Nachhaltigkeit im Profi-Fußball
Klimawandel und Nachhaltigkeit: Werder-Geschäftsführerin Laufmann appelliert an Vorbildfunktion der Profis
Berlin – Inmitten der Klimakrise und auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft hebt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Bedeutung und Rolle der Profis hervor - und zwar in Person von Anne-Kathrin Laufmann, Mitglied des Nachhaltigkeitsforums des Ligaverbandes sowie Geschäftsführerin Sport & Nachhaltigkeit des SV Werder Bremen.
„Spieler und Trainer haben eine ganz andere Wirkung auf junge Menschen als Verbotsschilder, Eltern oder Lehrer. Das ist eine ganz andere Strahlkraft“, sagte Werder Bremens Geschäftsführerin Anne-Kathrin Laufmann am Mittwoch während des Nachhaltigkeitsforums in Berlin. „Aber es gibt viele, die manchmal nicht diesen Mut haben, das nach außen zu zeigen. DFL und die Clubs müssen die Spieler mehr an die Hand nehmen.“
Unterdessen sieht der VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig „das Kerngeschäft“ des Fußballs durch den Klimawandel bedroht. „Sintflutartige Regenfälle oder Dürreperioden führen dazu, dass Trainings nicht mehr abgehalten werden können oder Spiele verschoben werden müssen“, erklärte der 50-Jährige. Spiele seien mit das höchste Gut, der höchste Wert einer Liga. „Und das ist in Gefahr“, befand Kaenzig weiter.
Nachhaltigkeit: Werder Bremen und die 35 weiteren Vereine aus der 1. und 2. Bundesliga müssen Mindestkriterien erfüllen
Im Berliner „Futurium“ referierten Vertreter mehrerer Interessengruppen zum Thema Nachhaltigkeit im Profi-Fußball. „Es hat sich viel getan bei den Clubs und auch in der DFL. Wir müssen Verantwortung übernehmen und unsere Reichweite positiv einsetzen“, forderte DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel. Der Ligaverband hatte im vergangenen Jahr Mindestkriterien verabschiedet. Diese müssen der SV Werder Bremen und die 35 weiteren Vereine aus der Bundesliga und 2. Liga mittlerweile für den Erhalt der Lizenz erfüllen. Unter anderem müssen die Clubs ihren CO2-Fußabdruck messen und einen Nachhaltigkeitsbeauftragten einstellen. „Für uns geht es in einem mehrstufigen Prozess nun darum, eine Vergleichbarkeit zwischen den Clubs herzustellen. Irgendwann wird es sicherlich auch um die Frage gehen, ob man ein Ranking erstellt, um zu sehen, wer schon wie weit in der Umsetzung ist“, sagte Merkel. (dpa/mbü)