Werder-Profi äußert sich nach Vertragsverlängerung

Anthony Jung und die entscheidende Idee: Wie Werders Verteidiger sein Standing im Kader erheblich verbesserte

Nach seiner Vertragsverlängerung beim SV Werder Bremen hat Anthony Jung über seinen Aufschwung bei den Grün-Weißen gesprochen.
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Nach seiner Vertragsverlängerung beim SV Werder Bremen hat Anthony Jung über seinen Aufschwung bei den Grün-Weißen gesprochen.

Nach seiner Vertragsverlängerung beim SV Werder Bremen hat Anthony Jung verraten, wie sein Aufschwung bei den Grün-Weißen zustande kam und was er an der Weser noch alles vor hat.

Bremen - Ein außergewöhnlicher Termin war es für Anthony Jung auf den ersten Blick nicht, eher ein obligatorischer. Das Einzelgespräch mit dem Trainer gehört schließlich fest zum Ablauf einer jeden Saisonvorbereitung, schon oft erlebt. Und so setzte sich der Verteidiger des SV Werder Bremen im vergangenen Sommer eben mit Ole Werner zusammen, um über Vergangenes und Kommendes zu sprechen, so wie es Werner mit allen Spielern seines Kaders getan hat. Aus heutiger Perspektive, so muss man es sagen, war es eine richtungsweisende Unterhaltung für Jung, mit einer ganz speziellen Idee. Wenn man so möchte, war sie sogar grundlegend für die jetzige Vertragsverlängerung des 32-Jährigen.

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Positionswechsel als Schlüssel: Wie Anthony Jung beim SV Werder Bremen richtig wichtig wurde

„Ich habe die Gelegenheit genutzt, um beim Trainer das Thema mit der Position mal anzusprechen, weil ich seine Gedanken dazu hören wollte“, berichtet Jung, dem damals vorschwebte, von der linken Schienenposition in die Dreierkette zu wechseln, als Innenverteidiger also, so wie er es bei Bröndby Kopenhagen lange (und erfolgreich) gespielt hatte. Eine Anregung, die Ole Werner offenbar interessant fand, die er definitiv im Kopf behielt, denn als vor dem achten Spieltag, der Auswärtspartie bei Borussia Dortmund, die personelle Not groß war, rückte Jung zurück - und blieb dort. Bis heute. Dank starker Leistungen auf der linken Seite der Dreierkette hat er sich innerhalb der Mannschaft des SV Werder Bremen längst einen Status erarbeitet, der gerne mit dem Adjektiv „unverzichtbar“ beschrieben wird. „Es hat mir sicherlich in die Karten gespielt, den Positionswechsel gemacht zu haben“, sagt Anthony Jung, der in der laufenden Saison mit nunmehr 22 Einsätzen und 1.834 Spielminuten jene Marke überschritten hat, durch die sich sein ursprünglich im Sommer auslaufender Vertrag automatisch um ein Jahr verlängert hat.
 
„Ich bin stolz darauf“, sagt Anthony Jung über sein nun bis 2025 laufendes Arbeitspapier, „weil ich es nicht für selbstverständlich halte, in meiner dritten Saison bei Werder so regelmäßig zum Einsatz zu kommen und gesund zu sein“. Im Hinterkopf habe er die bedeutsame Marke an Einsätzen aber nie gehabt, versichert der Profi des SV Werder Bremen: „Ich habe es mir nicht täglich vorgehalten, oder Strichliste geführt, sondern bin gut damit gefahren, dass ich das Alltagsgeschäft so angenommen habe, wie es ist. Ich habe mich ganz normal auf meine Routine und meine Abläufe konzentriert.“ Was offensichtlich die richtige Entscheidung war.

„Wäre ein Traum“: Anthony Jung denkt an internationalen Fußball mit Werder Bremen, sieht aber Steigerungsbedarf

Mit seiner ruhigen und abgeklärten Spielweise hat der Verteidiger großen Anteil daran, dass sich die Defensive des SV Werder Bremen seit Jahresbeginn deutlich stabiler präsentiert. Was freilich auch den Verantwortlichen nicht verborgen geblieben ist. Während des sechsten DeichTalks der DeichStube sagte Werders kommender Sportchef Clemens Fritz: „Tony hat sehr stabil seine Leistungen gebracht, er macht es super.“ Die automatische Vertragsverlängerung des erfahrenen Profis nannte Fritz deshalb „verdient“. Geht es nach Anthony Jung, muss die aktuelle Ausweitung des Beschäftigungsverhältnisses übrigens nicht die letzte bei Werder sein. „Ich sehe mich noch ein paar Jährchen am Ball, und warum nicht bei Werder?“, sagt Jung, der vor seinem Wechsel nach Bremen den Wunsch hatte, in der Bundesliga Fuß zu fassen, was ihm beim FC Ingolstadt einst nicht gelungen war. Nun hat der gebürtige Spanier ein neues Ziel für sich formuliert.
 
„International zu spielen, wäre für mich persönlich definitiv ein Traum“, erklärt Jung. Deshalb sei er damals auch nach Kopenhagen gewechselt, wo er seine Aussichten auf Einsätze in internationalen Wettbewerben besser einschätzte. Immerhin zehn Spiele hat Jung für Bröndby dann auch in der Europa-League-Qualifikation absolviert. Ähnliches mit Werder Bremen zu erreichen, würde für ihn die Sache „umso schöner machen“. Es folgte jedoch der prompte Hinweis, dass sich die Mannschaft dafür steigern müsse. Am besten schon am Sonntag bei der TSG Hoffenheim (17.30 Uhr im DeichStube-Liveticker), wo Anthony Jung ziemlich sicher seinen 23. Saisoneinsatz absolvieren wird. (dco)  

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