Werder-Profi vor Rückkehr
„Ich bin sicher, dass ich bald wieder gebraucht werde“: Werder-Verteidiger Pieper über sein nahendes Comeback und die Leiden der vergangenen Monate
Ende November zog sich Amos Pieper im Training einen Knöchelbruch zu, nun steht der Verteidiger des SV Werder Bremen vor seinem Comeback. Wann der 26-Jährige wieder für Werder auf dem Rasen stehen will und was er über seine DFB-Ambitionen sagt.
Bremen – Die Krücken gehören schon seit einiger Zeit der Vergangenheit an, stattdessen ist Amos Pieper wieder auf dem Trainingsgelände des SV Werder Bremen unterwegs. Noch spult der Verteidiger individuelle Programme ab, doch das Comeback nach dem im November erlittenen Knöchelbruch rückt näher. „Ich habe mir selbst die Länderspielpause als Ziel gesteckt. Vielleicht kann ich das Testspiel in Hannover schon mitnehmen“, sagte der 26-Jährige jetzt in einem „Bild“-Interview. Zwei Bundesliga-Partien stehen noch an, ehe sich die Liga eine Auszeit nimmt, am 21. März tritt Werder bei den Niedersachsen an. Und die Sehnsucht nach einem Ende der Wartezeit ist groß bei Amos Pieper.
„Als ich auf Krücken war, hat alles an mir gezeigt, dass ich weit weg davon bin, auf dem Platz zu stehen. Für den Kopf war es weniger schwierig, als es jetzt ist. Denn ich bin nah dran, aber es ist immer noch Geduld gefragt“, schilderte der Defensivakteur des SV Werder Bremen. „Gleichzeitig freue ich mich darauf, dass ich bald wieder komplett mit der Mannschaft trainieren kann.“ Doch nicht nur sportlich musste sich Amos Pieper einschränken, die Verletzung des rechten Fußes wirkte sich auch auf andere Bereiche des Lebens aus. „Autofahren ging nicht, ich konnte nichts tragen. Meine Freundin hat sich toll gekümmert, auch Mannschaftskollegen“, erklärte der frühere Bielefelder. „Jens Stage, Marco Friedl und Marvin Ducksch haben mich oft nach Hause gebracht. Es war cool, die ganze Zeit bei der Mannschaft zu sein.“
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Werder Bremens Amos Pieper: „Ich habe gesagt, dass es langfristig ein Ziel wäre, für die Nationalmannschaft zu spielen“
Während Amos Pieper tatenlos zuschauen musste, bildete sich bei Werder Bremen in den vergangenen Monaten eine Stammbesetzung in der Defensive heraus. Ehe es weitere personelle Rückschläge gab, waren Niklas Stark, Marco Friedl und Anthony Jung regelmäßig in der Dreierkette unterwegs. Der Neid hält sich bei Pieper aber in Grenzen, vielmehr schaue er nach eigener Aussage mit Freude auf den Prozess in der Hintermannschaft. „Natürlich wäre ich gerne ein Teil davon“, gestand der Innenverteidiger, sagte aber auch: „Es fühlt sich bei uns an, als wäre die Entwicklung, die wir machen, stabil. Es gäbe nichts Schöneres, als in fünf Spieltagen hier zu sitzen und sicher sein zu können, dass wir nächstes Jahr wieder Bundesliga spielen. Ich bin sicher, dass ich bald wieder gebraucht werde. Und dann komme ich in ein stabiles Konstrukt.“
Noch vor etwas mehr als einem Jahr hatte Amos Pieper über seinen Traum von der deutschen Nationalmannschaft gesprochen, auch die bevorstehende EM in der Heimat war ein Motivator für den früheren U21-Europameister. Durch die schwere Knöchelverletzung hat sich die Perspektive logischerweise verschoben, komplett ad acta gelegt hat Pieper seine DFB-Ambitionen aber nicht. „Ich habe gesagt, dass es langfristig ein Ziel wäre, für die Nationalmannschaft zu spielen“, betonte der Profi des SV Werder Bremen. „Ganz, ganz viele Jungs sind aber vor mir. Gerade würde ich einfach gerne eine konstant gute Bundesliga-Saison spielen.“ Und weiter: „Es sind demütigere Ziele, weil sich die Situation verändert hat. Die Dinge passieren dann einfach. Und wenn nicht, bin ich trotzdem ein glücklicher Mensch.“ (mbü)