300 Testspiel-Minuten ohne Tor
Viel Aufwand, kein Ertrag: Wie Werder Bremen mit der Torlosigkeit im Zillertal umgeht
In den Testspielen gegen Parma Calcio und die TSG Hoffenheim gelang dem SV Werder Bremen kein einziger Treffer - wie die Bremer mit der Torlosigkeit umgehen!
Schwaz – Insgesamt hat der SV Werder Bremen im Rahmen des Sommertrainingslagers in Österreich etwas mehr als 300 Testspielminuten absolviert. Am Ende stehen zwei Niederlagen und ein Remis – Ergebnisse, die in der Vorbereitung nicht überbewertet werden sollten. Besorgniserregender ist allerdings ein anderer Wert: die Torausbeute. Denn nach den drei Partien steht dort aus Bremer Sicht die ernüchternde Zahl null. Dabei wären zumindest im Doppeltest gegen die TSG Hoffenheim (0:1 und 0:3) durchaus Bremer Treffer möglich gewesen. „Heute waren genügend Chancen dabei, um ein Tor zu erzielen“, bilanzierte Innenverteidiger Amos Pieper. „Wir hatten klarere Abschlüsse als gegen Parma – haben aber erneut kein Tor erzielt. Natürlich ist das doof.“
Werder Bremens Horst Steffen über Qualität der Angriffe: „Sie waren zumindest so, dass ich sagen kann: Das war gut vorgetragen“
Auch Cheftrainer Horst Steffen zeigte sich unzufrieden mit der mangelnden Torausbeute, lobte jedoch die Qualität der Angriffe. „Sie waren zumindest so, dass ich sagen kann: Das war gut vorgetragen“, erklärte der 56-Jährige. „Gegen Parma hat das in Teilen noch nicht so gepasst – jetzt hatten wir einen Gegner, der mitgespielt hat, und da haben wir unsere Lösungen besser gefunden.“ Dennoch machte der Coach des SV Werder Bremen deutlich: „Wir können die Chancen natürlich auch reinmachen.“
Gemeint haben dürfte der Cheftrainer des SV Werder Bremen mit der Aussage vor allem die beiden nominellen Mittelstürmer Keke Topp und Justin Njinmah. Während Letzterer im ersten Spiel gleich zweimal freistehend vor dem Tor deutlich verzog, lieferte sich Topp im zweiten Test ein regelrechtes Privatduell mit Hoffenheims Schlussmann Luca Philipp. Gleich dreimal kam Topp aus kurzer Distanz zum Abschluss – dreimal hieß der Sieger Philipp. Horst Steffen nahm das Duo dennoch in Schutz: „Ich bin überzeugt davon, dass beide Jungs Torjäger-Qualitäten in sich tragen und das auch noch zeigen werden.“
Werder Bremens Peter Niemeyer nach Doppel-Test gegen Hoffenheim: „Wir arbeiten stetig daran, unser Team weiter zu verbessern“
An Panikmache denkt bei Werder Bremen aufgrund der fehlenden Tore also noch niemand. Zur Wahrheit gehört schließlich auch, dass mit Jens Stage (Belastungsreaktion im Fuß), Marvin Ducksch (Wadenverletzung) und Mitchell Weiser (Kreuzbandriss) die drei Top-Scorer der vergangenen Saison verletzt fehlen – Ausfälle, die sich nicht einfach kompensieren lassen. Auch Neuzugang und Offensivhoffnung Samuel Mbangula konnte aufgrund einer Kapselverletzung gegen die TSG Hoffenheim nicht mitwirken. Unabhängig von den Rückkehrdaten der Verletzten will Werder weiter auf dem Transfermarkt aktiv werden, wie Werders Leiter Profifußball Peter Niemeyer nach dem Spiel betonte: „Wir arbeiten stetig daran, unser Team weiter zu verbessern – und das werden wir in den nächsten Tagen auch weiterhin tun.“
Ein akutes Sturmproblem sieht Peter Niemeyer nicht, räumte aber ein: „Ich will nicht von einem Problem sprechen, aber klar: Uns fehlt aktuell noch die Genauigkeit, die Durchschlagskraft. Wir kommen in die Situationen, aber machen die Tore nicht.“ Druck, nun auf dem Transfermarkt zügig tätig zu werden, verspürt man an der Weser trotzdem nicht – doch ein schneller Transfer, etwa von André Silva, an dem Werder Bremen weiterhin stark interessiert ist, würde man intern sicher begrüßen. „Ich hoffe, dass es bald etwas zu berichten gibt“, sagte auch Horst Steffen lächelnd.
Bis dahin arbeitet der Trainer des SV Werder Bremen mit dem vorhandenen Personal weiter – und nimmt aus elf Tagen Trainingslager eine klare Aufgabe mit nach Bremen: „Wenn man ein paar Mal allein auf den Torwart zuläuft, ist bis dahin schon viel gut gelaufen – und den Rest kriegen wir auch noch hin.“ (bvo/mbü)
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