens Beulke, hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sich die Wahrnehmung der Spieler auf dem Platz verbessern lässt.
„Ganz neu ist der Ansatz nicht“, erklärte Kohfeldt am Montag auf einer Tagung des „Bund Deutscher Fußballlehrer“ (BDFL) im Weserstadion, „wir bringen kognitives Training in die Einheiten immer wieder mit ein“. Offenbar mit dem Ergebnis, dass Werder in diesem Punkt noch deutlich mehr tun kann. Ab der neuen Saison werden die Pläne der Arbeitsgruppe umgesetzt.
Florian Kohfeldt: Seine Karriere in Bildern
An einem sogenannten „Neurotracker“ trainieren die Profis dann zwei Mal pro Woche jeweils 15 Minuten ihre visuelle Wahrnehmung. Auf einem Computerbildschirm werden den Spielern dabei 3D-Animationen gezeigt und dazu Aufgaben gestellt. „Es findet nicht auf dem Platz statt, sondern in einer Laborsituation“, erklärte Kohfeldt, der sich von der Neuerung unter anderem verspricht, dass seine Akteure künftig noch schneller Räume erkennen und Pässe antizipieren können.
Werder ist freilich nicht die erste Sportmannschaft, die neben dem Körper auch das Gehirn trainiert. So schickt Bundesliga-Rivale Borussia Dortmund seine Spieler regelmäßig in den „Footbonaut“, ein Hightech-Gerät, für das auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel extra eine eigene Halle gebaut wurde.
Gehirnübungen zusätzlich zum bisherigen Training
Aus vier Richtungen fliegen in einem 14x14 Meter großen Raum Bälle auf den Profi zu, die in aufleuchtende Quadrate geschossen werden müssen. Das trainiert neben der fußballerischen Technik auch Reaktionsgeschwindigkeit und Wahrnehmung. In den amerikanischen Profiligen NFL und NBA gehören kognitive Trainingsinhalte ohnehin schon lange dazu, der „Neurotracker“ kommt hier ebenfalls zum Einsatz.
Das neue Training fürs Gehirn kommt bei Werder übrigens „on top“ (Kohfeldt) zum bestehenden Übungsplan, heißt: Die Zeit auf dem Platz leidet nicht darunter. Neben den Profis werden auch die Teilnehmer des Bremer Top-Talente-Programms in den Genuss des „Neurotrackers“ kommen.
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Quelle: DeichStube
