Transfers trotzdem sinnvoll?

Verstärkungen ohne Verwendungszweck: Weshalb sich Silva und Kaboré bei Werder nicht durchsetzen konnten

Issa Kaboré und André Silva werden Werder Bremen nach halbjähriger Leihe wieder verlassen. Trainer Ole Werner hat jetzt erklärt, warum sich die beiden nicht nachhaltig durchsetzen konnten.

Bremen – Zum Abschied gibt es ein Geschenk. So will es der Brauch beim SV Werder Bremen. Spielern, die vor ihrem letzten Auftritt im Weserstadion stehen, weil sie den Verein nach der Saison verlasen, wird kurz vor dem Anpfiff gerne ein gerahmtes Bild überreicht. Darauf zu sehen: eine Collage mit den schönsten Szenen des Scheidenden in Grün-Weiß. Am Samstag, vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig (15.30 Uhr, DeichStube-Liveticker), werden neben den langjährigen Bremern Milos Veljkovic, Anthony Jung, Oliver Burke und Abdenego Nankishi auch Issa Kaboré und André Silva ein solches Bild erhalten. Was den Grafikdesigner vermutlich vor eine Herausforderung stellt. Schließlich ist die Auswahl an Kaboré- und Silva-Motiven im Werder-Trikot vergleichsweise klein. Beide waren erst während der Winterpause gekommen und hatten sich nicht nachhaltig durchsetzen können. Deshalb kehren sie nach Ablauf der Ausleihe zu ihren Stammvereinen zurück. Transferflops? Fehleinkäufe? Vor dem Leipzig-Spiel hat Werder-Trainer Ole Werner erklärt, wie er die beiden Personalien bewertet.

Issa Kaboré (li.) und André Silva werden den SV Werder Bremen im Sommer verlassen.

Werder Bremens Ole Werner erklärt, warum Transfer von Issa Kaboré trotz weniger Einssatzzeiten sinnvoll war

Dass sich die Leihgeschäfte nicht als Erfolgsgeschichten erzählen lassen, zeigt schon ein flüchtiger Blick auf die Leistungsdaten der beiden Profis. Issa Kaboré bringt es seit Januar auf neun Bundesliga-Einsätze, wurde in den vergangenen sechs Partien aber gar nicht mehr berücksichtigt, während Silva sieben Mal auf dem Platz stand, in den jüngsten sechs Spielen aber nur noch insgesamt fünf Minuten Einsatzzeit erhielt. „Wenn du im Winter Spieler dazuholst, dann gibt es meistens eine personelle Notwendigkeit, das zu tun“, hielt Werner fest. Zwar könne man die Transfers aus heutiger Perspektive infrage stellen. Zu Jahresbeginn sei die Situation bei Werder Bremen aber eine andere gewesen.

Nachdem Olivier Deman leihweise zu Royal Antwerpen gewechselt war, wollte Werner Ersatz für die linke Außenbahn haben – und ist in Kaboré fündig geworden. „Wenn du einen Spieler abgibst, musst du ihn ersetzen, schon allein aus quantitativen Gründen, weil zu dem Zeitpunkt auch Felix Agu noch länger ausgefallen ist. Ohne die Verpflichtung von Issa hätten wir nur mit zwei Flügelspielern dagestanden, in einer Zeit, in der wir allein zwei Englische Wochen fest einplanen konnten.“ Kaboré habe seine Rolle bei Werder Bremen gut ausgefüllt, sei vor allem in den Spielen gegen Dortmund und Mainz ein wichtiger Faktor gewesen. Zuletzt konnte sich der Mann aus Burkina Faso aber nicht mehr gegen Agu behaupten. Auch deshalb kehrt er nun zu Manchester City zurück.

Werder Bremens Trainer Ole Werner erklärt, warum er seit Wochen nicht mehr auf André Silva setzt

Der Fall André Silva ist ähnlich gelagert. Aktuell stehen Werder neben dem Portugiesen in Marvin Ducksch, Justin Njinmah, Marco Grüll, Keke Topp und Oliver Burke fünf (!) weitere Stürmer für nur zwei Positionen im Angriff zur Verfügung. „Heute kann man sagen, dass wir zu viele Spieler im Kader haben und nicht allen gerecht werden können“, räumte Werner ein. „Damals war aber Keke Topp nicht fit, Justin Njinmah nicht im Training und Marvin Ducksch hatte eine OP hinter sich, von der wir nicht wussten, wie er danach zurückkommt. Zudem gab es mögliche Abgangsthemen im Kader, weshalb wir reagiert und vorgebaut haben. Wir müssen ja unsere Ziele absichern.“ Grundsätzlich habe auch Silva seine Leistung gebracht. Als sich Werder Bremen zur Erfolgsserie von inzwischen sechs Partien ohne Niederlage am Stück aufschwang, war er aber raus. „Für einen Trainer gibt es dann nur wenig Grund, etwas zu verändern“, sagte Werner.

Werder Bremens Leiter Profifußball Peter Niemeyer hatte zur Personalie André Silva kürzlich gegenüber dem „kicker“ gesagt: „So, wie die Leihe verlaufen ist, haben sich das beide Seiten sicherlich nicht vorgestellt.“ Für den Stürmer geht es nach der Saison deshalb zurück zu RB Leipzig. Eine feste Verpflichtung wäre ob Silvas Gehalt von geschätzten sieben Millionen Euro pro Jahr für Werder ohnehin nicht stemmbar gewesen. (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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