Werder-Plan mit Puertas
Geringes Risiko, große Hoffnung: Wirtschaftlich ist Puertas-Verpflichtung ein Coup für Werder Bremen – sportlich soll sie es auch werden
Die Leihe von Cameron Puertas ist für Werder Bremen finanziell ein Schnäppchen, sportlich ist sie mit großen Hoffnungen verbunden. So plant der SVW mit dem Mittelfeldspieler.
Bremen – Den Ort, an dem an Spieltagen das Herz des SV Werder Bremen schlägt, hat Cameron Puertas bereits vor einigen Wochen kennengelernt, ja regelrecht inspiziert, aus nächster Nähe. Während seiner Vorstellung als Sommer-Neuzugang war der 27-Jährige von den Fotografen in die Ostkurve des Weserstadions gebeten worden, wo er mit seinem Trikot in der Hand weit oben auf der legendären Stehtribüne posierte. Die war zu diesem Zeitpunkt zwar menschenleer, und doch war Puertas damit ganz tief eingetaucht in die grün-weiße Welt am Osterdeich. Ein gutes erstes Motiv, das definitiv, und damit auch ein guter Beginn, der vielleicht sogar einen klitzekleinen Teil dazu beigetragen hat, dass Werders Leiter Profifußball Peter Niemeyer heute über Puertas sagen kann: „Er war vom ersten Tag voll da und bringt sich sehr gut ein. Cameron trägt viel Energie und fußballerische Qualität in die Mannschaft.“
Cameron Puertas-Leihe für Werder Bremen finanziell ein Schnäppchen: Ein fester Transfer wäre aber teuer
Selbst wenn davon während der jüngsten Spiele gegen Freiburg und den FC Bayern München weniger zu sehen war – bei Werder setzen sie voll auf den hoch veranlagten Mittelfeldspieler, dessen Verpflichtung auch wirtschaftlich ein echter Coup war, wie jetzt zu erfahren ist. Nach Informationen der DeichStube zahlt Werder Bremen für Cameron Puertas, der bis Saisonende vom saudischen Erstligisten Al-Qadsiah ausgeliehen ist, nur eine äußerst moderate Leihgebühr. Zwar teilen sich die Clubs darüber hinaus das Gehalt des Spielers auf (geschätzte sechs Millionen Euro pro Jahr) – allerdings fällt der Bremer Anteil auch hier äußerst gering aus. Ein finanzielles Risiko stellt der Deal somit nicht dar. Erst wenn die Bremer den Spieler im kommenden Jahr fest verpflichten möchten, wird es teuer: Die vertraglich fixierte Kaufoption liegt nach DeichStube-Infos bei knapp zehn Millionen Euro.
Während seines Werder-Debüts beim 4:0-Erfolg in Gladbach glänzte Puertas im zentralen Mittelfeld mit vielen starken Momenten – halten konnte er dieses Niveau in den Spielen danach jedoch nicht. „Man darf nicht vergessen, dass er keine Vorbereitung bei uns hatte und direkt voll eingestiegen ist“, betont Niemeyer, der Cameron Puertas deshalb eine gewisse Eingewöhnungszeit einräumt. Zudem seien die Duelle gegen Freiburg und die Bayern nicht nur für den neuen Mann, sondern für die gesamte Mannschaft schwierig gewesen. „Das hat auch Cameron gemerkt.“ Möglichst schon im kommenden Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den FC St. Pauli (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) soll wieder der andere Puertas zu sehen sein.
Werder Bremen setzt bei Cameron Puertas und Romano Schmid bewusst auf Variabilität und Positionswechsel
Davon, dass der gebürtige Schweizer mit spanischem Pass auch in seinem vierten Spiel für Werder Bremen in der Startelf steht, ist auszugehen. Gemeinsam mit Romano Schmid soll er perspektivisch das Bremer Kreativduo bilden. Der Vorteil: Beide Spieler können sowohl als klassischer Zehner hinter den Spitzen als auch auf dem Flügel agieren. „Mit Cameron und Romano haben wir zwei Kreativspieler, die sich auf dem Platz gut ergänzen können“, sagt Niemeyer und erklärt, dass die ständigen Positionswechsel des Duos dabei absolut gewünscht und eingeplant sind: „Beide sind variabel in ihrem Spiel, was uns für die Gegner schwer ausrechenbar macht.“
Dass sich beide Spieler insgesamt noch mehr aufeinander einlassen müssen, war zuletzt deutlich zu sehen. Mit jeder Trainingseinheit, so die Bremer Überzeugung, kommen Cameron Puertas und Romano Schmid diesem Ziel aber näher. „Jetzt geht es darum, ihre Stärken noch besser aufeinander abzustimmen, was mit der Zeit kommen wird“, ist sich Niemeyer sicher. Puertas jedenfalls würde die Fans schon am Samstag sicherlich allzu gerne mit seinem Premierentor für Werder Bremen beglücken. Deren Perspektive aufs Geschehen in der Ostkurve kennt er ja bereits bestens. (dco)
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