Neues Personal-Puzzle
Nach Platzverweis für Dauerbrenner Jung: Wie baut Werder Bremen dieses Mal die Abwehr um?
Ole Werner muss seine Abwehr nach der Roten Karte für Anthony Jung gegen den VfL Wolfsburg (0:2) mindestens im kommenden Spiel gegen Eintracht Frankfurt mal wieder umbauen. Dem Cheftrainer des SV Werder Bremen bieten sich dabei gleich mehrere Optionen.
Bremen – Es war eine Premiere – und zwar gleich im doppelten Sinne. Als Anthony Jung am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (0:2) die Rote Karte wegen einer Notbremse sah, da markierte das den ersten Platzverweis überhaupt in seiner Karriere und auch für den SV Werder Bremen in der laufenden Bundesliga-Saison. Teamkollege Amos Pieper hatte im vergangenen August zwar ebenfalls Rot gesehen – seinerzeit jedoch beim frühen Aus im DFB-Pokal gegen Viktoria Köln. Nun könnte eben jener Pieper vom Missgeschick seines Mannschaftskameraden profitieren und womöglich am kommenden Freitag gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) von Beginn an auflaufen. Doch auch Julian Malatini darf sich berechtigte Hoffnungen auf einen weiteren Startelfeinsatz machen.
Nach Roter Karte für Anthony Jung: Werder Bremens Kapitän Marco Friedl kann Schiedsrichter-Entscheidung verstehen
Als die jüngste Partie gegen Wolfsburg noch in vollem Gange war, wurde zunächst einmal eifrig darüber debattiert, ob die Entscheidung von Schiedsrichter Sascha Stegemann überhaupt die richtige war, Anthony Jung nach 43 Minuten unter die Dusche zu schicken. Der Bremer hatte sich nach einem weiten Ball des VfL in die Spitze einen Zweikampf mit Kevin Behrens geliefert, an dessen Ende der Gäste-Angreifer schließlich zu Boden ging. Nach dem folgenden Pfiff wurde wild gestikuliert und diskutiert, doch als auch der Video Assistant Referee (VAR) die Szene geprüft hatte, stand der Platzverweis unverrückbar fest. Werder-Bremen-Kapitän Marco Friedl fühlte sich zunächst benachteiligt, revidierte seine Meinung aber später, nachdem ihm die entsprechende Aktion auf einem TV-Monitor gezeigt worden waren. „Im Spiel fand ich nicht, dass Rot berechtigt war, aber ich habe es gerade auf den Bildern gesehen. Ich denke, bis zum Griff an die Schulter ist es ein ganz normaler Zweikampf und völlig in Ordnung“, erklärte der 26-Jährige. „Der Griff an die Schulter schaut dann scheiße aus, die Rote Karte kann ich dann verstehen.“
Werder Bremens Cheftrainer Ole Werner störte derweil in jenem verhängnisvollen Moment vor der Halbzeitpause ein ganz anderes Detail: „Generell als Kette haben wir es zu spät erkannt, dass ein tiefer Laufweg kommt und wir uns absetzen müssen“, kritisierte er. „Wir verlieren den Ball, stehen in dem Raum vor der Abwehr sehr offen. Das ist nicht gut. Und trotzdem darf es keine gefährliche Situation werden, da müssen wir einfach fallen und tiefer verteidigen.“
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Nach Platzverweis für Anthony Jung: Wie baut Ole Werner jetzt die Dreierkette des SV Werder Bremen um?
Der Coach des SV Werder Bremen wird nun einmal mehr seine Dreierkette umbauen müssen. Anthony Jung ist dort ein echter Dauerbrenner im bisherigen Saisonverlauf gewesen. Nachdem er zu Beginn der Spielzeit vom linken Flügel abgezogen worden war, hatte er seit dem achten Spieltag (beim 0:1 gegen Borussia Dortmund) einen Stammplatz im Abwehrtrio inne - und in der Regel sehr ordentliche Leistungen gezeigt. Nun ist der linke Part also vakant, Ole Werner bieten sich aktuell verschiedene Optionen. So könnte etwa der just zurückgekehrte Marco Friedl die Aufgabe übernehmen, der Österreicher hat jahrelang selbst auf der Jung-Position gespielt. Allerdings wird der Kapitän derzeit eigentlich im Zentrum gebraucht, weil er dort schon vermehrt starke Auftritte in dieser Saison gezeigt hat und auch zuletzt gegen Wolfsburg eben dort noch einer der Besseren war. Nebenmann Milos Veljkovic fühlt sich indes auf der rechten Seite am wohlsten, hat aber auch schon häufiger im Zentrum verteidigt. Bleiben noch Amos Pieper und Julian Malatini. Ersterer sehnt nach überstandenem Knöchelbruch seine Pflichtspielrückkehr herbei und käme am ehesten als rechter Innenverteidiger infrage, falls die Kollegen Friedl und Veljkovic verrücken. Gleiches gilt aber auch für Malatini. Der junge Argentinier hat seit seinem Winterwechsel bereits acht Partien für Werder absolviert, fünfmal als Teil der Anfangsformation. In puncto Spielpraxis hat der 22-Jährige seinem Konkurrenten Pieper aktuell also einiges voraus – wenngleich er in der Bundesliga noch wesentlich unerfahrener als der frühere U21-Europameister ist. Es dürfte also spannend sein, was die am Dienstag beginnende Trainingswoche am Osterdeich für Eindrücke vermittelt. (mbü)