Werner sieht Jung primär auf links
Jung sieht sich bei Werder künftig als Innenverteidiger - doch Werner hat andere Pläne
Anthony Jung ist gegen Borussia Dortmund seit langer Zeit mal wieder in der Innenverteidigung gestartet. Jetzt erklärte der 31-jährige Verteidiger des SV Werder Bremen, dass er sich auf dieser Position zukünftig durchaus sehen würde. Trainer Ole Werner plant jedoch anders.
Bremen – Die fußballerische Heimat des Anthony Jung war in den vergangenen Jahren klar. Wann immer er für den SV Werder Bremen auflief - und das war bereits 74 Mal der Fall -, tat er dies in der Regel als Linksverteidiger. Neun Ausnahmen gab es, bei denen der inzwischen 31-Jährige als Innenverteidiger aufgeboten wurde. So wie zuletzt gegen Borussia Dortmund (0:1). Umso mehr überraschte Jung jetzt mit einer Aussage zu seiner bevorzugten Ausrichtung: „Beide Positionen gehen, aber vielleicht mit Sicht auf den weiteren Weg meiner Karriere sehe ich mich dann doch eher innen.“ Trainer Ole Werner, der Jung wegen der akuten Personalnot in der Defensive zuletzt ein Stück weiter nach hinten beordert hatte, verfolgt jedoch erst einmal andere Pläne. Er sieht den Ex-Kopenhagener weiterhin auf der linken Seite. „Das ist schon die Position, auf der er sowohl in der Kaderplanung vorgesehen ist als auch dort, wo ich ihn schätze“, betonte der 35-Jährige. Den Job auf der linken Seite habe der gebürtige Spanier seit er bei Werder sei „solide gemacht – zur Zufriedenheit des Vereins und größtenteils auch zu meiner Zufriedenheit“.
Umdenken bei Werder Bremens Anthony Jung wegen Konkurrent Olivier Deman?
Vielleicht auch deshalb startete Anthony Jung gegen den BVB überhaupt erst zum zweiten Mal in der Bundesliga in der hintersten Reihe. Im 41. Spiel in Deutschlands Beletage wohlgemerkt. Woher also Jungs plötzlicher Sinneswandel? Das dürfte nicht nur an der Vor-Werder-Zeit liegen, als er häufig als Innenverteidiger aufgeboten wurde, sondern auch mit der verschärften Konkurrenzsituation zu tun haben. Schließlich haben sich die Bremer auf den letzten Drücker der Transferphase mit dem belgischen Nationalspieler Olivier Deman verstärkt und stolze vier Millionen Euro hingeblättert. Zwar pflege Jung zu seinem „angenehm ruhigen“ sportlichen Konkurrenten „ein ganz entspanntes Verhältnis“, wie er selbst betont, dennoch gilt bislang: Ist Deman fit, dann spielt er auch. Den Grund lieferte Werner kurz und bündig auf der Pressekonferenz vor dem wichtigen Werder-Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker): „Er macht es gut“.
Werder Bremen-Trainer Ole Werner über Anthony Jung: „Hat das in Dortmund auch vernünftig gemacht“
Der 23-Jährige verkörpert einen ganz anderen Spielertypen als Jung, agiert wilder und deutlich offensivfreudiger. Anthony Jung steht bei Werder Bremen dagegen in der Regel für defensive Stabilität und Zuverlässigkeit. Attribute, die auch in der Innenverteidigung gefragt sind. Und da drückt bei Werder bekanntlich der Schuh: Auf dem Papier haben die Grün-Weißen in Friedl, Milos Veljkovic, Amos Pieper und Niklas Stark vier Männer für drei Positionen. Weil Stark weiter verletzt fehlt, die Notlösungen Christian Groß (Wadenprobleme) und Nicolai Rapp (krank) ausfallen und Pieper nach überstandener Verletzung noch etwas Trainingsrückstand hat, dürfte Jung gegen Union erneut von Beginn an im Dreiergespann gefragt sein. „Dann ist bei Tony eben ein Vorteil, dass er mehrere Positionen in der Kette bekleiden kann. Er hat in Kopenhagen und auch hier zu Beginn in Bremen schon lange in der Dreierkette gespielt, hat das jetzt in Dortmund auch vernünftig gemacht“, meinte Werner. Gerade bei einem kleinen Kader sei es wichtig, dass Spieler variabel agieren können. „Das ist bei Tony glücklicherweise der Fall.“ (mwi)