Werder-Routinier verlässt den Club im Sommer
Weil Groß geht: Werder ist traurig, lässt die Tür aber offen
Bremen – Nur noch ein Spiel – dann ist Christian Groß tatsächlich Vergangenheit beim SV Werder Bremen. Denn der Defensivspezialist hat überraschend darauf verzichtet, auch nach der Karriere für die Grün-Weißen tätig zu sein. Der 35-Jährige will nach einem längeren Familienurlaub im Herbst bei einem anderen Club einen Neuanfang in noch nicht genannter Funktion antreten. Werder nimmt ihm das nicht übel und lässt sogar eine Hintertür offen.
„Grosso ist auf mich zugekommen und hat mir mitgeteilt, dass er unser Angebot über den Anschlussvertrag nicht annehmen wird“, bestätigt Clemens Fritz als Leiter Profifußball im Gespräch mit der DeichStube, was Christian Groß selbst Ende vergangener Woche in einem Interview mit dem „kicker“ bereits verkündet hatte. „Ich kann seine Entscheidung nachvollziehen“, sagt Fritz. Auf Details will er nicht eingehen und schon gar nicht verraten, wohin es Groß zieht. Der 43-Jährige hätte sich gerne eine andere Entscheidung gewünscht: „Es ist schade, denn ich schätze ihn sehr als Typen. Er ist einer, der über den Tellerrand hinausschaut. Wir hatten schon ein bisschen besprochen, was er bei uns machen könnte.“ Bei Werder Bremen hätte Groß ein Trainee-Programm mit unterschiedlichen Stationen durchlaufen können, wie es schon einige verdiente Ex-Profis gemacht haben, um so den Verein noch besser kennenzulernen und die richtige Rolle für die Karriere nach der Karriere auszuloten. Fritz selbst hatte so seine Funktionärslaufbahn eingeschlagen, die ihn im Sommer zum nächsten Werder-Sportchef macht. Doch Christian Groß plant anders.
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Werder Bremens Clemens Fritz über Christian Groß: „Er ist ein Paradebeispiel dafür, dass es nie zu spät ist, sich weiterzuentwickeln“
Und wenn es ihm bei seinem neuen Club nicht gefällt, gibt es dann eine zweite Chance? „Ich weiß nicht, was in zwei, drei, vier Jahren ist. Wir haben ein sehr offenes und ehrliches Verhältnis, deswegen will ich da nichts ausschließen“, sagt Clemens Fritz und grinst. Im Fußball ist eben viel möglich. Was perfekt zu Christian Groß passt, der erst mit 30 Jahren sein erstes Bundesligaspiel absolviert hat. Es folgten bis jetzt 81 weitere, dazu noch 27 Partien in der 2. Liga. „Für uns war Grosso ein wichtiger Charakter auf und neben dem Platz“, urteilt Fritz: „Er ist ein Paradebeispiel dafür, dass es nie zu spät ist, sich weiterzuentwickeln. Ich hatte immer ein gutes Gefühl, wenn er auf dem Platz stand. Seine Karriere ist wirklich bemerkenswert.“ Deswegen dürfte es bei seiner Verabschiedung vor dem Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den VfL Bochum (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) auch jede Menge Applaus geben. (kni/mwi/han)