Medienkampagne sorgt für Ärger
Wegen Füllkrug: Hannover sauer auf Werder
Hannover – Hannover 96 muss zwar im Heimspiel gegen Mainz 05 noch nicht den endgültigen Abstieg befürchten, die Stimmung ist trotzdem verständlicherweise extrem schlecht. Und für einen 96-Profi könnte die Partie am Samstagnachmittag besonders unangenehm werden: Niclas Füllkrug.
Die Fans diskutieren in diversen Internet-Foren, ob sie den 26-Jährigen auspfeifen sollen. Dabei ist weniger dessen am Donnerstag offiziell verkündeter Wechsel zum SV Werder das Problem, sondern das Verhalten Füllkrugs und seines neuen Clubs. Hannover 96 hat sich sogar offiziell via Twitter über den SV Werder beschwert und den Bremern vorgeworfen, respektlos agiert zu haben. Brisant: Werder ist dabei so etwas wie ein Wiederholungstäter.
Verfolgt das Spiel von Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf in unserem Liveticker!
Was war passiert? Werder hat die Verpflichtung nicht nur per Pressemitteilung verkündet, sondern medial auf den vereinseigenen Kanälen ganz groß ausgespielt. Wie inzwischen jeder Neuzugang, stand Füllkrug auch für das durchaus unterhaltsame Format „Butter bei die Fische“ vor der Kamera, musste sich dabei für Antwortmöglichkeiten wie „Bremen oder Hannover“ entscheiden. Der Stürmer machte das durchaus geschickt, das Video ist lustig. Hannover 96 fand es aber - wie viele Fans auch - alles andere als witzig.
Schon gelesen? Pickelfreie Harmonie mit Puzzlestück Füllkrug
Erinnerungen an pikante Ujah-Verpflichtung
„Wir haben gestern viel Kritik dazu gelesen, wie umfangreich Werder den Transfer von Niclas Füllkrug auf seinen Kanälen dargestellt hat. Dabei ging es vor allem auch um die Frage, ob wir davon wussten. Nein! Wir waren auch überrascht von dem Interview und dem Video“, heißt es in einem ersten Twitter-Eintrag des Clubs am Freitag – und in einem weiteren: „Wir haben darüber heute mit Werder gesprochen. Die Kollegen haben eingeräumt, dass die Vorgehensweise in der laufenden Saison und vor dem Hintergrund der aktuellen Lage tatsächlich unsensibel gewesen sei und haben sich dafür entschuldigt.“
Wir haben gestern viel Kritik dazu gelesen, wie umfangreich @werderbremen den Transfer von Niclas #Füllkrug auf seinen Kanälen dargestellt hat. Dabei ging es vor allem auch um die Frage, ob wir davon wussten. - Nein. Wir waren auch überrascht von dem Interview und dem Video. #H96
— Hannover 96 (@Hannover96) 26. April 2019
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Werder in so einem Fall entschuldigen musste. Im Mai 2015 veröffentlichte Werder Fotos vom künftigen Neuzugang Anthony Ujah mit der damaligen sportlichen Leitung Thomas Eichin und Rouven Schröder, auf denen auch der Schriftzug 100 Prozent Werder zu sehen ist. Zu dem Zeitpunkt stand der Nigerianer aber noch beim 1. FC Köln unter Vertrag, der wie jetzt auch Hannover 96 um den Klassenerhalt kämpfte. Besonders pikant damals: Die Kölner waren von dem Wechsel total überrascht worden, Eichin hatte eine Ausstiegsklausel von Ujah genutzt.
Schon gelesen? Kommentar: Baumann zockt ganz schön bei Füllkrug, aber es kann klappen
Niclas Füllkrug: Seine Karriere in Bildern




Abschied von Harnik nach Bremen verlief harmonischer
Im Fall Füllkrug hatten die Vereine dagegen schon lange verhandelt und sich dann auf einen Transfer geeinigt. Der 26-Jährige kommt im Sommer für eine Ablösesumme von 6,3 Millionen Euro zurück an die Weser, wo er schon in der Jugend gekickt hat. Aufgewachsen ist er allerdings in Hannover. Deshalb schmerzt dort der Verlust umso mehr. Und die Fans vermissen bislang eine längere persönliche Abschiedsbotschaft des Spielers, so wie es vor einem Jahr Martin Harnik gemacht hat. Dessen Wechsel nach Bremen war zudem erst nach Saisonschluss bekannt geworden.
So sollte es eigentlich auch bei Füllkrug laufen, doch in Hannover war die Geschichte schon vor Wochen durchgesickert. Für Füllkrug ist das natürlich nicht so angenehm – und durch die Medienkampagne von Werder wird es noch unangenehmer. Sein Glück im Unglück: Als noch verletzter Spieler steht er am Samstagnachmittag nicht auf dem Platz, kann dort also nicht ausgepfiffen werden. Aber Füllkrug wird sicherlich im Stadion sein, um seinem Noch-Club die Daumen zu drücken.
Mehr News zu Werder Bremen
Angreifer Niclas Füllkrug wurde gefragt, ob er denn auch im Fall eines Abstiegs weiter für den SV Werder Bremen spielen würde.
Wie könnte die Aufstellung von Werder Bremen gegen Hertha BSC aussehen? Josh Sargent dürfte spielen, Philipp Bargfrede eher nicht und Claudio Pizarro sitzt wieder auf der Bank. Nach dem 1:1 gegen Hertha BSC befindet sich Werder Bremen nur noch drei Punkte vor dem Relegationsplatz. Dennoch sind die Grün-Weißen optimistisch und schauen nur kurz nach unten. Spannender Meisterschaftskampf in Schweden: Ex-Bremer Aron Johannsson hat mit seinem Club Hammarby IF gegen Werder-Leihgabe Felix Beijmo und Malmö FF gewonnen und somit die Tabellenführung übernommen. Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen sendet vor dem Pokalspiel gegen den 1. FC Heidenheim deutliche Signale aus.