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Leverkusen - Aron Johannsson kann über sich selber lachen, ziemlich gut sogar. Anders sind die Fotos von sich selbst, die der Werder-Stürmer regelmäßig in sozialen Netzwerken im Internet veröffentlicht, nicht zu erklären.
Johannsson schaut auf diesen Bildern direkt in die Kamera, verdreht die Augen, verzerrt den Mund - überschrieben ist das meistens mit dem Wort „Celfy“. Es sind Fotos, die eine Art Gegenentwurf zu den durchgestylten Selbstporträts - sogenannten „Selfies“ - darstellen, die einige seiner Teamkollegen an gleicher Stelle ins Netz stellen. Sich selbst nicht so ernst, die Dinge locker nehmen - das scheint eine Maxime des 26-Jährigen zu sein. Spätestens seit Dienstagabend ist klar, dass sie sich auch sportlich lohnt.
Erst Bilderbuch-Chip, dann angeschlagen raus
Monatelang stand Johannsson bei Werder auf dem Abstellgleis, mal verletzt, mal nicht in Form, unter Trainer Alexander Nouri gar schon gänzlich aussortiert. Immer wieder hat der US-Amerikaner mit isländischen Wurzeln in dieser für ihn schweren Zeit betont, es bei Werder schaffen zu wollen.
Nun ist er diesem Ziel einen Schritt näher gekommen. Im Pokalspiel bei Bayer 04 Leverkusen (2:4) zeigte der Angreifer einen starken Auftritt, traf per Bilderbuch-Chip zum 2:0 und war auch sonst einer der auffälligsten Bremer, ehe er zur Pause angeschlagen ausgewechselt werden musste. „Aron hat einen Schlag auf die Hüfte bekommen, die wurde dann taub“, berichtete Trainer Florian Kohfeldt nach dem Spiel. „Ich glaube aber nicht, dass wir uns Sorgen machen müssen. Der Muskel ist verspannt, aber das bekommt man bis Sonntag normalerweise wieder hin.“
Johannsson in der Mannschaft beliebt
Sonntag - da empfängt Werder den VfL Wolfsburg um 18.00 Uhr zum Bundesliga-Kellerduell im Weserstadion, und Kohfeldt hätte Johannsson liebend gerne dabei. Unter dem 35-jährigen Coach spielt der Stürmer nicht mehr wie früher im Zentrum, sondern kommt über den rechten Flügel - eine Rolle, die Johannsson liegt. Bereits beim 2:1-Erfolg gegen Schalke hatte er nach seiner Einwechslung starke Szenen gehabt und war an beiden Bremer Toren beteiligt gewesen.
„Er hat auch gegen Leverkusen wieder gezeigt, dass er diese Position sehr gut spielen kann“, freute sich Kohfeldt, der auch und vor allem mit Johannssons Defensivarbeit zufrieden war. Bei den Kollegen ist Johannsson ohnehin sehr beliebt. Linksverteidiger Ludwig Augustinsson sagte: „Ich freue mich, dass es für Aron wieder gut läuft. Er hat sehr hart gearbeitet.“ Ein bisschen Spaß - und sei es durch „Celfys“ im Internet - kann da sicherlich nicht schaden.