Werder-Profi spricht Klartext
„Das ist irgendwie verrückt“: Amos Pieper über Werders Teamchemie, inhaltliche Abläufe und Verantwortung
Amos Pieper spricht im Trainingslager des SV Werder Bremen über die Transfers, die Stimmung im Kader und seine Ziele für die neue Saison!
Amos Pieper kennt das alles schon, Land, Leute, Gegebenheiten. Seit 2022 hat er es Jahr für Jahr erlebt – im Kader des SV Werder Bremen zählt der Innenverteidiger fraglos zu den Zillertal-Veteranen. Aktuell erlebt er mit dem Bundesligisten sein fünftes Trainingslager in Tirol. Geht es also um Fragen nach der Stimmung im Mannschaftshotel, der Teamchemie, der Integration der Neuzugänge oder nach dem inhaltlichen Stand zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung, ist Pieper der perfekte Ansprechpartner. Weil er Vergleiche ziehen kann. Über Werder Bremen im Zillertal 2026 hat er sich nun ausführlich geäußert.
Werder Bremens Amos Pieper: „Es fühlt sich so an, als wenn wir schon deutlich länger als Gruppe zusammen wären“
„Verrückt“ – dieses Wort fällt schnell, als Pieper beschreiben soll, wie sich das Arbeiten in der neuen Gruppe anfühlt. Sieben Neuzugänge, zwei Abgänge, einige Leihrückkehrer sowie Leihabgänger, es hat sich viel getan beim SV Werder Bremen, angesichts des noch frühen Zeitpunkts der Saisonvorbereitung sogar sehr viel. „Das ist irgendwie verrückt“, sagt Amos Pieper, „denn es fühlt sich so an, als wenn wir schon deutlich länger als Gruppe zusammen wären und nicht erst seit einigen Tagen.“ Was ja erstmal ein gutes Zeichen ist. „Alle arbeiten sehr diszipliniert und haben Spaß an der Sache. Großes Lob an die neuen Jungs, das funktioniert sehr gut bis jetzt.“
Clemens Fritz, Sportchef des SV Werder Bremen, ist bekanntlich kein Fan des Wortes „Umbruch“. In seinem Sprachgebrauch vermeidet er es, wo es nur geht. Trotzdem vollzieht sich im Bremer Kader seit Wochen genau das, Stück für Stück. Was nach der desaströsen Vorsaison, in der Werder nur haarscharf am Abstieg vorbeischrammte, auch bitter nötig ist. Auch, weil unvorbelastete Spieler, die neu dabei sind, alte Geister aus der Kabine vertreiben können.
Werder Bremens Amos Pieper: „Wichtiger ist, dass wir einen schlagfertigen Kader haben, und da sind wir auf einem guten Weg“
„Es gibt uns ein bisschen das Gefühl, dass frischer Wind weht“, sagt Amos Pieper über die vielen Transferbewegungen, möchte den mentalen Aspekt aber nicht am stärksten gewichtet sehen: „Wichtiger ist, dass wir einen schlagfertigen Kader haben, und da sind wir auf einem guten Weg.“ Neuzugang Oskar Wojcik, der während des Testspiels des SV Werder Bremen gegen Fagiano Okayama (2:0) im ersten Durchgang an Piepers Seite verteidigte, bekam danach ein Sonderlob vom Routinier: „Er bringt sich super ein. Durch ihn sind wir in der Innenverteidigung noch besser besetzt.“
Auffällig: Während der Trainingseinheiten im Zillertal holt Chefcoach Daniel Thioune häufig die Taktiktafel auf den Platz. Die Mannschaft steht dann im Halbkreis vor ihm, und der 52-Jährige verdeutlicht systemische Inhalte. Worum es dabei im Einzelnen geht? Öffentlich darlegen möchte Amos Pieper das nachvollziehbarerweise nicht en Detail. Aber der Profi des SV Werder Bremen erklärt: „Es ging bisher um vier, fünf feste Prinzipien, die unserem Spiel zugrunde liegen sollen, die wir immer von uns sehen wollen.“
Basisarbeit. Nach und nach sollen daraus auf dem Rasen Handlungen entstehen, Automatismen. Erst danach wird verfeinert. „Wir haben sicher noch nicht alle Ideen des Trainers präsentiert bekommen, die er uns in der Vorbereitung mitgeben will“, sagt Amos Pieper, der genau das sehr begrüßt: Das Team wird nicht überfrachtet. „Die Art, wie der Trainer das macht, Stück für Stück, aber mit Intensität, ist sehr gut für uns“, sagt der Veerteidiger des SV Werder Bremen.
Werder Bremens Amos Pieper: „Wichtig ist, dass wir die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen“
Amos Pieper selbst möchte bei all dem eine führende Rolle einnehmen, was angesichts seines Alters von 28 Jahren und seiner Erfahrung von 135 Bundesligaspielen (78 davon für Werder Bremen) fast zwangsläufig ist. „Wichtig ist, dass wir die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen, dass viele Jungs von Anfang an dieselbe Richtung vorgeben und wir Dinge klar ansprechen, die nicht gut laufen.“ Neben allen sportlichen Zielen hat sich Pieper auch das für die Saison 2026/27 fest vorgenommen. Daran ließ er im Zillertal keinen Zweifel aufkommen. (dco)
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