Ex-Bremer hat neuen Trainer-Job
Ismael in Athen: Nicht gezögert, einfach zugesagt
Bremen/Athen - Am Mittwochmittag ist er nochmal zurückgekommen aus seinem neuen Leben. Einmal von Athen nach München – für diese Flugstrecke und die Gegenrichtung kann sich Valerien Ismael am besten schon mal eine Flatrate besorgen, denn er wird sie in den kommenden zwei Jahren ziemlich häufig nutzen.
Für zwei Jahre hat der Ex-Profi als Trainer beim griechischen Erstligisten Apollon Smyrnis unterschrieben. Es wird für den gebürtigen Franzosen so etwas wie ein neuer Anlauf, nachdem er in der Bundesliga nicht hat Fuß fassen können. Seit seiner Entlassung beim VfL Wolfsburg im Februar 2017 war er ohne Verein.
Jetzt also Athen. Griechenland, kein Fußball-Wunderland. Noch dazu hat Ismael einen Club gewählt, der zwar zum Kreis der 16 Erstligisten, aber dennoch nicht zur Fußball-Elite des Landes gehört. Ist das der Stoff, aus dem Trainerträume sind?
Apollon Smyrnis sei ein „spannendes“ Projekt
Ismael, 2004 mit Werder Bremen als Innenverteidiger Gewinner des Doubles, erklärt es so: „Für mich war es wichtig, wieder eine Herausforderung zu finden.“ Er hätte auch sagen können, dass noch mehr Monate des Wartens auf eine neue Chance wahrscheinlich auch keine besseren Optionen geliefert hätten. Ismael will wieder als Trainer arbeiten, bei Apollon Smyrnis kann er es.
„Spannend“ sei das Projekt dort, meint er. Eine Chance für ihn. Der Verein sei seriös geführt, die Mechanismen funktionieren, die Ziele sind ehrgeizig. Nach dem Aufstieg in die Super League vor einem Jahr schaffte das Team so eben den Klassenerhalt. Jetzt steht aber ein Umbruch an. Mit Valerien Ismael als Architekt. Seine Aufgabe: der Aufbau einer komplett neuen Mannschaft.
„Der Kader umfasst im Moment nur zehn Spieler. Da müssen wir auch mal kreativ sein, da wartet viel Arbeit auf mich.“ Und auf den deutschsprachigen Sportdirektor Georgios Tselios, der früher in Saarbrücken und Kaiserslautern im Fußball-Geschäft gearbeitet hat. „Dass mit ihm die Kommunikation funktioniert, ist die Grundbasis für alles“, sagt Ismael, der sich ansonsten mit Englisch oder einem Dolmetscher durchschlagen muss.
Ismael: „Das Paket passt für mich“
Obwohl die Sprachbarriere sowie die Entfernung zum Familiennest in der Nähe von München – Ismael ist in zweiter Ehe mit einer Bremerin verheiratet, das Paar hat zwei kleine Töchter – als Hürden auf dem neuen Weg klar sichtbar sind, findet Ismael doch: „Das Paket passt für mich. Es gibt auch viele positive Aspekte. Und die Direktflüge von München nach Athen machen es leichter.“ Deshalb hat er auch nicht lange überlegt, bis er am Dienstag den Vertrag beim FC Apollon unterschrieb: „Der erste Eindruck war einfach gut, es ist ein familiär geführter Verein.“ Besitzer und Mäzen des Clubs ist Panagiotis Monemvasiotis, Inhaber einer Bäckereikette.
Dass dieser auch zum ehemaligen Werder-Coach Viktor Skripnik Kontakt aufgenommen hatte, war Thema in griechischen Medien. Doch obwohl Skripnik lange vor Ismael angesprochen worden war, fiel die Wahl letztlich auf den 42-Jährigen. „Wir haben uns schnell geeinigt. Ich habe für die Entscheidungen in meiner Karriere noch nie lange gebraucht“, sagt Ismael dazu. Am Montag war er nach Athen geflogen und gleich zur Unterschrift dort geblieben. Am Mittwoch saß er dann wieder im Flieger – zurück nach Hause, um die Dinge zu regeln, die geregelt werden müssen, ehe die Arbeit in Athen so richtig los geht.
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