Werders ausgeliehener Verteidiger
Angriff auf den Stammplatz: Friedl sagt Augustinsson den Kampf an
Zell am See - Am Sonntag muss er nochmal ran. Revanche gegen Tschechien steht für Marco Friedl auf dem Programm. Nachdem er am Donnerstag mit der österreichischen U21-Nationalelf ein 0:3 gegen den gleichaltrigen Nachwuchs aus Tschechien kassiert hatte, stehen sich die Teams nochmal gegenüber.
Gelegenheit für Friedl, es diesmal besser zu machen. Die Partie ist für den jungen Verteidiger des SV Werder auch der Abschluss einer Saison, die für ihn quasi das Warmlaufen war für eine Spielzeit, die er zum Großangriff machen will. Zum Großangriff auf einen festen Platz in der ersten Bremer Elf.
„Ich will Stammspieler werden. Dafür werde ich hart arbeiten“, sagt der 20-Jährige im Interview mit „MeinWerder“ – und die Aussage klingt umso ambitionierter, wenn man sich vor Augen führt, wen Friedl zu verdrängen hat. Der Österreicher wird als Linksverteidiger geführt, müsste sich also gegen den schwedischen WM-Teilnehmer Ludwig Augustinsson durchsetzen. Friedls zweite Position ist die des linken Innenverteidigers, dort spielt bei Werder aber Niklas Moisander, der Abwehrchef. Das sind mal zwei Achttausender, die die Leihgabe des FC Bayern (noch bis 2019) zu erklimmen hätte, um tatsächlich erste Wahl zu werden. Aber er geht es an: „Natürlich ist ,Ludde' ein sehr, sehr guter Linksverteidiger – sicher einer der besten in der Bundesliga. Aber ich will mein Ziel trotzdem erreichen“, erklärt Friedl.
Friedl nerven Vergleiche mit Bayerns David Alaba
Im Januar war er aus München nach Bremen gewechselt, um dort jene Spielpraxis zu sammeln, die er beim Rekordmeister nie und nimmer bekommen hätte. Bisher ging die Rechnung für ihn auf. Er kam in der Rückrunde auf neun Bundesliga-Einsätze, fünf davon absolvierte er sogar über 90 Minuten. Die Quote ist gut, aber aus Friedls Sicht natürlich steigerungsfähig – vor allem, weil in einem Jahr über eine Rückkehr zum FC Bayern, wo er noch einen Vertrag bis 2021 besitzt, entschieden werden muss. Weichenstellung bei Werder – so könnte die kommende Saison für ihn überschrieben werden. Friedls Ausblick: „Ich probiere, meine Leistung zu bringen und so viele Spiele wie möglich zu machen. Und dann werden wir schauen, was in einem Jahr passiert.“
Eines wird den jungen Mann aus Kirchbichl in Tirol bis dahin und sicher auch darüber hinaus begleiten: der ewige Vergleich mit seinem österreichischen Landsmann, Bayern-Star und Linksverteidiger David Alaba. Gleiches Land, gleicher Club, gleiche Position – da lässt es sich kaum verhindern, dass Parallelen und Unterschiede gesucht werden. Doch Friedl, fünf Jahre jünger als Alaba, mag das überhaupt nicht. „Mittlerweile nerven die Vergleiche schon“, sagt er gegenüber „MeinWerder“: „David und ich sind zwei komplett unterschiedliche Spieler. Er hat so viel erreicht, ich stehe am Anfang meiner Karriere. Uns zu vergleichen, ist falsch. Das passt nicht zusammen.“
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